Engagements junger DirigentInnen und SolistInnen mit Honorarzuschuss

Die neuen Künstlerlisten des Deutschen Musikrats 2019/20 sind erschienen. Junge DirigentInnen und SolistInnen werden für Konzertengagements empfohlen.

Maestros von Morgen

Professionelle Orchester aus Deutschland, die eine Künstlerin oder einen Künstler aus der Liste als Solist bzw. Dirigent engagieren, erhalten einen Zuschuss von bis zu 50% des Künstlerhonorars. Durch diesen finanziellen Anreiz soll den Musikern der Einstieg in eine internationale Karriere erleichtert werden, gleichzeitig werden die Orchester zur Förderung junger Spitzentalente angeregt.

Der Deutsche Musikrat fördert in der kommenden Spielzeit in Kooperation mit der GVL folgende Musikerinnen und Musiker:

Dirigenten – Maestros von Morgen
Johannes Braun, Nuno Coelho, Gábor Hontvári, Dominic  Limburg, Clemens Mohr, Hossein Pishkar, Christian Reif und Yura Yang.

https://www.dirigentenforum.de/maestros-von-morgen/kuenstlerliste-201920/

Solisten
Katharina Konradi (Sopran), Ioana Cristina Goicea  (Violine), Raphaela Gromes und Valentino Worlitzsch (Violoncello), Wies de Boevé (Kontrabass), Maximilian Volbers (Blockflöte), Elya Levin (Flöte), Juri Vallentin (Oboe), Bettina Aust (Klarinette), Theo Plath (Fagott), Tillmann Höfs (Horn), Simon Höfele (Trompete), Constantin Hartwig (Tuba), Frank Dupree (Klavier), Maciej Frąckiewicz (Akkordeon)

www.deutscher-musikwettbewerb.de/solisten

Infos & Beratung:          

Solisten: www.deutscher-musikwettbewerb.de

Tel. 0228 2091160, musikwettbewerb@musikrat.de

Dirigenten: www.dirigentenforum.de

Tel. 0228 2091140, dirigentenforum@musikrat.de

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Dirigierwerkstatt 14. bis 17.6.18 in Berlin mit Simone Young

Vom 14. bis zum 17. Juni 2018 arbeiten zehn international ausgewählte Dirigentinnen und Dirigenten im Studiosaal der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin mit Mitgliedern renommierter Orchester, die ihr Dirigat kritisch hinterfragen werden.

Diese weltweit einzigartige Konstellation ermöglicht es jungen Dirigentinnen/en von den Erfahrungen der OrchestermusikerInnen zu profitieren. Die Werkstatt findet zum dritten Mal in bewährter Kooperation zwischen dem Dirigentenforum des Deutschen Musikrats und der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin statt. Rund 95 junge Dirigentinnen und Dirigenten aus 35 Ländern haben sich in diesem Jahr für die 16. Dirigierwerkstatt des Kritischen Orchesters beworben und steigerten die internationaler werdende Bewerberzahl um ca. 50% im Vergleich zum Vorjahr.

Kritisches Orchester 2017 (c) Simon Pauly

Zum ersten Mal wird die international renommierte Dirigentin und Professorin Simone Young als Mentorin für die Teilnehmer mitwirken. Die Künstlerische Leitung hat der 1. Konzertmeister der Staatskapelle Berlin Prof. Lothar Strauß inne. Prof. Heinz Schunk und Prof. Josef Schwab werden zu Stricharten und Bogentechniken referieren. Die Werkstatt findet in drei Runden statt, und nur die Teilnehmer, die sich in den Proben bewähren, erreichen die nächste Runde.

Am Sonntag, 17. Juni, 11:00 bis 15:00 Uhr ist die Probe der Finalisten der Dirigierwerkstatt für das Publikum geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Studiosaal der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin

Charlottenstraße 55
10117 Berlin-Mitte

Das „Kritische Orchester“ versammelt ehrenamtlich Mitglieder namhafter Orchester, u.a. der Staatskapellen Berlin und Dresden, der Orchester der Deutschen und der Komischen Oper, des Konzerthausorchesters Berlin, des Deutschen Symphonie Orchesters Berlin, des NDR Elbphilharmonie Orchesters, des Gewandhausorchesters Leipzig, des Niedersächsischen Staatsopernorchesters und des Beethoven Orchesters Bonn. Gleich mehrere aktive und ehemalige Konzertmeister verschiedener Klangkörper werden in diesem Jahr das „Kritische Orchester“ unterstützen.

Simone Young stellt die Einzigartigkeit und Bedeutung dieser Werkstatt für die Ausbildung eines Dirigenten heraus: „Die Zeit der Autokraten am Pult ist inzwischen vorbei. Gegenseitiger Respekt und klare Kommunikation wird heute zu Recht gefordert. Und dennoch muss der dirigentische Kopf ein klares Bild haben, wie er ein Werk gestalten will. Der direkte Kontakt mit hervorragenden Musikern ist etwas, wovon die meisten jungen DirigentInnen nur träumen können. Es ist ein Privileg und eine große Chance, in wenigen Tagen sehr weit in der eigenen Entwicklung kommen zu können. Und genau das zeichnet die Werkstatt des „Kritischen Orchesters“ aus. Ich freue mich sehr, diesen Ansatz zu unterstützen und auf diesem Weg jungen Leuten Erfahrungsspielraum für einen langen und mitunter mühsamen Weg zu ermöglichen.“

Zu den Teilnehmern vergangener Dirigierwerkstätten zählen Patrick Lange, Eivind Gullberg Jensen, Michał Dworzynski, David Afkham und Kristiina Poska.

Programm:

  1. Runde: Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonie Nr. 41 C-Dur KV 551 „Jupiter-Sinfonie“
  2. Runde: Felix Mendelssohn-Bartholdy: Sinfonie Nr. 3 a-moll op. 56 „Schottische“
  3. Runde: Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92

Teilnehmerinnen und Teilnehmer:
Sergei Akimov (Russland)
Holly Hyun Choe (Korea)
Chanmin Chung (Korea)
Martijn Dendievel (Belgien)
Julio García Vico (Spanien)
Johannes Löhner (Deutschland)
Junping Qian (China)
Anna Rakitina (Russland)
Tal Samuel (Israel)
Reto Schärli (Schweiz)

Mitwirkende: Prof. Lothar Strauß (Künstlerische Leitung), Prof. Simone Young (Dirigentische Mentorin), Prof. Heinz Schunk (Dozent und Mitglied des Kritischen Orchesters), Prof. Josef Schwab (Dozent und Mitglied des Kritischen Orchesters)

Weitere Informationen unter:

http://www.dirigentenwerkstattinteraktion.dehttp://www.dirigentenforum.de/

Appell des Deutschen Musikrates an die Ministerpräsidenten der Länder: Öffentlich-rechtlichen Rundfunk erhalten!

Die Mitgliederversammlung des Deutschen Musikrates vom 21. Oktober 2017 fordert in einer gemeinsamen Resolution von den Ministerpräsidenten der Länder die politische Sicherung der grundgesetzlich gebotenen Staatsferne des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Resolution der Mitgliederversammlung des Deutschen Musikrats

Die ARD müsse unangetastet ihrem Auftrag auf unabhängiges und Vielfalt sicherndes Sendeangebot nachkommen können. Die Rundfunkkommission der Länder wird von den Mitgliedern des Deutschen Musikrates aufgefordert, die Zukunftsfähigkeit der öffentlich-rechtlichen Sender und ihres Gemeinschaftsprogramms der ARD in einer diesem Auftrag angemessenen Weise zu gewährleisten.

In der Resolution heißt es weiter: „Die im Deutschen Musikrat zusammengeschlossenen Organisationen, die rund 12 Millionen Menschen in Deutschland repräsentieren, appellieren an die Verantwortlichen, die Garantie der Staatsferne des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nicht auszuhöhlen und durch finanzielle Trockenlegung zu konterkarieren. Zwar ist zu begrüßen, dass in den Beratungen in Saarbrücken der notwendige Gestaltungsspielraum der öffentlich-rechtlichen Anstalten im Internet realistisch bewertet und anerkannt wurde. Es gilt aber, die Handlungsfähigkeit der Sender und die Qualität des Programms gegenüber derartigen politischen Invektiven, wie sie in den letzten Tagen im Raume standen, auf Dauer zu schützen!“

Die Resolution kann auch als Signal verstanden werden, den Kulturauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu stärken und nicht weiter zu schwächen. Dies gilt auch für den Erhalt der Rundfunkklangkörper.

Orchester in Deutschland – ein Überblick

Die Orchesterszene in Deutschland ist in ihrer Tradition und Vielfalt weltweit einzigartig. Wussten Sie zum Beispiel, dass das älteste, bis heute durchgängig existierende deutsche Orchester bereits 1502 gegründet wurde? Oder dass die deutsche Orchester- und Theaterlandschaft seit Dezember 2014 auf der nationalen Liste des immateriellen Kultuerbes der Deutschen UNESCO Kommission steht?

Aktuelle Orchesterstrukturkarte (c) DMR-MIZ

Aktuelle Orchesterstrukturkarte (c) DMR-MIZ

Hierüber und über zahlreiche andere Fakten, Zahlen und Entwicklungen der Orchesterlandschaft veröffentlicht das Deutsche Musikinformationszentrum in Bonn einen regelmäßig aktualisierten Fachartikel sowie Zahlentabellen und Grafiken.

Der Überblick über die deutsche Orchesterlandschaft wurde gerade zum 1. Juni 2016 neu überarbeitet und ist hier zu finden: http://www.miz.org/static_de/themenportale/einfuehrungstexte_pdf/03_KonzerteMusiktheater/mertens.pdf

 

Kulturerbe Deutsche Orchesterlandschaft – Logo nutzen!

Vor einem Jahr wurde die deutsche Theater- und Orchesterlandschaft auf Betreiben der Deutschen Orchestervereinigung und unter Kooperation von Deutschem Musikrat und Bühnenverein von der Deutschen UNESCO-Kommission in die nationale Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Das wurde in einer breiteren Öffentlichkeit, in den Medien und der Politik wahrgenommen; droht aber auch wieder in Vergessenheit zu geraten.

Daher sollten alle Orchester und Theater in Deutschland ein großes Interesse daran haben, den UNESCO-Titel stärker zu nutzen und in die Öffentlichkeit zu tragen. Für die Deutsche Theater- und Orchesterlandschaft wurde ein spezielles Logo entwickelt, welches von den verwendungsberechtigten Mitgliedern im Rahmen ihrer Öffentlichkeitsarbeit genutzt werden kann.

Das offizielle UNESCO-Logo

Das offizielle UNESCO-Logo

Das Logo kann als eps-Druck-Datei beim Generalsekretariat des Deutschen Musikrates angefordert werden (Generalsekretariat@musikrat.de). Das Logo sollte möglichst breit von vielen Orchestern und Theatern in Deutschland regelmäßig auf Spielzeitheften, Plakaten, Drucksachen und Flyern verwendet werden. Vor allem so kann in Verwaltung, Politik und Öffentlichkeit der besondere Kulturerbe-Status dokumentiert werden.

Deutsche Orchesterkonferenz 2015: Kommunen finanziell stärken

Zur Deutschen Orchesterkonferenz haben sich am 5. Mai 2015 Musikerinnen und Musiker, Orchestermanager und Intendanten sowie Spitzenvertreter aus Politik, Verwaltung und Verbänden getroffen. Gemeinsam diskutierten sie über die Zukunft der deutschen Orchester.

Deutsche Orchesterkonferenz im Kurfürstlichen Schloß Mainz

Deutsche Orchesterkonferenz im Kurfürstlichen Schloß Mainz

„In der Verteilungsdebatte haben die Orchester gute Argumente. Aber es gibt auch Fragezeichen“, sagte Walter Schumacher, Staatsekretär im Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz, in seinem Grußwort. „Ich weiß, was viele Orchester an Innovation leisten. Deshalb haben sie auch Perspektiven.“ Ziemlich treffend umriss er damit gleich zu Beginn das Konferenzthema. Unter dem Motto Innovation und Perspektive diskutierten im Kurfürstlichen Schloss Mainz rund 220 Gäste über die Zukunft der öffentlich finanzierten Orchester, Rundfunkensembles und Theater. Die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) veranstaltet die hochkarätige kulturpolitische Konferenz alle drei Jahre.

Innovation und Perspektive – Zukunftsdialog für Theater, Orchester und Rundfunkensembles

Nach der Begrüßung der Teilnehmer durch den DOV-Vorsitzenden Hartmut Karmeier und Geschäftsführer Gerald Mertens umriss Holger Noltze, Professor für Musik und Medien an der Technischen Universität Dortmund, die disparaten Rahmenbedingungen. Zwar werde die Wertschätzung von Musik in vielen öffentlichen Reden deklamiert. Doch allzu oft spiegele sich dies nicht in der politischen Praxis wider. Neben einem anhaltenden Verteilungskampf um kulturelles und ökonomisches Kapital warnte er vor einem „Cocktail diverser und insgesamt negativer Einflussfaktoren“. Dazu zählte Noltze unter anderem den „Wagenburg-Lobbyismus des Musikbereichs“, das Verschwinden des klassischen Bildungsbürgertums, die „durchschlagende Ökonomisierung“ des Kulturbereichs, die „zunehmende Selbstvergessenheit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Bezug auf seinen Kulturauftrag“ und einen „Affekt gegen Hochkultur“. Es gebe aber auch gute Argumente: „Machen Sie deutlich, warum ein Orchester so wichtig in einer Stadt ist und justieren Sie sich neu jenseits der alten Selbstverständlichkeiten!“

In diesem Sinne agierten Orchester bereits, konterte Professor Christian Höppner, Präsident des Deutschen Kulturrats (DKR), der durch die folgende Diskussion über Kulturfinanzierung führte. Karmeier stimmte zu: „Der Beruf des Orchestermusikers und die Werte, für die er steht, haben sich in den letzten zwanzig Jahren enorm geändert.“ Neue Konzertformate bis hin zu Willkommenskonzerten für Flüchtlinge belegen das.

„Seit den 70er und 80er Jahren ist das Interesse in den politischen Gremien deutlich zurückgegangen“, sagte Professor Felix Semmelroth, Kulturdezernent in Frankfurt am Main. Es gebe eine „deutliche Ökonomisierung“. Das betreffe allerdings nicht das Publikum. Als „gutes Zeichen“ wertete Rolf Bolwin, geschäftsführender Direktor des Deutschen Bühnenvereins, dass jedes Jahr 2,5 Milliarden Euro in die öffentliche Kulturfinanzierung fließen: „Ich kann nicht erkennen, dass diese Summe zur Disposition steht. Dennoch müssen wir von dem überzeugt sein, was wir machen.“

Karmeier machte deutlich, dass die Kommunen als Hauptträger der Orchester und Theater oft in finanziellen Zwangslagen sind. „Ihre finanzielle Entlastung durch den Bund ändert leider nichts an den grundlegenden Strukturproblemen. Deshalb brauchen wir dringend eine kommunale Finanzreform.“ Auf dem Podium wurde überlegt, ob sich Verbände wie der Bühnenverein, die DOV und der DKR künftig gemeinsam stärker für eine solide Finanzierung der Kommunen einsetzen könnten.

Einen neuen Weg hat Sachsen bereits vor einigen Jahren mit der Verabschiedung des Kulturraumgesetzes gesucht. Das Gesetz definiert Kultur als Pflichtaufgabe und beteiligt das Land mit zwei Dritteln an der Finanzierung. Das verbleibende Drittel steuern die Kommunen über eine Umlage bei. „Das Land stützt damit dezentrale Strukturen“, sagte Uwe Gaul, Staatssekretär im Sächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur. „Faktisch sind die meisten Mittel im Bereich Theater und Orchester gebunden. Für neue Projekte ist relativ wenig Luft.“

Die Befürchtung von Kulturpolitikern und kulturellen Akteuren, dass mit einem solchen Gesetz konkrete Ausgaben festgeschrieben und im Laufe der Zeit möglicherweise gesenkt werden, hat bislang verhindert, dass das Sächsische Modell von anderen Ländern übernommen wurde. „Es eignet sich nicht unbedingt als Blaupause, die der kulturellen Vielfalt in den Ländern gerecht wird“, lautete Höppners Zwischenbilanz.

Eine Idee des Deutschen Musikrats (DMR) brachte Karmeier ins Spiel, der auch Vizepräsident des Verbandes ist: „Der Bund könnte einen Musikfonds einrichten.“ Vor allem in Ostdeutschland gebe es bereits Bundesprogramme zur nationalen Kulturförderung, bei denen der Bund in der Kulturförderung aktiv ist. „Das Geld ist vorhanden. Es müsste aber auch der politische Wille da sein.“ Für Semmelroth wäre die Festschreibung von Kulturausgaben ein realistischer Weg. Erwähnung fand auch der Vorschlag von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), den Anteil der Kommunen an den Einnahmen aus der Umsatzsteuer zu erhöhen.

Nach der TTIP-kritischen Performance der DOV am 4. Mai, die in den Medien bundesweit große Beachtung gefunden hatte, wurde ausführlich über das Transatlantische Handelsabkommen diskutiert. Trotz unterschiedlicher Auffassungen im Detail herrschte Einigkeit, dass der Kulturbereich nicht kommerzialisiert werden darf und bei den Verhandlungen mehr Transparenz notwendig ist. Während die DOV und der DKR nach der Devise Wehret den Anfängen handeln und sich öffentlichkeitswirksam positionieren, setzt der Bühnenverein eher auf ein gesundes Augenmaß bei den Verhandlungen, das einer Aushöhlung des Kultursektors entgegenstünde. „Europäische Kulturen haben immer wieder ein hohes Maß an Resistenz bewiesen. Das wird hoffentlich auch dieses Mal so sein“, sagte auch Semmelroth.

Unter dem Motto Zwischen Kulturauftrag und Haushaltsabgabe stand die Diskussion am Nachmittag, in der es um die ARD-Rundfunkklangkörper ging. „Sie haben weiter einen festen Platz im programmbezogenen Rundfunksystem“, sagte Matthias Cornils, Professor für Medienrecht an der Universität Mainz. Ihr Wirken sei gesetzlich klar legitimiert. Allerdings habe die Einführung der Rundfunkgebühr den Druck auf die Rundfunkorchester erhöht. „Zudem stößt unter sich ändernden Rahmenbedingungen eine weitere Auslegung ihres Auftrags noch auf legitimatorische Grenzen.“ Dennoch werde der Bildungsauftrag der Klangkörper bedeutender. Das Dvorak- und das Gershwin-Projekt setzen in diesem Bereich Maßstäbe.

Der Wissenschaftler nennt auch die Verbreitung von Konzerten über Youtube, die kaum eine Konkurrenz zu privaten Anbietern darstellten. Der Hessische Rundfunk unterhält einen Youtube-Kanal und sei damit erfolgreich, sagte Dr. Heinz Sommer, Hörfunkdirektor des Hessischen Rundfunks, in der folgenden Podiumsdiskussion. „Ich glaube, dass diese Art der weltweiten Verbreitung immer wichtiger wird.“ Andere Sender würden ebenfalls über eine Einführung nachdenken. Begrenzt würden innovative Angebote allerdings durch finanzielle Mittel.

 

Christian Höppner forderte eine „bedarfsgerechte Finanzierung“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. „Mir ist klar, dass das gesellschaftspolitisch ein schwieriger Akt ist.“ Das zeige zum Beispiel die Debatte um Werbeinnahmen, die unter anderem im Deutschen Kulturrat geführt wird. Sommer sagte voraus, dass sich die Rolle der Werbung in Zukunft stark verändern werde. Einen konkreten Ausblick gab er nicht.

Einen inhaltlich größeren Bogen schlug Kristjan Järvi, Künstlerischer Leiter des mdr-Sinfonieorchesters Leipzig. Er wies auf die weltweit einzigartige Rolle des deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunksystems hin. „Sie sollte weiter ausgebaut und nicht gekürzt werden.“

Den feierlichen Abschluss der Deutschen Orchesterkonferenz bildete die Verleihung des Hermann-Voss-Kulturpreises. Die DOV überreichte ihn in diesem Jahr an die Deutsche UNESCO-Kommission (DUK) für ihre Verdienste um die deutsche Theater- und Orchesterlandschaft. Im Dezember vergangenen Jahres hatte sie die Kommission in ihre bundesweite Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. „Damit hat die UNESCO-Kommission die weltweit einzigartige Stellung der deutschen Orchester und Theater weiter gestärkt“, sagte Gerald Mertens in seiner Laudatio und überreichte die Urkunde zum Preis an DUK-Präsidentin Verena Metze-Mangold.

Die DOV verleiht den Preis seit dem Jahr 1979 alle drei Jahre für besondere Verdienste um die deutsche Orchesterkultur. Preisträger in der Vergangenheit waren u.a. der baden-württembergische Ministerpräsident Lothar Späth, WDR-Intendant Fritz Pleitgen, die Dirigenten Kurt Masur und Gerd Albrecht sowie im Jahr 2012 Irene Schulte-Hillen, Präsidentin der Deutschen Stiftung Musikleben. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.

Den Sonderpreis erhielt Barbara Lambrecht-Schadeberg. Die Mitgesellschafterin der Krombacher Brauerei erhält ihn für ihr Engagement für die Musikstiftung der Philharmonie Südwestfalen und für ihre persönliche Unterstützung des Orchesters. Der Sonderpreis ist undotiert.

Jugend musiziert – Der Film – … wo Musikerkarrieren starten.

Viele Mitglieder deutscher Orchester, aber auch bekannte Solisten haben ihn durchlaufen: Den weltweit  einzigartigen deutschen Musikwettbwerb, getragen vom Deutschen Musikrat. Ein Wettbewerb, der in der Breite die Regionalwettbewerbe, in der Mitte die Landeswettbewerbe und in der Spitze den Bundeswettbewerb umfasst. Wer diese Spitze erreicht hat, hat viel Zeit, Arbeit und Leidenschaft investiert. Er hat die Chance auf Orchesterspiel im Bundesjugendorchester und erfüllt oft die Voraussetzungen für ein Musikstudium.

Jugend musiziert Der Film

Der einfühlsame Dokumentarfilm von Katharina Herkommer begleitet einzelne Protagonisten zu Hause in der Familie, beim Unterricht und natürlich im Wettbwerb.

Sehenswerter Film! Jetzt kostenlos anschauen unter: http://www.nmz.de/media/video/jugend-musiziert-der-film