EU-weite Petition für kostenlose Mitnahme von Musikinstrumenten im Flugzeug-Handgepäck

Auch in Deutschland häufen sich die Vorfälle, bei denen Fluggesellschaften Musikern bei der Mitnahme ihrer Instrumente im Handgepäck (namentlich Violinen und Bratschen sowie weitere ähnlich große Instrumente) Schwierigkeiten bereiten und den Transport nur zulassen, wenn hierfür – wie bislang beispielsweise für Celli üblich – ein Extrasitz (mit entsprechenden Kosten) gebucht wird. Dies gilt im Moment vor allen Dingen für Air Berlin. Diese Fluggesellschaft hatte in der der Vergangenheit eine eher musikerfreundliche Politik verfolgt und die kostenlose Mitnahme von Geigen und Bratschen im Handgepäck problemlos ermöglicht. Aus bislang unerfindlichen Gründen wurde diese Politik jetzt aber kurzfristig restriktiv abgeändert.

Musikinstrumente als normales Handgepäck

Musikinstrumente als normales Handgepäck

Das eigentliche Problem ist aber die europäische Rechtslage, die es Moment den nationalen Fluggesellschaften überlässt, über die Mitnahme von Musikinstrumenten im Handgepäck, die das Normalmaß von 55 cm Länge überschreiten, eigenständig zu entscheiden.

Seit mehreren Jahren wird versucht, über den internationalen Verband FIM (International Federation of Musicians) Einfluss auf die europäische Gesetzgebung auch in dieser Angelegenheit geltend zu machen. Es besteht die Hoffnung, auf europäischer Ebene die Fluggesellschaften rechtlich verbindlich verpflichten zu können, Musikinstrumente, die das Handgepäckmaß geringfügig überschreiten, als Handgepäck zu akzeptieren. Erfolgt diese Rechtsetzung nicht, können Fluggesellschaften – wie in der Vergangenheit bereits mehrfach geschehen – von heut auf morgen ihre Handgepäckpolitik zulasten reisender Berufsmusiker abändern.

Um auf europäischer Ebene Druck für eine verlässliche Rechtsgrundlage zugunsten der kostenlosen Instrumentenmitnahme im Flugzeughandgepäck zu schaffen, sind alle Musiker aufgefordert, die unter diesem Link ersichtliche Online-Petition zu zeichnen, in ihre Verteiler weiterzuleiten und möglichst weit (auch über Deutschland hinaus) zu verbreiten:

https://www.change.org/p/fair-treatment-for-musicians-traveling-on-planes-with-their-instruments/u/15585338?tk=iSQ_mnQ1wsrKBv7R42tonvrTX9yE7599Sr77EICiURA&utm_source=petition_update&utm_medium=email

Halberstädter Intendant und GMD: Wir brauchen endlich mehr Geld!

Johannes Rieger, Intendant und GMD des Nordharzer Städtebundtheaters, bringt es im Interview mit dem MDR (Sachsen-Anhalt heute am 14. Februar 2016) auf den Punkt. Nach Jahren des Kürzens und Abbauens brauchen Theater und Orchester vor Ort endlich eine Perspektive. Das Publikum ist treu, die Kommunalpoltik fördert nach Kräften, aber das Land Sachsen-Anhalt steht für alles andere als für verlässlich Kulturfinanzierung. Statt, wie von Experten gefordert, den Kulturetat aufzustocken, wurde gekürzt. Lediglich 0,9 Prozent des Landeshaushaltes werden insgesamt für Kultur aufgewendet. Zu wenig für ein Land, dessen Geschichte unmittelbar mit Namen wie Johann Sebastian Bach oder Georg Friedrich Händel verbunden ist

Magdeburgische Philharmonie auf der Straße

2013: Magdeburgische Philharmonie auf der Straße

Ob sich nach der Landtagswahl Mitte März 2016 etwas ändert? Das wird entscheidend von den Mehrheiten und Koalitionen im neuen Landtag abhängen. Eine klare Vorstellung zur Zukunft einer eher nationalistisch orientierten Kulturförderung im Land äußert gegenwärtig nur die AfD… . Müssen am Ende die Orchester und Theater im Land erst wieder ihren lautstarken Protest auf die Straße bringen?

MDR-Beitrag zur Not der Theater in Sachsen-Anhalt

Geigen und Bratschen als Handgepäck bei Air Berlin? DOV interveniert

In den letzten Tagen haben sich die Meldungen gehäuft, dass der Instrumententransport – insbesondere von Geigen und Bratschen – durch Air Berlin erheblich erschwert wurde. Da die Länge der Instrumentenkästen in der Regel das maximale Standardmaß von 55 cm überschreitet, wurde diversen Fluggästen vom Serviceteam mitgeteilt, dass eine Instrumentenmitnahme nur bei Buchung eines weiteren Sitzes in der Kabine möglich sei.

AirBerlin_Logo

Derartiges war bislang – auch von anderen Fluggesellschaften – nur für größere Musikinstrumente, beispielsweise Violoncelli, bekannt und geläufig. Dass Air Berlin sich jetzt aber in die Gruppe anderer Billigfluggesellschaften begibt, wie zum Beispiel Easyjet und Ryan Air, und den Instrumententransport von Geigen und Bratschen im Handgepäck massiv erschwert, ist sehr überraschend. Je nach Flugzeugtyp stellt die Mitnahme der Instrumentenkästen in der Praxis überhaupt kein Problem dar, denn durch die schlanke Kastenform ist es in der Regel möglich, diese ganz hinten in der oberen Ablage zu verstauen, so dass davor noch weiteres Handgepäck mit Standardmaßen verstaut werden kann.

Die DOV hat sich nunmehr persönlich an den Vorstandsvorsitzenden von Air Berlin, Stefan Pichler, gewandt und die Fluggesellschaft aufgefordert, zu einer für Musiker kundenfreundlichen Transportpolitik zurückzukehren und die unproblematische Mitnahme von Geigen, Bratschen und vergleichbar großen Instrumenten im Handgepäck zu ermöglichen.

Berliner Philharmoniker, Konzerthausorchester und Staatskapelle Berlin: Sonderkonzert für Flüchtlinge und Helfende am 1. März 2016 in der Philharmonie

Die Berliner Philharmoniker, das Konzerthausorchester Berlin und die Staatskapelle Berlin geben in der Philharmonie unter der Leitung von Sir Simon Rattle, Iván Fischer und Daniel Barenboim ein Konzert für Flüchtlinge und Helfende.

Berliner Philharmonie - Ort des Sonderkonzerts am 1. März 2016

Berliner Philharmonie – Ort des Sonderkonzerts am 1. März 2016

Am Dienstag, dem 1. März 2016 um 18 Uhr laden die Berliner Philharmoniker, das Konzerthausorchester Berlin und die Staatskapelle Berlin Flüchtlinge, ihre Familien sowie Helferinnen und Helfer zu einem Konzert in die Philharmonie ein. Die drei Orchester, ihre Chefdirigenten Daniel Barenboim, Iván Fischer und Sir Simon Rattle und die Intendanten möchten mit dem Konzert Menschen, die aus ihrer Heimat geflohen sind, willkommen heißen und zugleich den vielen Helferinnen und Helfern für ihr haupt- und ehrenamtliches Engagement danken.
Daniel Barenboim, Iván Fischer und Sir Simon Rattle: „Musik ist unsere internationale Sprache, die die Menschen überall erreicht und berührt. Als Musiker fühlen wir uns auf der ganzen Welt willkommen. Wir wünschen uns, dass dies auch für Menschen gilt, die vom Schicksal schwer getroffen sind und die durch Krieg, Hunger oder Verfolgung gezwungen wurden, ihre Heimat zu verlassen. Mit unserem gemeinsamen Konzert möchten wir den geflüchteten Familien ein Zeichen des Willkommens geben sowie ihren Helferinnen und Helfern gegenüber unseren Dank und unsere Anerkennung zum Ausdruck bringen.“
Auf dem Programm stehen Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Sergej Prokofjew und Ludwig van Beethoven. Die Staatskapelle Berlin spielt Mozarts Klavierkonzert d-Moll KV 466 mit Daniel

Barenboim in der Doppelfunktion als Dirigent und Solist. Das Konzerthausorchester führt unter der Leitung von Iván Fischer die 1. Symphonie von Prokofjew auf, die sogenannte „Klassische“. Zum Abschluss des Abends erklingen der zweite und vierte Satz aus Beethovens 7. Symphonie, aufgeführt von den Berliner Philharmonikern unter Sir Simon Rattle.

Die Konzerttickets sind kostenfrei; das Konzert kann nur nach Anmeldung besucht werden. Hilfsorganisationen, Institutionen, Vereine und Initiativen, die in der Flüchtlingshilfe aktiv sind, können Flüchtlinge und Helfende für das Konzert anmelden. Weitere Informationen sind den Konzertkalendern der drei beteiligten Orchester zu entnehmen.

http://www.berliner-philharmoniker.de/konzerte/kalender/
http://www.konzerthaus.de/programm#

http://www.staatsoper-berlin.de/de_DE/calendar-2015-2016

Was einen Fußballtrainer und einen Dirigenten verbindet

Fußballspiel und Orchesterspiel haben durchaus Gemeinsamkeiten. Nicht nur, was den Teamgeist betrifft. Das Konzerthausorchester Berlin und Chefdirigent Iván Fischer ist an Bundesligist Hertha BSC und Trainer Pál Dárdai näher dran als gedacht. Nicht nur, dass beide Chefs aus Ungarn stammen; sie haben auch ähnliche Funktionen. Und der Jubel des Publikums ist fast identisch (im Konzertsaal allerdings ohne Fangesänge und -fahnen…).

Machen irgendwie etwas ähnliches: ein Team dirigieren.

Machen irgendwie etwas ähnliches: ein Team dirigieren.

 

Ein wirklich sehenswertes Video. Nicht das erste gute vom Konzerthaus Berlin.