Nationaler Aktionstag: Berliner Philharmoniker – Bilder und Pressemeldung

Die Berliner Philharmoniker haben sich zum Auftakt des nationalen Aktionstages der deutschen Kulturorchester zur Solidarität mit allen deutschen Kulturorchestern bekannt und für den Erhalt der einzigartigen deutschen Orchesterlandschaft geworben (Fotos: Peter Adamik).

Aus der Berliner Philharmonie

Aus der Berliner Philharmonie

Berliner Philharmoniker vor der Philharmonie

Berliner Philharmoniker vor der Philharmonie

Pressemeldung 30.09.3013_1

Pressemeldung 30.09.3013_1

Pressemeldung_2 30.09.2013

Pressemeldung_2 30.09.2013

Nationaler Aktionstag: Erste Bilder und Videos

Hier kommen die ersten Bilder und Videos aus deutschen Orchestern:

Magdeburgische Philharmonie auf der Straße

Magdeburgische Philharmonie auf der Straße

Philharmonisches Orchester Ulm vor dem Theater

Philharmonisches Orchester Ulm vor dem Theater

Warnstreik_Köln_2013_09_30

Gürzenich Orchester Köln vor der Kölner Philharmonie

Philharmonisches Orchester Erfurt vor dem Theater

Philharmonisches Orchester Erfurt vor dem Theater

Duisburger Philharmoniker vor der Oper (Foto: Imke Alers)

Duisburger Philharmoniker vor der Oper (Foto: Imke Alers)

Landeskapelle Eisenach vor dem Theater

Landeskapelle Eisenach vor dem Theater

Philharmonisches Orchester Freiburg vor dem Theater

Philharmonisches Orchester Freiburg vor dem Theater

Münchner Philharmoniker und Gärtnerplatz Staatstheaterorchester vor dem Gasteig

Münchner Philharmoniker und Gärtnerplatz Staatstheaterorchester vor dem Gasteig

Sächsische Staatskapelle und Dresdener Philharmonie vor der Frauenkirche

Sächsische Staatskapelle und Dresdener Philharmonie vor der Frauenkirche

Brennpunkte der deutschen Orchesterlandschaft

Wer 24 Stunden lang laut „Feuer“ ruft, der darf sich nicht wundern, wenn die Feuerwehr beim zweiten Mal nicht mehr kommt…

„Daueralarmismus“ liegt uns fern, allerdings: Seit 1990 hat es zahlreiche Strukturveränderungen, Orchesterfusionen, -verkleinerungen, -auflösungen oder -insolvenzen und damit oftmals schmerzliche Einschnitte für die deutschen Orchester und ihre Mitglieder gegeben. Viele Musikerinnen und Musiker, alle meist Hochschulabsolventen, haben ihre Jobs verloren, wurden arbeitslos, haben umgeschult. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht absehbar. Zukunftshoffnungen für Tausende Musikstudierende an 24 Musikhochschulen in Deutschland werden vernichtet und in Frage gestellt.

Ganz aktuell und in Stichworten:

Die Mitglieder der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin (gegründet 1553) sollen nach Beschluss des Landes M-V und der Landeshauptstadt Schwerin auf 25 Prozent der Vergütung verzichten und von gegenwärtig 68 Stellen noch weiter auf 58 verkleinert werden. 1993 hatte dieses Orchester nach Teilfusion mit der ehem. Schweriner Philharmonie noch über 100 Stellen.

Die Robert-Schumann-Philharmonie Chemnitz soll auf rund 14 Prozent der Vergütung verzichten und von gegenwärtig 99 auf 86 Stellen verkleinert werden. Die Orchestermitglieder verzichten durch Haustarifvertrag bereits durchgängig seit 1999 auf Vergütung.

Der Staatskapelle Halle und der Theater und Orchester GmbH Halle droht die Insolvenz. Die Orchestermitglieder verzichten seit Jahren in einem Haustarifvertrag auf Gehalt. Das Orchester wurde bereits 2006 aus dem Orchester des Opernhauses Halle und dem Philharmonischen Staatsorchester Halle zur Staatskapelle Halle mit 155 Planstellen fusioniert. Bis heute sind davon rund 30 Musikerstellen abgebaut worden.

Die Anhaltische Philharmonie Dessau und das Anhaltische Theater sind massiv von den Kürzungen des Kulturetats des Landes Sachsen-Anhalt bedroht. Die Musiker verzichten durch Haustarifvertrag bereits seit vielen Jahren zu Erhalt ihrer Arbeitsplätze auf Geahlt. Dennoch droht ihnen jetzt Abwicklung und/oder Fusion mit der Staatskapelle Halle.

Die Landeskapelle Eisenach ist vor wenigen Jahren von 42 auf 24 Stellen zuammengestrichen worden. Die endgültige Abwicklung konnte 2012 abgewendet werden. Die Orchestermitglieder haben seit vielen Jahren keine Lohnerhöhungen, keinen Inflationsausglieich mehr bekommen und erleiden daher einen massiven Reallohnverlust.

Die Hamburger Symphoniker sind von Insolvenz bedroht, wenn die Freie und Hansestadt Hamburg nicht das aufgelaufene Defizit übernimmt. Die Finanzlücke war entstanden, da die Hansestadt die zweite Stufe einer ursprünglich zugesagten Etataufstockung nicht mehr gezahlt hatte.

Die Bergischen Symphoniker, Orchester der Städte Remscheid und Solingen, verzichten seit Sommer 2013 durch Haustarifvertrag für insgesamt zehn (!) Jahre auf eine tarifliche Zuwendung (13. Monatsgehalt).

Das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR und das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg sollen 2016 am Standort Stuttgart fusioniert werden. Hierdurch werden rund 80 hochwertige Arbeitsplätze für den Orchesternachwuchs verloren gehen.

Orchesterland Deutschland: Einzigartig. Erhaltenswert.

Deutsche Orchester fordern: Bis hierhin und nicht weiter! Am 30. September 2013 beginnt die bundesweite Kampagne zum Erhalt der deutschen Orchesterlandschaft.

Rund ein Viertel aller professionellen Orchester weltweit sind in Deutschland zu Hause. Zum Teil seit über 500 Jahren. Die deutsche Orchesterlandschaft ist in ihrer Dichte, Vielfalt und Tradition weltweit einzigartig. Wie lange noch?

Schild_Einzigartig

Unser weltweit einmaliges Kulturerbe ist massiv gefährdet. Allein in den letzten 20 Jahren sind von ehemals 168 Orchestern 37 verschwunden. Tausende Arbeitsplätze für junge Musiker wurden vernichtet. Orchesterauflösungen und -fusionen haben noch 131 Orchester übrig gelassen. Weitere Orchester sind in ihrer Existenz akut bedroht.

Wir, die Mitglieder der deutschen Kulturorchester, fordern: Es muss endlich Schluss sein mit dem Orchester- und Stellenabbau in Deutschland! Bis hierhin und nicht weiter!

Weitere Infoirmationen zum bundesweiten Aktionstag unter www.dov.org.