Deutsche Orchesterkonferenz 2018 in Halle/Saale

Diesen Termin sollte man sich vormerken: am 24. April 2018 findet die nächste Deutsche Orchesterkonferenz in Halle/Saale statt. Die ganztätige Veranstaltung in der Georg-Friedrich-Händel Halle befasst sich mit Musikvermittlung und Qualitätsmanagement im Rundfunk sowie für Orchester, Konzerthäuser.

Sprecher und Diskutanten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden diskutieren mit Kultur- und Medienpolitikern, mit Praktikern und Moderatoren aus der Musikvermittlung, mit Rundfunkverantwortlichen und Konzerthauschefs. Die Veranstaltung richtet sich vorrangig an Orchester- und Chormanager, Mitglieder professioneller Orchester und Chöre, Musikvermitler*innen, Kulturpolitiker*innen, Kulturmanager*innen und sonstige Interessierte.

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung erforderlich. Weitere Informationen zum Programm demnächst auf der Webseite der Deutschen Orchestervereinigung unter „Deutsche Orchesterkonferenz“ (www.dov.org).

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Orchester müssen immer wieder ihre eigene Geschichte erzählen

Hinter jedem Orchester steht eine einzigartige Geschichte mit wiederum vielen kleinen Geschichten und Anekdoten. Das Geschichtenerzählen, im Marketingsprech: „story telling“ genannt, wird heute immer wichtiger; gerade bei der Kommunikation über die sozialen Medien wie Facebook, Youtube und Twitter.

Entscheidend für den nachhaltigen Erfolg von story telling ist die glaubwürdige Umschreibung des Markenkerns. Wofür steht das Orchester? Was ist seine Einzigartigkeit? Wodurch lässt sie sich authentisch darstellen? Was ist die „core story“, die Hauptgeschichte und wesentliche Botschaft, von der sich alle anderen Botschaften (und kleinere Geschichten) nach dem Modell eines alten Baumes mit seinem Stamm, vielen Ästen und unzähligen Blättern ableiten?

 

Das Beispiel der Bamberger Symphoniker, die sich aus Anlass ihres 70jährigen Jubiläums in 2016 Jahr auf ihre böhmischen Wurzeln in Prag besonnen haben, zeigt sehr gut, wie eine core story funktioniert. Da wird in einem 15-Minuten-Video die Konzertreise der Bamberger Symphoniker nach Prag (unterlegt von Mahlers 1. Sinfonie) zur Entdeckung der eigenen Geschichte, der Wurzeln und des eigenen Klangideals.

Eine perfekte Vorbereitung zum Weitererzählen dieser Geschichte, nachdem der neue, erst 35 Jahre alte, aus Tschechien stammende Chefdirigent Jakub Hrůša im Sommer dieses Jahres das Orchester übernommen hat. Da lassen sich dann auch in Zukunft viele weitere Geschichten rund um das Orchester und seine Musiker erzählen, die auf dieser core story aufbauen.

Wie Orchester mit Musik ein Beitrag zur Integration leisten können

Am 14. Mai 2016 fand in Nordsachsen der zweite Integrationstag der Sächsischen Bläserphilharmonie mit ihrem Chefdirigenten Thomas Clamor unter dem Titel „(Noten-)Schlüssel zur Integration“ in Grimma statt.

Der Einladung zur musikpädagogischen Willkommensfeier des Landkreises Leipzig und der Stadt Grimma folgten rund 300 Asylsuchende und Flüchtlinge aus dem Landkreis Leipzig. Flüchtlingsfamilien bekamen die Chance, sich im Rahmen eines Instrumentenkarussells an einem Instrument auszuprobieren oder auf bereits vorhandene Instrumentenkenntnisse aufzubauen. Unter Anleitung der Mitglieder der Sächsischen Bläserphilharmonie probten die Teilnehmer an den Instrumenten, um mit anderen Instrumentalisten der Region ein Konzert am Nachmittag zu gestalten.

Dazu wurde im Auftrag des Orchesters ein Kurzfilm erstellt, der das Projekt vorstellt und der hier angeschaut werden kann.

Weitere Informationen zum Projekt „(Noten-)Schlüssel zur Integration“ sind auf der Orchester-Homepage unter http://www.saechsische-blaeserphilharmonie.de/orchester/notenschluessel-zur-integration.html zusammengestellt.

 

Orchester in Deutschland – ein Überblick

Die Orchesterszene in Deutschland ist in ihrer Tradition und Vielfalt weltweit einzigartig. Wussten Sie zum Beispiel, dass das älteste, bis heute durchgängig existierende deutsche Orchester bereits 1502 gegründet wurde? Oder dass die deutsche Orchester- und Theaterlandschaft seit Dezember 2014 auf der nationalen Liste des immateriellen Kultuerbes der Deutschen UNESCO Kommission steht?

Aktuelle Orchesterstrukturkarte (c) DMR-MIZ

Aktuelle Orchesterstrukturkarte (c) DMR-MIZ

Hierüber und über zahlreiche andere Fakten, Zahlen und Entwicklungen der Orchesterlandschaft veröffentlicht das Deutsche Musikinformationszentrum in Bonn einen regelmäßig aktualisierten Fachartikel sowie Zahlentabellen und Grafiken.

Der Überblick über die deutsche Orchesterlandschaft wurde gerade zum 1. Juni 2016 neu überarbeitet und ist hier zu finden: http://www.miz.org/static_de/themenportale/einfuehrungstexte_pdf/03_KonzerteMusiktheater/mertens.pdf

 

Studierendenprotest der HfM FRANZ LISZT Weimar gegen Abbau von Orchester- und Theaterstellen

Als Reaktion auf das Thesenpapier „Perspektive 2025“ von Prof. Benjamin-Immanuel Hoff, Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Thüringer Staatskanzlei, führen die Studierenden der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar seit Dezember 2015 eine Postkartenaktion durch.

Und ab geht die Post! (c) StuRa HfM Weimar

Und ab geht die Post! (c) StuRa HfM Weimar

Circa 300 rote Karten mit dem Slogan „sind wir kunst oder können wir weg?“ wurden seither an die Staatskanzlei verschickt. Auf der Rückseite der Postkarte ist die Positionierung der Studierendenschaft zu lesen. Sie beinhaltet die Forderung an Thüringens Kulturminister, die Pläne zur Umstrukturierung der Orchester- und Theaterlandschaft zu überdenken. Jeder der Studierenden, der bisher eine Postkarte unterschrieben und an Minister Hoff geschickt hat, fordert von Thüringens Kulturminister „mehr Mut zur Investition in Kultur sowie ein klares Bekenntnis zur Notwendigkeit von Kultur und kultureller Bildung in unserer Gesellschaft“.
Mit der Postkartenaktion und der Frage „sind wir kunst oder können wir weg?“ möchten die Studierenden auf den bedrohten Stellenwert von Kunst und Kultur in der Gesellschaft aufmerksam machen. Sie weisen auf die durch Orchester- und Theaterfusionen gefährdete berufliche Zukunft von Künstlern und Kulturschaffenden in Thüringen hin. Es ist ein Aufschrei über die Perspektiven in diesem Land: „Sie berauben uns unserer Zukunft und Identität!“, heißt es. Zudem betonen die Studierenden die Bedeutung des Deutschen Nationaltheaters für den Studienstandort Weimar und die Ausbildung an der dortigen Musikhochschule.

Die Postkartenaktion umrahmt den offenen Brief der Studierenden, der im Dezember an Minister Hoff ging und in dem ihre Positionierung und ihre Forderungen ausführlicher erläutert werden. Bisher hat circa die Hälfte aller Studierenden der HfM FRANZ LISZT Weimar eine Postkarte abgeschickt. Ziel ist, dass die rote Kartenflut in der Staatskanzlei nicht abebbt, bis alle Studierenden teilgenommen haben.

Weihnachtswunsch: Mehr Kulturpolitik mit Weitblick statt vorauseilender Gehorsam

Die Kulturpolitik einzelner Bundesländer schadet vor allem Orchestern und Theatern. Zu vielen Politikern fehlt die Empathie für das, was Orchester und Musik in der Gesellschaft bewirken. Der Berliner Zeichner Thilo Krapp nimmt erneut in diesem Sinne und aus aktuellem Anlass den Thüringer Kulturminister Benjamin Immanuel Hoff aufs Korn…

TK_Vorsorglicher_Stellenabbau

Dagegen stehen die weitblickenden Aussagen des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker zur Kulturverantwortung der öffentlichen Hand wie ein Fels in der Brandung. Diese Aussagen und Bekenntnisse kann man nicht oft genug wiederholen und weiter verbreiten. Das wünschen wir uns (nicht nur) zu Weihnachten.

Kulturförderung_von_Weizsäcker

Ausübende Künstler fair bezahlen: Petition unterzeichnen

Glauben Sie, dass ausübende Künstlerinnen und Künstler fair bezahlt werden sollten? Wenn ja, können Sie dabei helfen: Unterzeichnen Sie einfach die Petition der Kampagne Fair Internet for Performers und teilen Sie sie mit Freunden und Kollegen über Ihre Social Media-Netzwerke. Nur das Bewusstsein für eine faire Bezahlung schafft den nötigen Rechtsrahmen für ausübende Künstler in Europa.

Cartoon fair internet campaign

Zu den Organisatoren der Kampagne gehört die internationale Musikergewerkschaft FIM.

Weitere Informationen zur Petition und das Formular zum Unterzeichnen finden Sie hier.