Klassik Open Air-Konzerte werden immer beliebter

Open Air-Konzerte von Orchestern werden beim Publikum immer beliebter. Ein Höhepunkt dieser Saison wird der Auftritt der Berliner Philharmoniker am 27. August 2016 auf dem Kulturforum neben der Philharmonie. Open Airs sind eine hervorragende Möglichkeit, neue Zuhörer für klassische Musik zu gewinnen, sie auf die beginnende Spielzeit neugierig zu machen und in Konzertsäle oder Opernhäuser zu locken.

© HR/Tim Wegner - Impression vom Open Air des hr-Sinfonieorchesters am 17. August 2016.

© HR/Tim Wegner – Impression vom Open Air des hr-Sinfonieorchesters am 17. August 2016.

Mit solchen Auftritten erreichen Orchester und auch Chöre ein unglaublich großes Publikum: über 40.000 Zuhörer kamen am 9. Juli 2016 in Berlin zum „Staatsoper für alle“-Konzert mit der Berliner Staatskapelle und Daniel Barenboim. Beim Sommernachts-Open Air des Kasseler Staatsorchesters waren am 16. Juli in Kassel mehr als 30.000 Zuhörer. Dem hr-Sinfonieorchester hörten am 17. August in Frankfurt am Main rund 20.000 Menschen zu (Foto), und zum NDR Classic Open Air am 23. Juli in Hannover versammelten sich 37.000 Musikliebhaber. Und dies ist nur eine kleine Auswahl aus den größeren Open-Air-Veranstaltungen. Zahlreiche kleinere Open-Air-Events und Festivals zogen bundesweit über den Sommer weitere zehntausende Interessierte an. Viele Konzerte werden zusätzlich auf Leinwände oder per Livestream, im Radio und Fernsehen übertragen.

Der Erfolg der populären Sommerauftritte ist ein weiteres Indiz, dass sich immer mehr Menschen, darunter viele junge, für klassische Musik interessieren. Eine offizielle Statistik, die Zuschauerzahlen oder den Auslastungsgrad bei Open Air-Konzerten oder Sommerfestivals flächendeckend erfasst, existiert in Deutschland leider noch nicht. Die Besucherzahlen dieses Sommers sind jedenfalls ermutigend.

Berliner Philharmoniker, Konzerthausorchester und Staatskapelle Berlin: Sonderkonzert für Flüchtlinge und Helfende am 1. März 2016 in der Philharmonie

Die Berliner Philharmoniker, das Konzerthausorchester Berlin und die Staatskapelle Berlin geben in der Philharmonie unter der Leitung von Sir Simon Rattle, Iván Fischer und Daniel Barenboim ein Konzert für Flüchtlinge und Helfende.

Berliner Philharmonie - Ort des Sonderkonzerts am 1. März 2016

Berliner Philharmonie – Ort des Sonderkonzerts am 1. März 2016

Am Dienstag, dem 1. März 2016 um 18 Uhr laden die Berliner Philharmoniker, das Konzerthausorchester Berlin und die Staatskapelle Berlin Flüchtlinge, ihre Familien sowie Helferinnen und Helfer zu einem Konzert in die Philharmonie ein. Die drei Orchester, ihre Chefdirigenten Daniel Barenboim, Iván Fischer und Sir Simon Rattle und die Intendanten möchten mit dem Konzert Menschen, die aus ihrer Heimat geflohen sind, willkommen heißen und zugleich den vielen Helferinnen und Helfern für ihr haupt- und ehrenamtliches Engagement danken.
Daniel Barenboim, Iván Fischer und Sir Simon Rattle: „Musik ist unsere internationale Sprache, die die Menschen überall erreicht und berührt. Als Musiker fühlen wir uns auf der ganzen Welt willkommen. Wir wünschen uns, dass dies auch für Menschen gilt, die vom Schicksal schwer getroffen sind und die durch Krieg, Hunger oder Verfolgung gezwungen wurden, ihre Heimat zu verlassen. Mit unserem gemeinsamen Konzert möchten wir den geflüchteten Familien ein Zeichen des Willkommens geben sowie ihren Helferinnen und Helfern gegenüber unseren Dank und unsere Anerkennung zum Ausdruck bringen.“
Auf dem Programm stehen Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Sergej Prokofjew und Ludwig van Beethoven. Die Staatskapelle Berlin spielt Mozarts Klavierkonzert d-Moll KV 466 mit Daniel

Barenboim in der Doppelfunktion als Dirigent und Solist. Das Konzerthausorchester führt unter der Leitung von Iván Fischer die 1. Symphonie von Prokofjew auf, die sogenannte „Klassische“. Zum Abschluss des Abends erklingen der zweite und vierte Satz aus Beethovens 7. Symphonie, aufgeführt von den Berliner Philharmonikern unter Sir Simon Rattle.

Die Konzerttickets sind kostenfrei; das Konzert kann nur nach Anmeldung besucht werden. Hilfsorganisationen, Institutionen, Vereine und Initiativen, die in der Flüchtlingshilfe aktiv sind, können Flüchtlinge und Helfende für das Konzert anmelden. Weitere Informationen sind den Konzertkalendern der drei beteiligten Orchester zu entnehmen.

http://www.berliner-philharmoniker.de/konzerte/kalender/
http://www.konzerthaus.de/programm#

http://www.staatsoper-berlin.de/de_DE/calendar-2015-2016

Berliner Philharmoniker und Deutsche Staatoper: 360-Grad-Einblicke mit Google Indoor-Street-View

Zusammen mit weltweit renommierten Opern-, Konzert- und Schauspielhäusern präsentiert das Google Cultural Institute ab sofort einzigartige interaktive Erlebnisse aus Musik, Oper, Tanz und Schauspiel. Teil dieses neuen Projektes mit dem Namen „Performing Arts“ sind 60 Institutionen aus 20 Ländern. Partner wie die Berliner Philharmoniker, das Fundação Theatro Municipal de São Paulo in Brasilien, die Opéra National de Paris (Palais Garnier) in Frankreich, die Royal Shakespeare Company in Großbritannien und die Carnegie Hall in den USA präsentieren sich hierbei unter g.co/performingarts Millionen von Menschen durch 360-Grad-Videos, interaktive Geschichten, Bildergalerien, Backstage-Eindrücke und Street-View-Touren.

Berliner Philharmonie - Einer von vielen Zukunftsorten der Klassik

Berliner Philharmonie – Einer von vielen Zukunftsorten der Klassik

Wer die Berliner Philharmonie erkunden möchte, den laden Indoor-Street-View-Aufnahmen zu einem Rundgang durch die eindrucksvollen Konzertsäle sowie über die Bühnen des Konzerthauses ein. Für die Öffentlichkeit bisher verschlossene Räume wie beispielsweise das Tonstudio werden durch hochauflösende Panorama-Aufnahmen erstmalig einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Zu den Highlights der Partnerschaft zwischen den Berliner Philharmonikern und dem Google Cultural Institute zählen außerdem aufwendige 360-Grad-Videos. Dank dieser können Nutzer einen Auszug aus Ludwig van Beethovens 9. Sinfonie, dirigiert von Sir Simon Rattle, sowohl aus verschiedenen Positionen als auch immersiv aus der Perspektive des Orchesters erleben. Zusätzlich haben die Nutzer die Möglichkeit, bei einer Probe dabei zu sein, um so einen sonst verborgenen Teil der täglichen Arbeit der Philharmoniker mitzuerleben. Für diejenigen, die mehr über die Geschichte und ausgewählte Projekte der Berliner Philharmoniker erfahren möchten, hat die Philharmonie vertiefende digitale Ausstellungen kuratiert. Alle Inhalte sind unter goo.gl/uKfVyu ab sofort abrufbar.

Auch die Deutsche Staatsoper Berlin ist Teil der „Performing Arts“ und zählt mit ihrer über 270-jährigen Geschichte zu den traditionsreichsten Bühnen des Projektes. Von barocken Aufführungen bis hin zu zeitgenössischen Inszenierungen ‒ unter goo.gl/1HTLf5 stehen Online-Besuchern einzigartige Aufnahmen der aufwendigen Produktionen sowie Indoor-Street-View-Aufnahmen des derzeit im Umbau befindlichen Opernhauses zur Verfügung.

Berliner Philharmoniker verlängern Partnerschaft mit Deutscher Bank um weitere 5 Jahre

Die Deutsche Bank und die Berliner Philharmoniker setzen ihre Partnerschaft fort und verlängern den Kooperationsvertrag um weitere fünf Jahre bis 2020. Die Verlängerung der Partnerschaft wurde anlässlich der zum dritten Mal stattfindenden Osterfestspiele im Festspielhaus Baden-Baden bekanntgegeben. Jürgen Fitschen, Co-Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Bank, betonte, dass man stolz sei , seit über einem Vierteljahrhundert der Partner der Berliner Philharmoniker zu sein und sich freue, dieses Spitzenorchester auch in den nächsten Jahren aktiv zu begleiten. Die langjährige und exklusive Verbindung eines Orchesters und einer Bank sei in der Welt einzigartig. Disziplin, Können und Innovationskraft machten die Berliner Philharmoniker zu einem idealen Partner für die Deutsche Bank.

Martin Hoffman, Sir Simon Rattle, Jürgen Fitschen (vlnr.) - Foto: Monika Rittershaus

Martin Hoffman, Sir Simon Rattle, Jürgen Fitschen (vlnr.) – Foto: Monika Rittershaus

Die Berliner Philharmoniker – so Intendant Martin Hoffmann – freuten sich sehr auf weitere fünf Jahre Partnerschaft mit der Deutschen Bank. Gemeinsam habe man schon viel erreicht: Das Education-Programm, die Einrichtung der Digital Concert Hall und als neueste Ergänzung die Vokalhelden, das nachhaltige Chorprogramm in den Berliner Stadtteilen. Diesen Weg könne man jetzt, dank der großzügigen Unterstützung der Deutschen Bank, weiter fortsetzen.

Chefdirigent Sir Simon Rattle meinte: »Musik ist kein Luxus, sondern gehört zum Leben eines jeden Menschen – dank der Deutschen Bank können wir dies seit vielen Jahren nicht nur sagen, sondern auch zeigen. Ohne sie wäre unser Education-Programm nicht möglich gewesen. Ihr gilt unser Dank für weitere fünf Jahre Unterstützung unserer Ideen!«

Hintergrund:

Die Deutsche Bank unterstützt die Berliner Philharmoniker seit 1989. Gemeinsam haben beide Partner viele zukunftsweisende Projekte initiiert und umgesetzt. In der Vergangenheit betrug die jährliche Unterstützung rund 6 Mio. Euro im Jahr. So ermöglicht die Bank seit 2009 ein in der klassischen Musik bisher einmaliges Projekt, das über nationale und soziale Grenzen hinweg die Welt musikalisch näher zusammenrücken lässt: die Digital Concert Hall. Die Konzerte der Berliner Philharmoniker können in brillanter Bild- und Tonqualität rund um den Globus und zu jeder Zeit via Internet empfangen werden. Seit ihrem Start haben sich mehr als 550.000 Nutzer in der Digital Concert Hall registriert. Dass Musik Grenzen überwinden kann, beweist auch das Education-Programm der Berliner Philharmoniker, das seit dem Jahr 2002 mehr als 37.000 Kinder und Jugendliche an klassische Musik heranführt. Ob Tanz, Gesang oder das Spielen eines Instruments, jedes Kind kann auf seine eigene musikalische Entdeckungsreise gehen.

Seit Herbst 2013 bildet das Chorprojekt Vokalhelden den Schwerpunkt des Education-Programms. In drei Berliner Bezirken sind Lebensräume für das gemeinsame Singen und Musizieren entstanden – insbesondere für Kinder, die bislang keinen Zugang zu klassischer Musik hatten. Als verlässlicher privater Förderer wird die Deutsche Bank die Berliner Philharmoniker auch in den kommenden Jahren auf ihren Konzertreisen im In- und Ausland begleiten und zu Beginn jeder Spielzeit das Saison-Eröffnungskonzert in Berlin präsentieren.

Die Digital Concerthall der Berliner Philharmoniker – Eine Reportage

Die Berliner Philharmoniker sind eines der bedeutendsten Orchester der Welt. Und nicht nur künstlerisch setzen sie Maßstäbe. Mit der Errichtung der Digital Concerthall haben sie auch technisch eine neue Dimension der Verbreitung klassischer Musik eröffnet.

Hier ist sie zu Hause: Die Digital Concerthall

Hier ist sie zu Hause: Die Digital Concerthall

Über die besten Konzertsäle der Welt und über die Hintergründe der Digital Concerthall berichtet das Fernsehen des Bayerischen Rundfunks in einer Reportage: Digital Concerthall der Berliner Philharmoniker

Willkommenskonzerte für Flüchtlinge – Orchester engagieren sich

Angesichts der zahlreichen weltweiten Kriege und Krisengebiete kommen momentan so viele Flüchtlinge nach Deutschland wie seit langem nicht mehr. In den Erstunterkünften bleibt ein geordneter Alltag in weiter Ferne. Um das Warten und die Langeweile zu durchbrechen, beginnen Theater und Orchester, Flüchtlinge zu Konzerten und anderen Veranstaltungen einzuladen. Für viele sind nicht nur die musikalischen Eindrücke ein besonderes Erlebnis, sondern auch ein Beweis menschlicher Wertschätzung. Orchester und Theater leisten damit einen Beitrag zur aktuellen gesellschaftlichen Debatte.

BR-Konzert für Flüchtlingskinder und deren Familien

BR-Konzert für Flüchtlingskinder und deren Familien

Als eines der ersten Orchester veranstaltete das Münchner Rundfunkorchester bereits im Oktober vergangenen Jahres ein Familienkonzert für Flüchtlingskinder (Foto: BR). Dolmetscher für mehrere Sprachen waren anwesend. Die Veranstaltung fand ein großes Echo bei den Eingeladenen und in den Medien.

Die Erzgebirgische Philharmonie Aue wird am 29. Januar 2015 ein Konzert für Flüchtlingskinder in der Erstaufnahmeunterkunft in Schneeberg im Erzgebirge geben. Auf dem Programm steht unter anderem der erste Satz der Kindersinfonie. Musiker werden auch einzelne Instrumente vorstellen.

Die Stiftung Berliner Philharmoniker und IPPNW-Concerts werden am 22. Februar 2015 ein Benefizkonzert für Flüchtlinge veranstalten. Mitglieder des Berliner Spitzenorchesters gestalten gemeinsam mit Gästen das Programm. Auch Flüchtlinge, denen der Erlös des Konzerts zugutekommt, werden über ihre Situation berichten.

Andere Orchester planen gerade. Das Philharmonische Orchester Trier zum Beispiel will ein Konzert für Flüchtlingskinder im Rahmen seines Kinder-Education-Programms veranstalten. Und in Dresden-Hellerau können Flüchtlinge bzw. Asylbewerber Veranstaltungen im Festspielhaus kostenlos besuchen.

In diesem Video bekommen Sie einen Eindruck vom Konzert des Münchner Rundfunkorchesters vom 29. Oktober 2014 in München.

Steigendes Interesse an klassischer Musik

Seit Jahrzehnten werden in vielen Medien der „Tod der Klassik“ und die Überalterung oder gar das Aussterben des Opern- und Konzertpublikums prophezeit. Diese Prophezeiungen haben sich jedoch auch durch ständiges Wiederholen nicht erfüllt.

Im Gegenteil: Aktuelle Auslastungszahlen und Meldungen über Besucherrekorde belegen, dass Oper und Konzert beliebter sind denn je. So meldete die Stiftung Berliner Philharmoniker für das Wirtschaftsjahr 2014 im Großen Saal der Philharmonie eine Auslastung bei den bezahlten Karten von 94%; die Gesamtauslastung betrug 97%. Im Kammermusiksaal gab es 71% Auslastung bei den bezahlten Plätzen, die Gesamtauslastung betrug 75%.

Festspiele MV 2014: Berliner Philharmoniker mit Gustavo Dudamel in Redefin (C) Geert Maciejewski

Festspiele MV 2014: Berliner Philharmoniker mit Gustavo Dudamel in Redefin (C) Geert Maciejewski

Auch das Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Berlin setzt mit der Bilanz für das Jahr 2014 den Aufwärtstrend fort: die durchschnittliche Auslastung der Veranstaltungen stieg weiter, um 2,4% auf nunmehr 82,6 %.

Die Berliner Staatsoper erreichte im Kalenderjahr 2014 im Schiller Theater eine Rekordauslastung von 89 % (2011: 82 %, 2012: 88 %, 2013: 88 %). Insgesamt 254.000 Besucher kamen zu den Vorstellungen und Konzerten, davon 185.000 Besucher zu 332 Veranstaltungen in Berlin, 27.000 Besucher zu den internationalen Gastspiel-Konzerten der Staatskapelle Berlin in Barcelona, Dresden, Helsinki, Köln, Madrid, Paris, Wien, Wiesbaden und Yerevan sowie 42.000 Besucher zum Open-Air-Konzert der Staatskapelle Berlin unter dem Motto »Staatsoper für alle« auf dem Bebelplatz.

Mehr als 80.000 Menschen besuchten 2014 die rund 150 Veranstaltungen der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern und bescherten auch dem Festival ein Rekordjahr. Die Neujahrskonzerte lockten über 700 Besucher ins Schloss Ulrichshusen. Der Festspielfrühling Rügen im März zog 4.400 Kammermusikfans auf Deutschlands größte Insel und verzeichnete damit ebenso einen Besucherrekord wie die Sommersaison, deren 127 Veranstaltungen von mehr als 73.000 Menschen besucht wurden. Rund 2.500 Besucher ließen das Jahr 2014 bei den Adventskonzerten in Ulrichshusen und Stolpe musikalisch ausklingen.