Bamberg: 427.000 Euro durch Benefizkonzert mit Lang Lang und Bamberger Symphonikern

Ein gutes und prominentes Beispiel, wie Orchester Gutes tun können: Das Benefizkonzert zugunsten der Stiftung Weltkulturerbe Stadt Bamberg mit dem chinesischen Starpianisten Lang Lang und Jonathan Nott mit den Bamberger Symphonikern in der ausverkauften Brose Arena war ein voller Erfolg. Die Besucher waren von dem „kulturellen Highlight“ durchweg begeistert. Auch hinsichtlich der erzielten Einnahmen wurden alle Erwartungen für den guten Zweck mehr als erfüllt: Durch den Ticketverkauf und die großzügig eingegangenen kleinen und großen Spenden konnte ein sensationeller Erlös von rund 427.000 € erzielt werden.

Lang Lang beim Eintrag in das goldene Buch der Stadt Bamberg (c) Lara Müller Stadtarchiv

Lang Lang beim Eintrag in das goldene Buch der Stadt Bamberg (c) Lara Müller Stadtarchiv

Bereits vier erfolgreiche Benefizkonzerte der Stiftung Weltkulturerbe Stadt Bamberg halfen mit, die Denkmäler und den Charme der Welterbestadt Bamberg zu erhalten. Der Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung Weltkulturerbe Stadt Bamberg Michael Stoschek ist Initiator und treibende Kraft für diese Konzertreihe. Oberbürgermeister Andreas Starke dankte ihm „für sein großes Engagement für die gute Idee.“ Für das diesjährige Konzert mit Lang Lang wurden insgesamt 5.423 Tickets verkauft. Die Brose Arena war bis auf den letzten Platz gefüllt und die Besucher reisten für dieses außergewöhnliche musikalische Erlebnis auch von weit her an. Die eigentlich für packende  Basketball-Spiele bekannte Halle erwies sich mithilfe des Einsatzes ausgefeilter akustischer Technik auch der klassischen Musik gewachsen.

„Vor einem so großen und begeisterten Publikum haben die Bamberger Symphoniker in ihrer Heimatstadt noch nicht gespielt. Ich danke allen Beteiligten, die dieses Konzert zu einem einmaligen Erfolg für die Weltkulturerbstiftung gemacht haben“, so Michael Stoschek. Viele Mitwirkende, auch die Bamberger Symphoniker, verzichteten auf ihr Honorar. Das Benefizkonzert trug dazu bei, die breite Öffentlichkeit auch überregional auf die baulichen und finanziellen Probleme von St. Michael aufmerksam zu machen.

„Wir freuen uns außerordentlich“, so Symphoniker-Intendant Marcus Rudolf Axt, „dass durch unser Benefizkonzert ein so hoher Erlös erzielt werden konnte, der nun der Rettung eines der Wahrzeichen Bambergs zugutekommen wird. Es war für unsere Musikerinnen und Musiker wie für unseren Chefdirigenten Jonathan Nott eine beglückende Erfahrung, allein durch die Kraft der Musik ein so zahlreiches Publikum zu mobilisieren – ein Publikum, das unter Umständen auf diesem Weg zum ersten Mal in Kontakt mit klassischer Musik gekommen ist.“

Der Betrag in Höhe von  rund 427.000 Euro fließt ausschließlich in die Sanierung der ehemaligen Klosterkirche St. Michael. Diese Kirche mit ihren vielfältigen Kunstschätzen, dem Grab des Hl. Ottos und dem berühmten „Himmelsgarten“ an der Kirchendecke liegt den Bambergern und den Besuchern besonders am Herzen. Aufgrund herabstürzender Putzteile und akuter Einsturzgefahr musste im November 2012 die Kirche aus Sicherheitsgründen für die Öffentlichkeit gesperrt werden. Seitdem sind umfangreiche Untersuchungen durchgeführt worden, welche ein erschreckendes Schadensbild zutage brachten. In den nächsten Jahren ist eine umfassende Kirchensanierung erforderlich.

Die Stadt Bamberg hat sich bedankt bei Firmen und Institutionen, die das Projekt unterstützt und damit einen erheblichen Teil zum Reingewinn zugunsten der Weltkulturerbestiftung beigetragen haben: allen voran die VW Volkwagen AG Wolfsburg, Benita von Maltzahn; Stiftung Bamberger Symphoniker – Bayerische Staatsphilharmonie, Marcus Rudolf Axt; Veranstaltungsservice Bamberg GmbH, Gaby Heyder; Bamberg Congress und Event GmbH, Horst Feulner; Bayerischer Rundfunk, Dr. Kathrin Degmair, Dr. Ursula Adamski-Störmer; Mediengruppe Oberfranken GmbH & Co. KG, Sandra Zimmermann; Bamberger Rundfunk GmbH & Co. Studiobetriebs KG, Mischa Salzmann, Stefan Jäkel; J. C. NEUPERT GmbH & Co. KG, Hallstadt, Wolf Dieter Neupert; Druckerei Distler GbR, Hirschaid, Marcus und Manfred Distler; Welcome Hotel Residenzschloss Bamberg, Udo Ziegler, Sandra Schweigert; Gärtnerei Böhmerwiese, Ralf Böhmer; Malteser Hilfsdienst e.V.; Freiwillige Feuerwehr Bamberg e.V.

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Wie Orchester mit Musik ein Beitrag zur Integration leisten können

Am 14. Mai 2016 fand in Nordsachsen der zweite Integrationstag der Sächsischen Bläserphilharmonie mit ihrem Chefdirigenten Thomas Clamor unter dem Titel „(Noten-)Schlüssel zur Integration“ in Grimma statt.

Der Einladung zur musikpädagogischen Willkommensfeier des Landkreises Leipzig und der Stadt Grimma folgten rund 300 Asylsuchende und Flüchtlinge aus dem Landkreis Leipzig. Flüchtlingsfamilien bekamen die Chance, sich im Rahmen eines Instrumentenkarussells an einem Instrument auszuprobieren oder auf bereits vorhandene Instrumentenkenntnisse aufzubauen. Unter Anleitung der Mitglieder der Sächsischen Bläserphilharmonie probten die Teilnehmer an den Instrumenten, um mit anderen Instrumentalisten der Region ein Konzert am Nachmittag zu gestalten.

Dazu wurde im Auftrag des Orchesters ein Kurzfilm erstellt, der das Projekt vorstellt und der hier angeschaut werden kann.

Weitere Informationen zum Projekt „(Noten-)Schlüssel zur Integration“ sind auf der Orchester-Homepage unter http://www.saechsische-blaeserphilharmonie.de/orchester/notenschluessel-zur-integration.html zusammengestellt.

 

Orchester in Deutschland – ein Überblick

Die Orchesterszene in Deutschland ist in ihrer Tradition und Vielfalt weltweit einzigartig. Wussten Sie zum Beispiel, dass das älteste, bis heute durchgängig existierende deutsche Orchester bereits 1502 gegründet wurde? Oder dass die deutsche Orchester- und Theaterlandschaft seit Dezember 2014 auf der nationalen Liste des immateriellen Kultuerbes der Deutschen UNESCO Kommission steht?

Aktuelle Orchesterstrukturkarte (c) DMR-MIZ

Aktuelle Orchesterstrukturkarte (c) DMR-MIZ

Hierüber und über zahlreiche andere Fakten, Zahlen und Entwicklungen der Orchesterlandschaft veröffentlicht das Deutsche Musikinformationszentrum in Bonn einen regelmäßig aktualisierten Fachartikel sowie Zahlentabellen und Grafiken.

Der Überblick über die deutsche Orchesterlandschaft wurde gerade zum 1. Juni 2016 neu überarbeitet und ist hier zu finden: http://www.miz.org/static_de/themenportale/einfuehrungstexte_pdf/03_KonzerteMusiktheater/mertens.pdf