Tarifgespräche gehen am 22. Otkober 2013 in neue Runde

Am 22. Oktober gehen in Köln die Tarifgespräche für alle deutschen Staats- und Kommunalorchester, die unter den TVK (Tarifvertrag für Musiker in Kulturorchestern) fallen, in die dritte Runde. Unmittelbar sind über 100 Orchester betroffen.

Es geht um neuen Vergütungstabellen, die seit Ende 2009 nicht mehr an den öffentlichen Dienst angepasst wurden. Hierdurch sind die Musikervergütungen inzwischen bis über 8 Prozent hinter die allgemeine Entwicklung zurückgefallen. Es geht auch um das Ob und Wie von Nachzahlungen für die seit fast vier Jahren ausstehenden Differenzbeträge. Vor allem hierum könnte es noch erhebliche Auseinandersetzungen am Verhandlungstisch und an einzelnen Orchesterstandorten geben.

Viele Orchester haben in der Vergangenheit bereits Abschläge gezahlt, aber längst nicht alle. Und in diesen Fällen geht es um Nachzahlungen im Volumen von rund zwei Monatgsgehältern. Das sorgt für Konfliktstoff.

Orchesterabwicklungen sanieren keinen Haushalt

Endlich ist dieser Gedanke auch in den Medien angekommen: Bei ca. 8.500 Musiker/innen in den deutschen Kommunal- und Staatsorchestern gegenüber rund 2,2 Mio Beschäftigten im gesamten öffentlichen Dienst lässt sich nicht so recht etwas sparen. Weder durch geringere Gehaltsanpassungen noch durch weitere Strukturveränderungen. Das potenzielle Sanierungspotenzial ist schon rein mathematisch viel zu gering.

Dennoch werden Theater und Orchester von (zu) vielen Kommunal- und Landespolitikern immer noch gerne als „Sparbüchse“ angesehen, in der es immer noch etwas zu holen gibt. Dagegen muss man sich noch viel stärker als bisher zu Wehr setzen. Darüber muss man die verantwortlichen Abgeordneten in Kommunalparlamenten und Landtagen noch offensiver aufklären. Sprich doch mal mit „deinem“ Abgeordeten, damit „das Orchester“ und „die Musiker“ ein Gesicht bekommen und nicht nur eine reine Haushaltsnummer bleiben.

Plattmachen bringt nichts - meint auch die Staatsoperette Dewsden

Plattmachen bringt nichts – meinen auch Staatsoperette Desden und Dresdner Philharmonie (Foto: Frank Höhler)

Aktuell hat die Zeitung WELT am Sonntag das Thema aufgegriffen: http://www.welt.de/print/wams/nrw/article120664191/Orchester-als-Retter-der-Kommunen.html

Das OrchesterlanD-Foto der Woche

2700 neue Facebook-Freunde in nur drei Tagen, ein überwältigendes nationales und internationales Medienecho und 2 Mio. Euro Soforthilfe des Landes Mecklenburg-Vorpommern für das bedrohte Staatstheater und die Mecklenburgische Staatskapelle in Schwerin. Das sind die wesentlichen und viel versprechenden Ergebnisse der ersten OrchesterlanD-Woche.

Aus der Fülle der Videos und Fotos der bundesweiten Aktionen von Flensburg bis München, von Aachen bis Frankfurt (Oder) – Auswahl zu sehen unter www.dov.org im Pressebereich – ist ein Bild besonders aufgefallen: Entstanden bei den Protesten des Saarländischen Staatsorchesters in Saarbrücken (Foto: Lutz Müller).

Wir meinen: Das OrchesterlanD-Foto der Woche. Kunst + Kultur + Musik + Bildung = Zukunft.

Kleine Geige für die Zukunft der der Orchester

Kleine Geige für die Zukunft der der Orchester

Hoffnung für die nächste Geiger/innen-Generation, wenn wir alle mit dafür sorgen, dass es sich auch in Zukunft noch lohnt, Musik zu studieren, weil man damit einen vernünftigen Job im Orchester bekommen kann.