Neue Mindesthonorare für Orchesteraushilfen in NRW

Am 23. Mai 2019 hatten sich die Verhandlungsdelegationen der Deutschen Orchestervereinigung und des Landesverbands Mitte des Deutschen Bühnenvereins auf Eckpunkte einer möglichen Neuregelung der Mindesthonorare für Aushilfen bei den kommunalen Orchestern in NRW verständigt. Diese Neuregelung sah sowohl eine moderate Erhöhung der Honorare als auch eine Staffelung im Hinblick auf die Eingruppierung der Orchester vor.

Leider wurde dieses Ergebnis von den Orchestermanagern in NRW mehrheitlich nicht akzeptiert. Der geplante abschließende Gesprächstermin am 25. Juni 2019 in Köln wurde daraufhin abgesagt. Die DOV bedauert diese Entwicklung sehr.

Die Mindesthonorare für Orchesteraushilfen im Bereich des Landesverbands Mitte sind seit 2004 nicht mehr angehoben worden; demgegenüber sind die Tariflöhne seit 2004 um über 35% gestiegen. Eine angemessene Anpassung ist daher überfällig und wird von der DOV unverändert gefordert.

Daher der klare Aufruf:

Ab sofort empfiehlt die DOV allen Orchesteraushilfen in NRW, mindestens die Sätze zu verlangen, die auch mehreren Arbeitgebervertretern in den bisherigen Gesprächen zur Thematik in Köln als möglicher Kompromiss akzeptabel erschienen:

Orchester ab Kategorie A und aufwärts: Probensatz 135 €, Aufführungssatz 200 €

Orchester mit Eingruppierung unterhalb A: Probensatz 130 €, Aufführungssatz 190 €

Bitte informieren Sie alle Kolleginnen und Kollegen, Ihre regelmäßigen und gelegentlichen Aushilfen sowie Ihr Orchestermanagement von diesen Regelungen und fordern Sie zu deren Umsetzung auf.

Arbeitgeber, die nicht bereit sind, diese neuen Mindesthonorarregelungen umzusetzen, dürften bald häufiger Schwierigkeiten haben, überhaupt noch geeignete Aushilfen zu finden.

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Die Anhebung der Aushilfshonorare in Orchestern ist überfällig!

 

DOV-Faktencheck

Nachdem sich der Landesverband Mitte des Deutschen Bühnenvereins unverändert weigert, mit der DOV Gespräche über eine überfällige Anhebung der Aushilfshonorare um einen Inflationsausgleich seit 2004 zu verhandeln, kursiert seit Februar 2019 ein Schreiben der Orchestermanager des sogenannten „Kaffeekränzchens“. Dieses enthält verschiedene Behauptungen, denen wie folgt entgegenzutreten ist.

  1. Behauptung: die gegenwärtigen Aushilfssätze aus dem Jahr 2004 seien unverändert angemessen; wo anders (in Norddeutschland, in Ostdeutschland, in Wien) erhielten Aushilfsmusiker noch weniger.

Die Honorierung von Aushilfsmusikern kann nicht völlig losgelöst von der tariflichen Bezahlung der festangestellten Orchestermitglieder betrachtet werden, mit denen die Aushilfen für eine Probe oder Aufführung im selben Orchester zusammenarbeiten. Die Tariflöhne der TVK-Orchester sind seit 2004 um insgesamt 35,64% angestiegen.

Der Verweis auf angeblich niedrigere Aushilfshonorare an anderen Orten geht ins Leere. Denn im Zweifel sind auch diese Honorarsätze viel zu niedrig, weil sie ebenfalls seit vielen Jahren nicht mehr um die Inflationsrate bzw. allgemeinen Lohnabschlüsse erhöht worden sind. Sie scheiden als Bezugsgröße daher aus. Man kann auch die Stundenlöhne eines Klempners, Installateurs oder anderen Handwerkers für zweieinhalb Stunden Arbeitszeit plus Fahrtkosten zum Vergleich nehmen. Diese sind selbstverständlich in den letzten 15 Jahren regelmäßig nach oben angepasst worden. Auch für das Benzin, welches der Musiker bei An- und Abreise mit dem PKW benötigt, zahlt er bundesweit denselben Preis.

Der Beruf des/der Orchestermusikers/in ist hochspezialisiert, setzt eine akademische Hochschulausbildung voraus und diese Ausbildung beginnt – im Gegensatz zu anderen Berufen – grds. in der Kindheit. Daher dürfen Hochschulabsolventen auch ein angemessenes Honorar für ihre Tätigkeit erwarten. Wenn Aushilfsmusiker kurzfristig (gänzlich ohne vorherige Proben oder erst ab Haupt- oder Generalprobe) eingesetzt werden, z.B. um einen Vorstellungsaufall abzuwenden oder um vakante Stellen aufzufüllen, wird erwartet, dass sie sich ohne weiteres ins Orchester einfügen. Die hierfür zwingend erforderliche individuelle Vorbereitungszeit muss mit dem Honorar ebenfalls vergütet werden.

  1. Behauptung: das durchschnittliche Bruttogehalt eines Orchestermitglieds eines B-Orchesters betrage derzeit rund 100 € pro Dienst. Hiervon seien die Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung in Höhe von 25 % abzuziehen. Der Nettoverdienst für Aushilfstätigkeiten liege daher um 25 % höher als im Dienstverhältnis und sei somit angemessen.

Diese Berechnungen sind irreführend und unzutreffend. Der festangestellte Musiker hat Anspruch auf 45 Kalendertage Urlaub pro Jahr sowie einen dienstfreien Tag wöchentlich.  Außerdem wird er durchgängig auch dann bezahlt, wenn er partiturbedingt gelegentlich nicht einsetzbar ist. Der Aushilfsmusiker wird nur für das bezahlt, was er tatsächlich leistet (Probe/Aufführung).

Die Grundvergütung eines Musikers in einem B-Orchester beträgt laut Tabelle gegenwärtig zwischen 2.962,60 € bis 4.085,75 €, im Mittel 3.524.18 €. Die mittlere Jahresvergütung (x 12,72) beträgt somit rechnerisch 44.820,57 €. Diese ist durch die Zahl der maximal möglichen Arbeitstage (365 – 45 Tage Urlaub -46 freie Tage = 274 Arbeitstage) zu dividieren. Hieraus errechnet sich eine mittlere Tagesvergütung von 163,60 € brutto.

Diese mittlere Tagesvergütung ist eine angemessene Orientierung für den aktuell für Aushilfen geforderten Probensatz von 152,59 € bzw. den Aufführungssatz von 223,80 €.

  1. Behauptung: es habe immer wieder Abstimmungsgespräche mit der DOV gegeben; die DOV habe immer ihr Einverständnis zu den bisherigen Honorarsätzen gegeben.

Dies ist nicht zutreffend. Die Orchestermanager räumen selbst ein, dass es seit 2004 keine Verhandlungen über die Honorarhöhe mehr gegeben habe. Sie bestreiten auch nicht die Höhe der seitdem in den Berufsorchestern erfolgten Lohnanpassungen als Inflationsausgleich in Höhe von 35,64 %. Die 2004 getroffene Festlegung der Honorarsätze ist durch die DOV gekündigt worden und daher als Grundlage für die Aushilfenhonorierung überholt.

  1. Behauptung: eine Erhöhung der Honorarsätze sei weder nachvollziehbar noch begründbar. Die vorhandenen Mittel würden schon jetzt nicht für die Finanzierung der Tarifsteigerungen, die „Kosten der Vakanzen ausreichen, erst recht nicht für die Anhebung der Aushilfssätze“.

Nochmals: die Forderung nach substanzieller Erhöhung der Aushilfshonorare folgt der vollzogenen Erhöhung der Tarifgehälter der Berufsorchester. Andernfalls wäre dieselbe Dienstleitung im Jahr 2019 ein Drittel weniger wert als im Jahr 2004. Das ist auch insbesondere freischaffenden Musikern, die keine weitere Festanstellung haben, nicht vermittelbar. Erhöhte Aushilfshonorare sind ebenso zu finanzieren wie die regelmäßige Erhöhung der Tarifgehälter.

Fakt ist: je geringer die erforderliche Honorierung von Aushilfskräften, desto höher der Anreiz für Orchesterträger mit Aushilfen, statt mit fest angestellten Orchestermitgliedern zu arbeiten.

Jede Dienstleistung hat einen Wert und einen Preis. Die Honorierung einer hochwertigen künstlerischen Dienstleistung, die von einem Aushilfsmusiker letztlich im Auftrag der öffentlichen Hand erbracht wird, muss sich an gewissen Mindeststandards messen lassen. Diese Mindeststandards werden für die festangestellten Musiker durch Tarifverträge gesetzt. Die Honorierung der Aushilfen muss sich an diesen Tarifvergütungen orientieren. Aus ihnen wird die mittlere Tagesvergütung (s.o.) als Orientierung abgeleitet.

  1. Die Orchestermanager „teilen die Auffassung, dass Sie (die Aushilfen) für ihre Tätigkeit eine angemessene Bezahlung erhalten müssen.“ Dieser Einschätzung sollten sie nun Taten folgen lassen. Was angemessen ist, haben wir mit Rundschreiben vom 31. Januar 2019 dargestellt und hier noch einmal erörtert. Jeder Berufsmusiker, der seine hochqualifizierte künstlerische Tätigkeit als Aushilfe nicht deutlich unter dem tatsächlichen Wert zu Markte tragen will, sollte daher eine entsprechend angemessene Forderung erheben.

Gez. Gerald Mertens

Geschäftsführer der DOV

www.dov.org

 

Zur neuen Spielzeit: Die Ärmel hochkrempeln!

Die Konzert- und Spielzeitpause geht zu Ende, erste Orchester, Rundfunkchöre und Bigbands starten in eine neue Saison. Was erwartet uns in den kommenden Monaten? Die öffentlichen Rundfunkanstalten sehen sich einem weiter steigenden Druck in der Debatte um ihre Legitimation und Finanzierung ausgesetzt: Zeitungsverleger und ihre Printmedien, Vertreter des privaten Rundfunks und der Medienpolitik – alle zerren an ARD, ZDF und Deutschlandfunk. Zwar hat das Bundesverfassungsgericht vor wenigen Wochen die Haushaltsabgabe ganz überwiegend für verfassungsgemäß erklärt. Auch scheint der Streit halbwegs geklärt, wie viele presseähnliche Angebote die Rundfunksender machen dürfen. Aber noch immer ist keine schlüssige Antwort gefunden, wie in Zukunft eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung der Anstalten und damit ihres Bildungs- und Kulturauftrags – einschließlich der Klangkörper – aussehen soll. Das lässt Raum für verwegene Spekulationen und politische Forderungen jeglicher Couleur.

Gute Aktion: der WDR zeigt mit vier Klangkörpern Flagge!

Was kann in dieser Lage getan werden? Der WDR jedenfalls zeigt Flagge. Am 8. September lässt er alle vier Klangkörper gemeinsam in einem Konzert zur neuen Saison auftreten. WDR Sinfonieorchester, Funkhausorchester, Chor und Bigband zeigen die gesamte Bandbreite ihrer musikalischen Möglichkeiten. Damit hoffentlich jeder merkt, warum Rundfunkgebühren hier gut investiert sind und am Ende auch einer gelebten kulturellen Vielfalt dienen. Zu deren Schutz sich Deutschland ja auch völkerrechtlich verpflichtet hat.

Für die Kommunal- und Staatsorchester ergibt sich in der neuen Saison ein gemischtes Bild: neue Chefdirigenten oder Theaterleitungen bringen frischen Wind, von Frankfurt (Oder) bis Ludwigshafen. In Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg verbessern sich die grundsätzlichen Rahmenbedingungen der Kulturfinanzierung, wobei für die DOV eine Menge kleinteilige Tarifarbeit und Lobbying bevorstehen.

Jetzt gilt es, aus viele Jahre geltenden Notlagen-Tarifverträgen herauszukommen, und in möglichst großen Schritten wieder Anschluss an die geltenden Flächentarife zu erreichen. In Bayern fordert die DOV, die Finanzierung der nichtstaatlichen Orchester zu verbessern, ebenso in Hamburg für die dortigen Symphoniker. Tarifpolitisch geht es in den kommenden Monaten gegenüber dem Deutschen Bühnenverein um die Debatte der TVK-Vergütungsstruktur.

Also: Die Ärmel hochkrempeln und los geht’s!

Gerald Mertens, Geschäftsführer der DOV

TVK Lohnrunde 2018 erfolgreich verhandelt

Die DOV hat gemeinsam mit den weiteren Künstlergewerkschaften die Lohnrunde 2018 mit dem Deutschen Bühnenverein am 9. Mai 2018 erfolgreich verhandelt.

Mehr Geld für TVK-Orchester und Berliner roc-Chöre

Hier die wesentlichen Ergebnisse:

  1. Die Vergütungen und Besitzstandszulagen der unter den TVL fallenden Orchester werden rückwirkend ab dem 1. Januar 2018 um 2,35% erhöht. Für die niedrigeren Vergütungsgruppen und Grundvergütungsstufen TVK D (bis Stufe 4), C und B (bis Stufe 3) wird zuvor noch in die Tabellen der Sockelbetrag von mindestens 75 Euro (aus der Lohnrunde 2016) eingerechnet und als Grundlage der neuen Vergütungsberechnung ab 1. Januar 2018 herangezogen (redaktionelle und rechnerische Korrekturen vorbehalten).
  2. Die Vergütungen und Besitzstandszulagen der unter den TV Hessen fallenden Orchester werden rückwirkend ab dem 1. Februar 2018 um 2,2% erhöht. Inkludiert ist für alle Beschäftigten ein landesweit gültiges ÖPNV-Ticket.
  3. Die Vergütungen und Besitzstandszulagen der unter den TVÖD Bund/Kommune fallenden Orchester (und Chöre der roc Berlin) werden rückwirkend ab dem 1. März 2018 um 3,19% erhöht. Musiker, deren Grundvergütung im Februar 2018 weniger als 2.799 Euro betrug, erhalten zusätzlich eine Einmalzahlung in Höhe von 250 Euro.

Weitere Punkte:

Es wird drei getrennte Vergütungstabellen geben: TV-L Orchester, TV-Hessen Orchester und TVÖD.

Die Besitzstandszulagen werden erstmals seit 2009 schriftlich auf dem Stand 2018 tarifiert.

Am 13. September 2018  nehmen der Deutsche Bühnenverein und die DOV Verhandlungen zu einer Vergütungsstrukturreform auf, die vor allem die Situation der unteren TVK Vergütungsgruppen berücksichtigen soll.

OrchestermusikerIn der Zukunft? Neuer Dialog ist angestoßen

Köln – Am 27. Januar 2015 ging das zweitägige Symposium „OrchestermusikerIn der Zukunft – Ausbildung, Auswahl, Arbeitsmarkt“ zu Ende. Veranstalter waren die DOV, der Deutsche Bühnenverein und die Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen. Zum Auftakt kamen etwa 150 Besucher in die Hochschule für Musik und Tanz Köln, unter anderem aus Kanada.

Intensive Diskussionen zur Zukunft des Musikerberufs

HMT Köln: Intensive Diskussionen zur Zukunft des Musikerberufs

Über die aktuelle Lage, Perspektiven und Zukunft junger Musiker diskutierten Vertreterinnen und Vertreter von Verbänden, Gewerkschaft und Hochschulen, Intendanten, Dirigenten, und Studierende. Debatten um Zusammenlegungen von Orchestern, Kürzungen von Stellen und politische Forderungen zur bedarfsorientierten Ausbildung an den Hochschulen wie zuletzt in Baden-Württemberg hatten dazu geführt, dass die drei Institutionen zum ersten Mal gemeinsam eine solche Veranstaltung ausrichteten.

Heinz Geuen, Rektor der Kölner Hochschule, und Ute Schäfer, Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen und Schirmherrin, eröffneten das Symposium. Die Anerkennung der Orchester- und Theaterlandschaft als Immaterielles Kulturerbe sei „eine große Ehre und große Verpflichtung“, sagte Schäfer, „Orchestermusiker haben auch eine wichtige Rolle in der kulturellen Bildung.“

Einen kenntnisreichen Überblick über die aktuelle Debatte gab Holger Noltze, Musikjournalist und Professor an der Technischen Universität Dortmund. Er betonte, dass die Pflege des Musiklebens eine öffentliche Aufgabe sei. Musik vermittle Schlüsselkompetenzen wie Zuhören oder komplexes Erfassen. Gleichzeitig müssten sich Musiker immer wieder die Frage stellen, wie sie das Publikum erreichen. „Warum sollten Menschen runter von der Couch und weg vom Fernseher? Weil sie wirkliche Menschen an einem wirklichen Ort erleben, die ihnen neue Erfahrungen ermöglichen.“

Anschließend diskutierten der DOV-Vorsitzende Hartmut Karmeier und Rolf Bolwin, Geschäftsführender Direktor des Deutschen Bühnenvereins, über die Beschäftigung von Musikern. Neue Konzertformate, Projekte der Musikvermittlung, verstärkte Reisetätigkeit durch Zusammenlegungen von Orchestern – die Anforderungen an die Musiker sind gewachsen. Rektoren berichteten über neue Studiengänge und -modelle, u.a. in Nürnberg. Ausführlich wurde auch über die Auswahlpraxis von Musikerinnen und Musikerinnen diskutiert. In kleinen Runden (Weltcafé) konnten die Teilnehmer ihre Ideen, Anregungen und Kritik an der gängigen Praxis von Ausbildung, Auswahl und Beschäftigung einbringen.

Zu Beginn des zweiten Tags fasste Moderator Michael Struck-Schloen diese Ideen zusammen: Während des Studiums sollten Selbst- und Gesundheitsmanagement noch wichtiger werden. Es habe sich herauskristallisiert, dass das Probespiel reformbedürftig sei, sagte Struck-Schloen. Musiker wünschten zum Beispiel ein weniger strenges Repertoire und mehr Raum für persönliche Gespräche. Im Berufsalltag ginge es um Wertschätzung, gerechte Bezahlung oder den Mut, bei der Gestaltung der Programme Neues zu wagen, zum Beispiel Clubkonzerte. Angeregt wurde auch die Erstellung von Anforderungsprofilen für Orchester.

Anschließend stellten Studierende die Ergebnisse einer Umfrage unter den Ensemblemitgliedern der Jungen Deutschen Philharmonie vor. Ein wichtiges Ergebnis: Sechzig Prozent sind zuversichtlich, in Zukunft als Musiker ihre finanzielle Lebensgrundlage bestreiten zu können.

Die folgende Diskussion zwischen Studierenden, die in der Jungen Deutschen Philharmonie Erfahrungen sammeln, nahm das Publikum ausgesprochen lebhaft auf. Daraus entwickelte sich ein Austausch zwischen den Studierenden und Rektoren, Orchesterchefs sowie Verbandsvertretern. Im Vordergrund standen die Motivation des Musizierens in Hochschulorchestern, die Praxis des Probespiels, das Lehrangebot während der Ausbildung und der Berufsalltag im Orchester.

In der Abschlussdebatte wies Dr. Christoph Dittrich, Generalintendant des Chemnitzer Theaters, angesichts der schwierigen Finanzlage vieler Kommunen auf die Herausforderung einer auskömmlichen Finanzierung von Orchestern und Theatern hin. Dirk Kaftan, Generalmusikdirektor in Graz, berichtete von seinem Anliegen, mit Musikern ins Gespräch zu kommen, zum Beispiel durch die Gründung der Arbeitsgruppe Graz 2030 oder gemeinsames Nachdenken über eine Zukunftsvision für das Orchester.

Hartmut Karmeier, DOV-Geschäftsführer Gerald Mertens, Rolf Bolwin und Prof. Dr. Susanne Rode-Breymann als Vertreterin der Hochschulrektoren waren sich einig, dass dieses Symposium ein gelungener Einstieg in die gemeinsame Debatte war. Gerade weil das Berufsbild des Orchestermusikers stark in Bewegung sei und mitunter unterschiedliche Auffassungen existieren, würde der begonnen Dialog fortgesetzt.