Zur neuen Spielzeit: Die Ärmel hochkrempeln!

Die Konzert- und Spielzeitpause geht zu Ende, erste Orchester, Rundfunkchöre und Bigbands starten in eine neue Saison. Was erwartet uns in den kommenden Monaten? Die öffentlichen Rundfunkanstalten sehen sich einem weiter steigenden Druck in der Debatte um ihre Legitimation und Finanzierung ausgesetzt: Zeitungsverleger und ihre Printmedien, Vertreter des privaten Rundfunks und der Medienpolitik – alle zerren an ARD, ZDF und Deutschlandfunk. Zwar hat das Bundesverfassungsgericht vor wenigen Wochen die Haushaltsabgabe ganz überwiegend für verfassungsgemäß erklärt. Auch scheint der Streit halbwegs geklärt, wie viele presseähnliche Angebote die Rundfunksender machen dürfen. Aber noch immer ist keine schlüssige Antwort gefunden, wie in Zukunft eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung der Anstalten und damit ihres Bildungs- und Kulturauftrags – einschließlich der Klangkörper – aussehen soll. Das lässt Raum für verwegene Spekulationen und politische Forderungen jeglicher Couleur.

Gute Aktion: der WDR zeigt mit vier Klangkörpern Flagge!

Was kann in dieser Lage getan werden? Der WDR jedenfalls zeigt Flagge. Am 8. September lässt er alle vier Klangkörper gemeinsam in einem Konzert zur neuen Saison auftreten. WDR Sinfonieorchester, Funkhausorchester, Chor und Bigband zeigen die gesamte Bandbreite ihrer musikalischen Möglichkeiten. Damit hoffentlich jeder merkt, warum Rundfunkgebühren hier gut investiert sind und am Ende auch einer gelebten kulturellen Vielfalt dienen. Zu deren Schutz sich Deutschland ja auch völkerrechtlich verpflichtet hat.

Für die Kommunal- und Staatsorchester ergibt sich in der neuen Saison ein gemischtes Bild: neue Chefdirigenten oder Theaterleitungen bringen frischen Wind, von Frankfurt (Oder) bis Ludwigshafen. In Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg verbessern sich die grundsätzlichen Rahmenbedingungen der Kulturfinanzierung, wobei für die DOV eine Menge kleinteilige Tarifarbeit und Lobbying bevorstehen.

Jetzt gilt es, aus viele Jahre geltenden Notlagen-Tarifverträgen herauszukommen, und in möglichst großen Schritten wieder Anschluss an die geltenden Flächentarife zu erreichen. In Bayern fordert die DOV, die Finanzierung der nichtstaatlichen Orchester zu verbessern, ebenso in Hamburg für die dortigen Symphoniker. Tarifpolitisch geht es in den kommenden Monaten gegenüber dem Deutschen Bühnenverein um die Debatte der TVK-Vergütungsstruktur.

Also: Die Ärmel hochkrempeln und los geht’s!

Gerald Mertens, Geschäftsführer der DOV

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Bilanz 2017/18: Berliner Staatsoper Unter den Linden mit Auslastung von 94%

Insgesamt hat die Staatsoper Unter den Linden in der Spielzeit 2017/18 zu rund 272 Veranstaltungen eingeladen, darunter zu 14 Musiktheater-Premieren im großen Haus und in der Neuen Werkstatt, zu 13 Opernwerken aus dem Repertoire und 87 Konzerten. Insgesamt wurde eine Auslastung von 94% erreicht.

Staatsoper für alle!

Über 196.000 Besucher kamen zu den Veranstaltungen der Staatsoper und Staatskapelle in Berlin sowie zusätzlich über 15.000 Besucher (exklusive Buenos Aires) zu den Gastspielkonzerten von Daniel Barenboim und der Staatskapelle Berlin in Dresden, Paris, Wien und Salzburg. Gleich zwei Mal gab es in dieser Spielzeit STAATSOPER FÜR ALLE – bei freiem Eintritt dank BMW Berlin: Zum Auftakt des PRÄLUDIUMS zur Wiedereröffnung der Staatsoper fand am 30. September 2017 ein Live-Konzert der Staatskapelle Berlin und Daniel Barenboim mit über 45.000 Besucherinnen und Besuchern auf dem Bebelplatz statt und auch die weiteren Opernvorstellungen und Konzerte rund um die Wiedereröffnung wurden live übertragen. Über 60.000 Besucher erlebten außerdem im Juni 2018 das 12. STAATSOPER FÜR ALLE-Wochenende mit dem Sinfoniekonzert der Staatskapelle Berlin und Daniel Barenboim und der Opern-Live-Übertragung von Verdis MACBETH.

Großen Zuspruch bei Publikum und Presse fanden in der Spielzeit 2017/18 die Premieren von Richard Wagners TRISTAN UND ISOLDE (Regie: Dmitri Tcherniakov) mit Andreas Schager und Anja Kampe in den Titelpartien als Fortsetzung der langen Wagner-Tradition von Staatsoper und Staatskapelle, von Giuseppe Verdis FALSTAFF (Regie: Mario Martone) im Rahmen der diesjährigen FESTTAGE mit Michael Volle und von Verdis MACBETH (Regie: Harry Kupfer) mit Plácido Domingo und Anna Netrebko – alle drei Werke wurden von Daniel Barenboim dirigiert.

Neben acht Abonnementkonzerten der Staatskapelle Berlin – u. a. mit Solisten wie Maurizio Pollini, Renaud Capuçon, Lisa Batiashvili, Nadine Sierra, Anna Prohaska, Marianne Crebassa und Michael Volle sowie mit Gastdirigenten wie François-Xavier Roth, Christoph von Dohnányi und Sir Antonio Pappano – eröffneten Daniel Barenboim und die Staatskapelle Berlin in dieser Spielzeit erneut das Musikfest Berlin, diesmal mit Anton Bruckners 8. Sinfonie. Am 7. Oktober 2017 spielte die Staatskapelle Berlin unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim als Dank an alle Berlinerinnen und Berliner das erste KONZERT FÜR BERLIN bei freiem Eintritt im Opernhaus.

Den Schwerpunkt des Konzertprogramms der Staatskapelle bildeten in dieser Saison Werke von Claude Debussy, dessen Todestag sich im März 2018 zum 100. Mal jährte. Seine Kompositionen waren bei vier Abonnementkonzerten, bei zwei FESTTAGE-Konzerten, beim Gastspiel der Staatskapelle im Wiener Musikverein, beim STAATSOPER FÜR ALLE-Konzert sowie beim KONZERT FÜR BERLIN zu erleben. Bei den FESTTAGE-Konzerten waren die Wiener Philharmoniker zu Gast, ebenso wie Martha Argerich, Anna Prohaska, Marianne Crebassa, Anna Lapkovskaja und Maria Furtwängler, die Debussys selten aufgeführtes Werk »Le Martyre de Saint-Sébastien« konzertant darboten. Anlässlich seines 75. Geburtstags gab Daniel Barenboim im November 2017 gemeinsam mit der Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Zubin Mehta ein Benefizkonzert.

Mit Beginn der Spielzeit 2018/19 sind BMW und UBS Hauptpartner der Staatsoper Unter den Linden.

Studierende kommen für 1 Euro in Veranstaltungen der TUP Essen

Studierende der Universität Duisburg Essen haben auch in der kommenden Spielzeit 2018/2019 die Möglichkeit, mit dem KulturTicket Aufführungen und Konzerte der Theater und Philharmonie Essen (TUP) für einen Euro zu besuchen. Die Kooperation zwischen dem Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) und der TUP wird verlängert und gilt nun auch für das kommende Semester. Im vergangenen Oktober fiel der Startschuss für das Angebot, das sehr schnell zur Erfolgsgeschichte wurde: Gleich im ersten Semester haben 2.400 Studierende ein KulturTicket, also den Berechtigungsausweis für den Erwerb der Ein-Euro-Eintrittskarten, beantragt. Vielfach wurde daraufhin an AStA und TUP der Wunsch herangetragen, dieses Angebot fortzusetzen. Diesem Wunsch wurde nun entsprochen.

Freuen sich über preiswerte TUP-Tickets: Esther Smollich, Tina Stoll, Carlotta Kühnemann, Tatevik Sedrakyan (Foto: AStA Uni Duisburg-Essen)

Carlotta Kühnemann, AStA-Vorsitzende der Universität Duisburg-Essen, zieht ein positives Fazit: „Das Interesse am KulturTicket und die intensive kulturelle Teilhabe unserer Studis an der Theaterwelt übertrifft unsere persönlichen Erwartungen! Gerade bei einer Universität mit einem so großen Pendlerinnen- und Pendleranteil ist das nicht selbstverständlich. Das Ticket bereichert das studentische Leben in der Universitätsstadt Essen und wirkt so dem Phänomen ‚Pendeluni‘ entgegen. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit der TUP!“

Berger Bergmann, Geschäftsführer der TUP, betont: „Mit dem KulturTicket haben wir vielen Studierenden den Besuch unserer Häuser erleichtert. Die große Nachfrage gleich im ersten Semester hat uns bestärkt, das Angebot weiterzuführen. Wir freuen uns, dass wir die Kooperation mit dem AStA fortsetzen können.“

Mit dem KulturTicket können nahezu alle Eigenveranstaltungen im Aalto-Theater, im Schauspiel Essen und in der Philharmonie Essen zum Preis von einem Euro besucht werden. Grundlage für die Kooperation ist ein gemeinsames Ziel: AStA und TUP sind bestrebt, den Studierenden eine umfassende kulturelle Bildung zu ermöglichen. Darüber hinaus sollen beide Institutionen als Bestandteile des städtischen Lebens im Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger weiter gefestigt werden.

Bild mit dem AStA der Universität Duisburg-Essen: (v.l.) Esther Smollich, Tina Stoll, Carlotta Kühnemann, Tatevik Sedrakyan (Foto: AStA Uni Duisburg-Essen).

 

Bayerische Staatsoper: Parsifal bei „Oper für alle“ und auf STAATSOPER.TV

Die bislang schon sehr erfolgreiche Open-Air-Saison der deutschen Opernhäuser und Orchester nimmt weiter Fahrt auf: In München können bei „Oper für alle“ am Sonntag, 8. Juli, bis zu 10.000 Opernbegeisterte die Neuproduktionen von Richard Wagners Parsifal erleben.

Oper für alle in München (Foto: Bayerische Staatsoper)

Der Eintritt ist dank dem langjährigen Partner BMW München frei. Die ausverkaufte Vorstellung wird auf dem Max-Joseph-Platz vor der Oper auf einer 50 m2 großen Leinwand übertragen. Generalmusikdirektor Kirill Petrenko hat die musikalische Leitung dieser Neuproduktion inne. Das Bühnenbild stammt von Georg Baselitz, einem der wichtigsten bildenden Künstler der Gegenwart. In der Inszenierung von Pierre Audi singen Jonas Kaufmann (Parsifal), Christian Gerhaher (Amfortas), René Pape (Gurnemanz), Wolfgang Koch (Klingsor) und Nina Stemme (Kundry).

Thomas Gottschalk führt zum vierten Mal durch diesen Oper-für-alle-Abend und trifft erneut Mitwirkende zu kurzen Interviews hinter den Kulissen.

Die Vorstellung wird zeitgleich via STAATSOPER.TV kostenfrei übertragen. Zusätzlich bietet die Bayerische Staatsoper einen 24-stündigen Video-on-Demand-Service ebenfalls auf STAATSOPER.TV am folgenden Tag an.

Oper für alle

So, 8. Juli 2018, 17.00 Uhr

Max-Joseph-Platz, Eintritt frei

Live-Stream

So, 8. Juli 2018, 17.00 Uhr

Video-on-demand (VoD)

Mo, 9. Juli 2018, 12 .00 Uhr bis Di, 10. Juli, 12 .00 Uhr

STAATSOPER FÜR ALLE 2018 begeistert über 62.000 Menschen in Berlin

#TrendwendeKlassik auch in Berlin: Klassische Musik ist gefragt. Insgesamt 62.000 Musikbegeisterte kamen an diesem Wochenende zur 12. Ausgabe von STAATSOPER FÜR ALLE auf den Bebelplatz (16. Juni knapp 40.000 und am 17. Juni 22.000 Besucherinnen und Besucher). Erstmals seit 2012 fand die Veranstaltung wieder im »klassischen« Format statt – mit einem Open-Air-Konzert bei strahlendem Sonnenschein am Samstagmittag und einer Opern-Live-Übertragung am Sonntagabend. Dank BMW Berlin war auch in diesem Jahr der Eintritt für alle Besucher frei.

Staatsoper für alle! (Archiv)

Bei dem Konzert am 16. Juni spielte die Staatskapelle Berlin unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim unter freiem Himmel Gioachino Rossinis Ouvertüre zu IL BARBIERE DI SIVIGLIA, Claude Debussys IBÉRIA aus IMAGES POUR ORCHESTRE sowie Igor Strawinskys LE SACRE DU PRINTEMPS. Zuvor wurden die Zuhörer auf dem komplett gefüllten Bebelplatz vom Schirmherrn des Formats, Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller zusammen mit Hans-Reiner Schröder, Direktor BMW Berlin, Intendant Matthias Schulz und Moderatorin Lisa Ruhfus begrüßt. Als Zugabe erklang die POLONAISE aus Peter I. Tschaikowskys EUGEN ONEGIN. Außerdem konnte das Konzert weltweit per Livestream miterlebt werden.

Am 17. Juni wurde die ausverkaufte Premiere von Verdis MACBETH mit Plácido Domingo in der Titelrolle und Anna Netrebko (Lady Macbeth) in der Inszenierung von Harry Kupfer live auf den Bebelplatz übertragen. Die musikalische Leitung der Staatskapelle Berlin übernahm Daniel Barenboim. Zum weiteren Ensemble gehörten Fabio Sartori (Macduff), Kwangchul Youn (Banquo), Florian Hoffmann (Malcolm), Evelin Novak (Kammerfrau), Jan Martiník (Mörder, Erscheinung), Dominic Barberi (Diener, Herold, Arzt) sowie Solisten des Kinderchors der Staatsoper. Nach dem Schlussapplaus in der Staatsoper verbeugten sich die Solisten, Daniel Barenboim und das Regieteam auch auf der Bühne auf dem Bebelplatz und wurden mit Standing Ovations von den vielen Tausend Opernfans begeistert gefeiert.

Matthias Schulz, Intendant der Staatsoper Unter den Linden: »Wir freuen uns sehr, dass auch in diesem Jahr wieder so viele Menschen zu STAATSOPER FÜR ALLE auf dem Bebelplatz zusammengekommen sind, um gemeinsam das Konzert und die Live-Übertragung von Macbeth zu erleben. Es war ein ganz besonderer Höhepunkt unserer Eröffnungssaison zurück in der Staatsoper Unter den Linden! Ich hoffe, dass wir uns alle in einem Jahr wiedersehen, wenn am 15. und 16. Juni 2019 das nächste STAATSOPER FÜR ALLE stattfindet.«

»Für die Staatskapelle Berlin und für mich ist STAATSOPER FÜR ALLE ein ganz wunderbarer Bestandteil der Spielzeit. Ich bin sehr froh, dass es in diesem Jahr erstmals wieder im ursprünglichen Format stattfinden konnte und dass wir so viele Menschen an dem Konzert- und dem Opernerlebnis teilhaben lassen konnten.«, so Daniel Barenboim.

STAATSOPER FÜR ALLE findet im kommenden Jahr am 15. und 16. Juni 2019 statt, mit der Live-Übertragung von Wagners »Tristan und Isolde« in der Regie von Dmitri Tcherniakov, dirigiert von Daniel Barenboim und mit u.a. Anja Kampe, Andreas Schager und René Pape sowie mit einem Open-Air-Konzert der Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Daniel Barenboim.

Dirigierwerkstatt 14. bis 17.6.18 in Berlin mit Simone Young

Vom 14. bis zum 17. Juni 2018 arbeiten zehn international ausgewählte Dirigentinnen und Dirigenten im Studiosaal der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin mit Mitgliedern renommierter Orchester, die ihr Dirigat kritisch hinterfragen werden.

Diese weltweit einzigartige Konstellation ermöglicht es jungen Dirigentinnen/en von den Erfahrungen der OrchestermusikerInnen zu profitieren. Die Werkstatt findet zum dritten Mal in bewährter Kooperation zwischen dem Dirigentenforum des Deutschen Musikrats und der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin statt. Rund 95 junge Dirigentinnen und Dirigenten aus 35 Ländern haben sich in diesem Jahr für die 16. Dirigierwerkstatt des Kritischen Orchesters beworben und steigerten die internationaler werdende Bewerberzahl um ca. 50% im Vergleich zum Vorjahr.

Kritisches Orchester 2017 (c) Simon Pauly

Zum ersten Mal wird die international renommierte Dirigentin und Professorin Simone Young als Mentorin für die Teilnehmer mitwirken. Die Künstlerische Leitung hat der 1. Konzertmeister der Staatskapelle Berlin Prof. Lothar Strauß inne. Prof. Heinz Schunk und Prof. Josef Schwab werden zu Stricharten und Bogentechniken referieren. Die Werkstatt findet in drei Runden statt, und nur die Teilnehmer, die sich in den Proben bewähren, erreichen die nächste Runde.

Am Sonntag, 17. Juni, 11:00 bis 15:00 Uhr ist die Probe der Finalisten der Dirigierwerkstatt für das Publikum geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Studiosaal der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin

Charlottenstraße 55
10117 Berlin-Mitte

Das „Kritische Orchester“ versammelt ehrenamtlich Mitglieder namhafter Orchester, u.a. der Staatskapellen Berlin und Dresden, der Orchester der Deutschen und der Komischen Oper, des Konzerthausorchesters Berlin, des Deutschen Symphonie Orchesters Berlin, des NDR Elbphilharmonie Orchesters, des Gewandhausorchesters Leipzig, des Niedersächsischen Staatsopernorchesters und des Beethoven Orchesters Bonn. Gleich mehrere aktive und ehemalige Konzertmeister verschiedener Klangkörper werden in diesem Jahr das „Kritische Orchester“ unterstützen.

Simone Young stellt die Einzigartigkeit und Bedeutung dieser Werkstatt für die Ausbildung eines Dirigenten heraus: „Die Zeit der Autokraten am Pult ist inzwischen vorbei. Gegenseitiger Respekt und klare Kommunikation wird heute zu Recht gefordert. Und dennoch muss der dirigentische Kopf ein klares Bild haben, wie er ein Werk gestalten will. Der direkte Kontakt mit hervorragenden Musikern ist etwas, wovon die meisten jungen DirigentInnen nur träumen können. Es ist ein Privileg und eine große Chance, in wenigen Tagen sehr weit in der eigenen Entwicklung kommen zu können. Und genau das zeichnet die Werkstatt des „Kritischen Orchesters“ aus. Ich freue mich sehr, diesen Ansatz zu unterstützen und auf diesem Weg jungen Leuten Erfahrungsspielraum für einen langen und mitunter mühsamen Weg zu ermöglichen.“

Zu den Teilnehmern vergangener Dirigierwerkstätten zählen Patrick Lange, Eivind Gullberg Jensen, Michał Dworzynski, David Afkham und Kristiina Poska.

Programm:

  1. Runde: Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonie Nr. 41 C-Dur KV 551 „Jupiter-Sinfonie“
  2. Runde: Felix Mendelssohn-Bartholdy: Sinfonie Nr. 3 a-moll op. 56 „Schottische“
  3. Runde: Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92

Teilnehmerinnen und Teilnehmer:
Sergei Akimov (Russland)
Holly Hyun Choe (Korea)
Chanmin Chung (Korea)
Martijn Dendievel (Belgien)
Julio García Vico (Spanien)
Johannes Löhner (Deutschland)
Junping Qian (China)
Anna Rakitina (Russland)
Tal Samuel (Israel)
Reto Schärli (Schweiz)

Mitwirkende: Prof. Lothar Strauß (Künstlerische Leitung), Prof. Simone Young (Dirigentische Mentorin), Prof. Heinz Schunk (Dozent und Mitglied des Kritischen Orchesters), Prof. Josef Schwab (Dozent und Mitglied des Kritischen Orchesters)

Weitere Informationen unter:

http://www.dirigentenwerkstattinteraktion.dehttp://www.dirigentenforum.de/

Halberstadt: Vier junge Nachwuchskomponisten in Orchesterwerkstatt ausgezeichnet

In Halberstadt ist die „29. Orchesterwerkstatt junger Komponisten“ mit einem öffentlichen Konzert feierlich zu Ende gegangen. Vier Nachwuchskomponisten im Alter von nur 13 bis 15 Jahren aus Sankt Augustin, Darmstadt, Hamburg und Wunstorf durften sich über dotierte Auszeichnungen freuen.

Halberstadt/ Sachsen-Anhalt. Ein Konzert mit insgesamt sechs Uraufführungen war am 24. Mai 2018 im Nordharzer Städtebundtheater in Halberstadt zu erleben: Das Orchester spielte die Werke junger Tonkünstler, die aus ganz Deutschland angereist waren, um vom 21. bis 23. Mai gemeinsam mit erfahrenen Musikern an ihren Partituren zu arbeiten. Vier Talente sind im Anschluss an das Konzert mit Förderpreisen ausgezeichnet worden.

Teilnehmer der Orchesterwerkstatt (v.l.): Tjarbe Jonathan-Ernst Björkson, Ferdinand Heuberger, Helene Scharfe, Christian Brandenburger, Felix Gerstner, Johann Jakob Rahmstorf – Foto: Ray Behringer

Den Andreas-Werckmeister-Preis der Stadt Halberstadt, dotiert mit 500 Euro, überreichte Oberbürgermeister Andreas Henke an Christian Brandenburger. Der 14-jährige aus Sankt Augustin bei Bonn hatte die Jury mit seinem Stück „Landschaften III – Traumlandschaft“ überzeugt, das Teil eines größeren Werks ist.

Der Preis der Deutschen Orchester-Stiftung – ebenfalls in Höhe von 500 Euro – geht zu gleichen Teilen an Johann Jakob Rahmstorf (13 Jahre) und Tjarbe Jonathan-Ernst Björkson (14 Jahre). Der aus Hamburg stammende Rahmstorf wurde für sein Werk „Orchesterstück“ ausgezeichnet. Tjarbe Björkson aus dem niedersächsischen Wunstorf erhielt den Preis für seine Komposition „Dreißig Namen für Fluss“.

Den mit einem Kompositionsauftrag im Wert von 1000 Euro verbundenen Preis des Kuratoriums Stadtkultur Halberstadt durfte Ferdinand Heuberger entgegennehmen. Der 15-jährige Darmstädter hatte für die Orchesterwerkstatt das Stück „Sinfonie in einer Skizze“ verfasst. Heuberger erhielt außerdem den IMPULS-Preis. Dieser sieht die Teilnahme an der internationalen Masterclass 2019 vor, die im Rahmen des IMPULS-Festivals von der Komponistin und Orchesterwerkstatt-Tutorin Annette Schlünz geleitet wird.

Halberstadts Oberbürgermeister Andreas Henke würdigte die Orchesterwerkstatt als „ganz besonderen Schatz“ der Stadt, die von 2018 bis 2020 unter dem Titel „Schatzjahre“ verschiedene Kulturjubiläen feiert. So begeht das Orchester des Nordharzer Städtebundtheaters im kommenden Jahr seinen 100. Geburtstag, die Orchesterwerkstatt selbst wird 30 Jahre alt. Henke: „Jungen und jüngsten Komponisten wird ein Podium geboten, auf dem sie Orchesterfahrung sammeln, wo sie Aufführungspraxis erleben können“.Das Format trage dazu bei, dass diese Talente weiter gefördert werden, sodass sie „für kommende Generationen womöglich zu den modernen Klassikern zählen“.

Die „Orchesterwerkstatt junger Komponisten“ ist der einzige Kompositionswettbewerb Deutschlands, der vor allem Kindern und Jugendlichen bis 27 Jahren offensteht. Er wird vom Landesmusikrat Sachsen-Anhalt in Kooperation mit dem Nordharzer Städtebundtheater und der Stadt Halberstadt veranstaltet und vom Land Sachsen-Anhalt, der Deutschen Orchester-Stiftung (DOS), der Harzer Volksbank sowie dem Kuratorium Stadtkultur Halberstadt e.V. gefördert.