Wenn Chefdirigent Marcus Bosch am 13. September in der Halle 207 den Stab zum 1. Philharmonischen Konzert der neuen Saison hebt, dann wird die Norddeutsche Philharmonie Rostock wieder in gewohnter Größe musizieren. Die knapp 70 MusikerInnen lassen unter dem Motto „Himmlischer Auftakt!“ die 4. Symphonie von Gustav Mahler und das 1. Violinkonzert von Max Bruch erklingen.

Coronagetestet geht die Norddeutsche Philharmonie mit voller Stärke in die neue Saison Foto: Thomas Häntzschel

Dass dieses Konzert mit großer Orchesterbesetzung, welches Marcus Bosch zu seinem Amtsantritt programmiert hat, so stattfinden kann, ist einem besonderen Rostocker Pilotprojekt zu verdanken. Kern der Maßnahme ist ein Hygienekonzept, das u.a. auf fest vordefinierte Gruppen und regelmäßige Rachenabstriche zum Nachweis einer COVID-19-Infektion der MusikerInnen setzt. Dieses innovative Konzept der modernen Hygiene- und Infektionsbegleitung der COVID-19-Pandemie hat das Rostocker Biotech-Unternehmen Centogene GmbH gemeinsam mit dem Volkstheater-Intendanten Ralph Reichel und dem Chefdirigenten Marcus Bosch auf den Weg gebracht.

„Kunst und Kultur müssen in Deutschland auch in Zeiten von Corona möglich gemacht werden. Wir sind ganz besonders stolz als Partner unserer Modellprojekte die Norddeutsche Philharmonie Rostock als lokales Ensemble unterstützen zu können. Diese Kooperation leistet einen entscheidenden Beitrag für die gesellschaftliche Akzeptanz und Möglichkeit eines ungehinderten Zugangs zu Kunst und Kultur in dieser Pandemiezeit. Die MusikerInnen und KünstlerInnen können in einer befreiten Umgebung spielen, sobald diese negativ auf das Vorliegen einer SARS-CoV-2-Infektion getestet wurden. Derzeit gibt es keinen wichtigeren prädiktiven Faktor, der eine akute Infektiosität ausschließen kann, als eine negative PCR-Testung aus einem Rachenabstrich“, sagte Arndt Rolfs, Vorstandsvorsitzender Centogene.

Die Norddeutsche Philharmonie, das Orchester des Volkstheaters Rostock, ist der erste Klangkörper in Deutschland, der damit wieder einen normalen Konzertspielbetrieb pflegen kann. Das Pilotmodell läuft bis Jahresende. „Ich bin über alle Maßen froh und glücklich, dass wir diese Möglichkeit hier in Rostock haben und für unser Publikum sowie unsere MusikerInnen eine Rückkehr zur Normalität organisieren können“, so Marcus Bosch.

Volkstheater-Intendant Ralph Reichel ist ein weiterer Aspekt wichtig: „Der Unterstützung durch Centogene und Arndt Rolfs verdanken wir die Möglichkeit, auch externe GastkünstlerInnen zu testen, in unser Hygienekonzept einzubinden und so Aufführungen in bewährter Vielfalt anbieten zu können. Das ist eine unwahrscheinlich großzügige Hilfe, die uns in jeder Hinsicht den Rücken stärkt. Wir möchten uns für die Kooperation sehr herzlich bedanken.“ Auch weitere Orchester könnten von dem Modell profitieren: Als Vorsitzender der Vereinigung der ChefdirigentInnen und GeneralmusikdirektorInnen – kurz GMD-Konferenz – hat Marcus Bosch die Erweiterung des Pilotprojekts auf 15 Klangkörper angeregt.