Die Nürnberger Symphoniker und die Staatsphilharmonie Nürnberg haben sich am Samstag, den 19. März 2016, musikalisch hörbar gegen Hass und Fremdenfeindlichkeit gewandt. Gemeinsam mit Anhängern von SPD und Bündnis 90/DIE GRÜNEN, weiteren demokratischen Parteien, der Gewerkschaft ver.di und anderen Organisationen waren die Orchestermitglieder dem spontanen Aufruf der Deutschen Orchestervereinigung (DOV) zu einer Gegen-Demonstration gefolgt. Rund 500 TeilnehmerInnen zeigten mit ihrem Engagement, dass sie rechtsextremem Gedankengut in Nürnberg keinen Platz lassen wollen. In den beiden Orchestern spielen Mitglieder aus über 20 Nationen zusammen.

Nürnberg: Musikalischer Protest gegen Rechtsextremis (c) Sebastian Thiel
Nürnberg: Musikalischer Protest gegen Rechtsextremismus – (c) Sebastian Thiel

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„Nügida“ und die rechtsextreme Partei „Die Rechte“ hatten zu einer Demo vor dem SPD-Haus in Nürnberg aufgerufen, u.a. um für die Auflösung von SPD, der Grünen und „linker“ Gewerkschaften, namentlich ver.di, Stimmung zu machen. 1933 hatte die SA das seinerzeitige Verlagshaus der Sozialdemokraten gestürmt und verwüstet. Am Samstag fanden sich nicht einmal zwei Dutzend rechte Demonstranten ein. In Dresden oder Leipzig sahen die Zahlenverhältnisse bei ähnlichen Anlässen in jüngerer Zeit anders aus. Umso ermutigender, dass die demokratischen Parteien, Gewerkschaften und Verbände in Nürnberg so viele Anhänger mobilisieren konnten.