Wer als Minister Kultur schädigt, braucht auf den Spott nicht zu warten

Von Loriot alias Vicco von Bülow stammt der Spruch: „Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen.“ Normalerweise sieht man entsprechende Wahlplakate (auch aus rechtlichen Gründen) nur während des Wahlkampfes bis wenige Tage nach der Wahl, dann müssen sie entfernt werden.

Der Bildungsminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Mathias Brodkorb, auch für die Theater und Orchester zuständig, wollte aus dieser Not offenbar eine Tugend machen und bot den Bürgern seines Landes im Sommerloch auf großen Plakaten einen Hausbesuch zum Kaffee an, er würde dann den Kuchen mitbringen…

Wer anderen (hier: den Theatern und Orchester und ihren Beschäftigten im Land M-V) durch Einfrieren der Landesmittel von 1994 bis 2020 (!) empfindlichen Schaden zufügt, dadurch Haustarifverträge, Vergütungsverzicht und fortschreitenden Stellenabbau erzwingt, braucht auf den Spott nicht lange zu warten. Das Plakat am Doberaner Platz in Rostock jedenfalls wurde dezent verändert:

Brodkorb, der Theatetschließer?

Brodkorb, der Theaterschließer?