Concerti-Klassikstudie 2016 „Typisch Klassik“: Nachfrage nach klassischer Musik ist deutlich besser als erwartet!

Die bundesweit repräsentativ online erhobene Klassikstudie wurde heute am 7. April 2016 in Frankfurt/Main auf der Musikmesse vorgestellt. Auftraggeber ist die Zeitschrift concerti. Die Erhebung und Auswertung erfolgte durch Prof. Michael Haller (Hamburg Media School) auch unter Einbeziehung aktueller Erhebungen des Instituts Allensbach.

Panel zur Studienvorstellung in Frankfurt/Main

Panel zur Studienvorstellung in Frankfurt/Main

Erste wesentliche Ergebnisse: Etwa ein Drittel der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland hört klassische Musik (von „sehr gern“ bis „auch noch gern“). Dieser Anteil liegt deutlich höher, als bisher angenommen. Diese Bevölkerungsgruppe setzt sich aus allen Altersgruppen und nicht nur aus älteren Menschen zusammen. Überraschend: Insbesondere bei der Gruppe der unter 30 Jährigen besteht eine hohe Klassikaffinität. Dabei kommt dem Live-Erlebnis eine wichtige Bedeutung zu. Die Schranke zwischen U- und E-Musik scheint inzwischen aufgelöst. Klassische Musik ist bei den musikalisch Interessierten in den täglichen Ablauf integriert, nicht nur (aber auch) zur Entspannung. Die Klassikaffinität ist deutlich höher bei Menschen, die selbst aktiv vokal oder instrumental musizieren (zwei Drittel der Befragten). 17 Prozent der Befragten streamen klassische Musik, 35 Prozent schauen sich Klassikvideos im Internet (z.B. auf YouTube) an.

Das potenziell zusätzliche Klassikpublikum ist insgesamt gewachsen („Das Stück kenne ich zwar nicht, hört sich aber interessant an, da gehe ich mal hin“). Nur 41 Prozent der Befragten messen dem Musikunterricht eine wesentliche Rolle bei Entwicklung der Klassikliebe zu. Mehr als die Hälfte der Befragten kam als Kind (Etern, Familie) mit klassischer Musik in Kontakt. Insgesamt ist der Klassikmarkt fragmentierter (spezialisierter) geworden. Fast 65 Prozent bewerten klassische Musik als entspannend, über 80 Prozent als emotional berührend, immerhin 44 Prozent als unterhaltend. Am beliebtesten sind große Konzertformate, gefolgt von Kammerkonzerten; Oper und besonders Operette scheiden bei der Beliebtheit schlechter ab. Die Entscheidung ein Konzert zu besuchen, hängt überwiegend von Programm (fast 80 Prozent) und Interpreten (über 70 Prozent), weniger vom Eintrittspreis (25 Prozent) ab.

Die vollständige Auswertung der Klassikstudie wurde für Juni 2016 angekündigt.

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2 Gedanken zu “Concerti-Klassikstudie 2016 „Typisch Klassik“: Nachfrage nach klassischer Musik ist deutlich besser als erwartet!

  1. Ein hoffnungsvolle Ergebnis!

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