ELBPHILHARMONIE: AM ERSTVERKAUFSTAG BEREITS 95.000 TICKETS FÜR SAISON 2017/18 VERKAUFT!

Der Andrang auf die Elbphilharmonie Hamburg ist ungebrochen. Die ersten Kunden hatten sich bereits in den Nachtstunden von Sonntag auf Montag häuslich vor den Vorverkaufsstellen eingerichtet. Am Montagmorgen dann bildeten sich lange Schlangen, und als pünktlich um 10 Uhr an nahezu allen der zuvor veröffentlichten gut 40 Vorverkaufsstellen in der Metropolregion Hamburg die Schalter öffneten, begann der große Verkauf für die derzeit womöglich begehrtesten Papiere der Republik: Konzertkarten für die Elbphilharmonie. Insgesamt wurden allein am ersten Tag online und offline rund 95.000 dieser Tickets verkauft.

Die Elbphilharmonie wird vom Publikum förmlich gestürmt (c) Maxim Schulz

Manche Kunden mussten viel Stehvermögen beweisen, ehe die Freude über den erfolgreichen Kartenkauf die Geduldsprobe vergessen ließ. Anfangs bereitete die enorm hohe Zugriffszahl auf das Ticketingsystem von CTS Eventim Probleme beim Verkauf von Veranstaltungen des NDR und der Konzertdirektion Dr. Goette. Website und Webshop der Elbphilharmonie liefen durchgehend einwandfrei und verzeichneten am 12. Juni bis 18 Uhr 1,6 Millionen Zugriffe und rund 40.000 Kartenbestellungen für Konzerte der HamburgMusik.

Bis weit nach Geschäftsschluss bediente das Personal der drei Vorverkaufskassen der Elbphilharmonie und Laeiszhalle Betriebsgesellschaft (Elbphilharmonie, Brahmskontor und Kulturcafé am Mönckebergbrunnen) die Kartenkäufer. Dort sowie an weiteren Vorverkaufsstellen werden auch weiterhin Karten für die Saison 2017/18 in Elbphilharmonie und Laeiszhalle erhältlich sein. Die Angebote der Konzertdirektion Dr. Rudolf Goette und des NDR Elbphilharmonie Orchesters sind nahezu vergriffen, bei den übrigen Veranstaltern sind die Chancen, an Karten zu kommen, noch etwas größer.

Davon unberührt bleibt die Möglichkeit, sich für von der HamburgMusik veranstaltete Konzerte weiterhin bis 1. Juli online mit seinen Kartenwünschen auf der Seite www.elbphilharmonie.de zu registrieren. Zehn Karten können maximal bestellt werden, nicht mehr als vier pro Konzert. Gehen mehr Bestellungen ein, als Karten vorhanden sind, entscheidet das Zufallsprinzip.

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Publikumsmagnet Elbphilharmonie: Schon 1 Million Besucher auf der Plaza

Die Elbphilharmonie hat sich in weniger als vier Monaten zu einer der Top-Sehenswürdigkeiten Deutschlands entwickelt. Alle Konzerte der laufenden Spielzeit sind ausverkauft, und auf der Plaza wurde am 24. Februar 2017 die millionste Besucherin begrüßt.

 

Besucherin Nr. 1.000.000! (c) Sophie Wolter

Besucherin Nr. 1.000.000! (c) Sophie Wolter

111 Tage sind vergangen, seit am 5. November 2016 – gut zwei Monate vor dem ersten Konzert – die Aussichtsplattform auf 37 Metern Höhe für die Öffentlichkeit zugänglich wurde. Seither strömen pro Tag durchschnittlich rund 12.000 Menschen in die HafenCity, um den Rundumblick auf den Hafen und die Stadt zu genießen und die Architektur von Hamburgs neuem Wahrzeichen zu erleben.

Bereits am ersten Wochenende nach der Öffnung der Plaza im November 2016 zählten die Betreiber mehr als 26.000 Gäste. Nicht nur die Hamburger sind neugierig, die fertige Elbphilharmonie persönlich kennenzulernen. Auch für Touristen aus aller Welt – von Australien über China bis USA – zählt das neue Konzerthaus inzwischen zu den unverzichtbaren Stationen ihres Hamburg-Besuchs. Schon auf der Tube, der rund 80 Meter langen, leicht gewölbten Rolltreppe, die die Besucher hinauf zum Dach des ehemaligen Kaispeichers bringt, werden Smartphones und Fotoapparate gezückt und architektonische Finessen bestaunt. Und auch die Konzertgäste, für die der Plaza-Besuch im Ticket inbegriffen ist, nutzen die Zeit vor oder nach der Veranstaltung, um die Lichter der Stadt auf dem 360°-Außenumgang von oben zu betrachten, im Info-Shop zu stöbern oder einen Kaffee im »Deck & Deli« zu trinken.

»Es ist großartig, zu sehen, wie die Hamburger die Elbphilharmonie für sich erobern und wie stolz sie das neue Wahrzeichen der Stadt ihren Gästen präsentieren«, sagt Jack F. Kurfess, der als Kaufmännischer Direktor auch für den Betrieb der Plaza zuständig ist.

»Dass der rege Besucherstrom selbst an kalten Tagen nicht abreißt, bestätigt die enorme Anziehungskraft, die die Architektur der Elbphilharmonie und der Ort, an dem sie erbaut wurde, ausstrahlen«, ergänzt Generalintendant Christoph Lieben-Seutter.

Die millionste Plaza-Besucherin wurde am Freitag, den 24. Februar, persönlich begrüßt. »Das ist ja eine Überraschung«, sagte Brigitte Kugelmann aus Landsberg am Lech, die gerade zu Besuch in Hamburg ist und von Christoph Lieben-Seutter vier Karten für ein »Konzert für Hamburg« mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester im Juni überreicht bekam. »Ich habe die Eröffnung der Elbphilharmonie im Fernsehen verfolgt und freue mich jetzt sehr auf das Konzert im Juni«.

Plaza-Tickets

Da die Besucherkapazität der Plaza begrenzt ist, wird der Besuch über die Ausgabe von Tickets geregelt. Kostenlose Tickets für einen Besuch am selben Tag gibt es im Elbphilharmonie Besucherzentrum Am Kaiserkai 62 (geöffnet täglich zwischen 9 und 20 Uhr), sowie am Ticket-Automaten im Eingangsbereich der Elbphilharmonie. Eine Vorbuchung für ein späteres Zeitfenster ist im Besucherzentrum sowie online unter http://www.elbphilharmonie.de möglich und empfiehlt sich insbesondere für den Besuch an Wochenenden und Feiertagen. Die Vorbuchungsgebühr beträgt 2 Euro. Karten für Konzerte im Großen oder Kleinen Saal der Elbphilharmonie berechtigen zum Zutritt auf die Plaza ab zwei Stunden vor Konzertbeginn. Besucher der Kaistudios benötigen ein Plaza-Ticket, um die Aussichtsplattform zu besichtigen.

Konzerthäuser: neue Formate, neues Publikum

Anlässlich der Elbphilharmonie-Eröffnung in Hamburg beleuchtet das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ), eine Einrichtung des Deutschen Musikrats, in einem neuen Schwerpunktangebot das Thema „Konzerthäuser in Deutschland“. Dabei werden grundlegende Informationen zu Strukturen und aktuellen Entwicklungen der Konzerthauslandschaft präsentiert, Hintergründe erläutert und Perspektiven einer einzigartigen kulturellen Einrichtung aufgezeigt.

Sprecher der Konzerthauskonferenz: Benedikt Stampa (C) Azhari Peyman

Sprecher der Konzerthauskonferenz: Benedikt Stampa (C) Azhari Peyman

Im Mittelpunkt des Angebots steht ein neuer Fachbeitrag von Benedikt Stampa (Foto), Vorsitzender der Deutschen Konzerthauskonferenz, der im Spiegel aktueller Diskussionen um den Bau neuer Spielstätten – wie beispielsweise neben Hamburg auch in München, Bonn oder Saarbrücken – der Frage nachgeht, welche gesellschaftliche Bedeutung Konzerthäusern zukommt und wie Gebäude und Konzepte aussehen, um Kultur für breite Bevölkerungsschichten zugänglich zu machen. Vor diesem Hintergrund beschreibt er die wesentlichen Merkmale, die Konzerthäuser prägen und durch die sie sich von anderen Aufführungsstätten unterscheiden. Welche Organisations- und Leitungsstrukturen Konzerthäusern zugrunde liegen, wird dabei ebenso untersucht wie die Standortfrage, ihre Spielplangestaltung und künstlerische Ausrichtung.

Ergänzend bietet das Angebot des MIZ Detailinformationen zur Infrastruktur der Konzerthauslandschaft, etwa zu Trägern, Betriebsformen und Leitungsstrukturen der einzelnen Häuser, zu ihrer inhaltlichen Ausrichtung und zum Spielbetrieb sowie zu Saalkapazitäten und historischen Fakten. Mit seiner aktuellen Bestandsaufnahme untermauert das MIZ die Attraktivität des vielseitigen Angebots der Konzerthauslandschaft in Deutschland und würdigt sie als eigenständige Größe neben den Musiktheatern und Orchestern. Zu erreichen ist das neue Angebot unter http://www.miz.org/fokus_konzerthaeuser.html.

Orchester, Theater und Festivals gut aufgestellt für das neue Jahr

Die Mehrzahl der Orchester, Theater und Musikfestival hat in Deutschland gegenwärtig einen „guten Lauf“. Es gibt zwar immer einige Einrichtungen, die vor Ort mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben, wie z.B. das Volkstheater Rostock mit einem eher inkompetenten Oberbürgermeister oder das Theater Trier mit den Folgen einer von der Stadt vergeigten Intendantenfindung. Aber das sind Einzelfälle.

Neu eröffnet im Dezember 2016: Pierre Boulez Saal in Berlin

Neu eröffnet im Dezember 2016: Pierre Boulez Saal in Berlin

Neue Spielstätten

Schaut man sich zum Jahreswechsel in der deutschen Musiklandschaft um, überwiegt ganz deutlich das Positive. Da wären die zahlreichen Neueröffnungen und Wiedereröffnungen von Spielstätten zu nennen: Die Bochumer Symphoniker verfügen seit Ende Oktober 2016 mit dem Musikforum Ruhr endlich über eine eigene Spielstätte in der Stadtmitte mit knapp 1000 Plätzen. Zum Eröffnungswochenende kamen rund 40.000 Besucher. Am 8. Dezember wurde in Berlin-Mitte hinter der Staatsoper der neue Pierre Boulez Saal durch die Barenboim-Said Foundation eröffnet (Foto). Der Saal fasst rund 700 Besucher und ist ideal für Kammermusik und kleine Sinfonik. In Dresden haben im ehemaligen Kraftwerk Mitte die Staatsoperette Dresden und das Theater der jungen Generation eine neue Spielstätte eröffnet. Im Januar folgt endlich die lang ersehnte und immer wieder verschobene Eröffnung der Elbphilharmonie im Hamburger Hafen. Am 28. April 2017 wird ebenfalls in Dresden der völlig neu eingebaute Konzertsaal im Kulturpalast am Altmarkt durch die Dresdener Philharmonie in Betrieb genommen; am 3. Oktober 2017 soll die Deutsche Staatsoper in Berlin wieder eröffnen. Neubauten in Nürnberg und München sind in Planung, Renovierungen in Karlsruhe, Augsburg, Coburg, Lübeck oder in München (Gärtnerplatztheater) auf dem Weg. Und schließlich hat dann auch noch der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages über 10 Mio. Euro für die Renovierung der Laeiszhalle in Hamburg bewilligt.

Zusätzliche Bundesmittel

Überhaupt waren die Haushälter des Bundes im Herbst 2016 den Orchestern besonders gewogen: Im neuen Programm „Exzellente Orchesterlandschaft Deutschland“ sollen zunächst sechs mittlere Konzertorchester in einem Modellversuch für fünf Jahre mit zusätzlichem Bundesgeld (900.000 Euro pro Orchester im Jahr) ihre Produktivität und die Qualität ihrer Arbeit messbar steigern. Mit dabei sind zunächst die Hamburger Symphoniker, die Jenaer Philharmonie, die Stuttgarter Philharmoniker, die Münchner Symphoniker, die Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz und die Bochumer Symphoniker. Zahlreiche Details der Umsetzung des Programms müssen noch geklärt werden, aber die Geste des Bundes für eine nachhaltige Orchesterfinanzierung ist schon beeindruckend und Maßstab setzend.

Stabiler bzw. steigender Publikumszuspruch

Schaut man sich die Spielzeitbilanzen vieler Bühnen und Klassik-Musikfestivals oder den Zuspruch zu Klassik Open-Air-Konzerten des Sommers 2016 an, so überwiegen auch dort die Positivmeldungen mit hohen Auslastungszahlen von über 80 Prozent oder sogar deutlich mehr. Von einer Krise der Klassik also keine Spur. Und an den wenigen Standorten, an denen die Publikumsauslastung nicht überzeugt, sind die Probleme vom Management oder von den politisch Verantwortlichen (oder von beiden) hausgemacht; womit wir wieder in Rostock oder Trier wären.

Immaterielles UNESCO Kulturerbe

Der kulturpolitische Höhepunkt im zu Ende gehenden Jahr 2016 schließlich und Katalysator für die kommenden drei Jahre ist der gemeinsame Beschluss von Bund und Ländern, die deutsche Theater- und Orchesterlandschaft nicht nur auf der nationalen Liste des immateriellen Kulturerbes zu belassen (seit Dezember 2014), sondern sie auch in die internationale Kulturerbeliste aufnehmen zu lassen. Dies wird die kulturpolitische Agenda bis zur endgültigen Aufnahmeentscheidung durch die UNESCO Ende 2019 mit bestimmen.

Gerald Mertens

ELBPHILHARMONIE: NEUE WEBSITE LÄDT ZUM DIGITALEN ERLEBEN EIN

Es wird spannend: Ab sofort lässt sich die Elbphilharmonie Hamburg auf einer neuen Online-Plattform digital erleben. Die Website https://countdown.elbphilharmonie.de macht das Konzerthaus, seine besondere Architektur und einmalige Lage schon vor der Eröffnung im Januar 2017 virtuell erlebbar und ergänzt damit die offizielle Internetseite www.elbphilharmonie.de, auf der weiterhin alle Informationen über das Haus, sein musikalisches Programm und den Ticketkauf zu finden sind.

Die Elbphilharmonie: Neues Wahrzeichen für Hamburg (c) Maxim Schulz

Die Elbphilharmonie: Neues Wahrzeichen für Hamburg (c) Maxim Schulz

Die Architektur der Elbphilharmonie und ihre schillernde Glasfassade sind die Stars eines rasanten Drohnenrennens auf https://countdown.elbphilharmonie.de. Mithilfe der Aufnahmen der beiden Renndrohnen »Rock« und »Roll« kann der Besucher in atemberaubendem Tempo um und über das Konzerthaus fliegen, dabei eigene Routen auswählen und – mal ganz dicht dran, mal weit weg – nie gesehene Blickwinkel auf Hamburgs neues Wahrzeichen und die Stadt einnehmen.

Bei einem »360°-Fotoprojekt« kann sich jeder aktiv an einer besonderen Rundum-Ansicht auf die Elbphilharmonie beteiligen: Alle, die gerne fotografieren, sind aufgerufen, ihre Aufnahme des Konzerthauses unter dem Hashtag #myelphi360 bei Instagram zu posten. Die schönsten Motive und unterschiedlichen Perspektiven fügen sich dann auf https://countdown.elbphilharmonie.de zusammen. Ein 360°-Panoramabild wiederum, das vom Dach der Elbphilharmonie aufgenommen wurde, kehrt den Blick um: Es zeigt den grandiosen Ausblick auf die ganze Stadt und informiert über die zahlreichen Ausflugs-, und Ausgehmöglichkeiten in der Nachbarschaft. Mit dem »Elphilizer« schließlich kann der Besucher im virtuellen Konzertsaal Töne erzeugen, die auch grafisch sichtbar gemacht werden und schemenhaft die Umrisse des Großen Saals erscheinen lassen. Harfe, Klavier und Schlagwerk stehen als Instrumente zur Auswahl, Melodien lassen sich speichern, teilen und als musikalischer Gruß versenden.

Neben den interaktiven Elementen begleitet die Website auch jene Veranstaltungen, die die Elbphilharmonie tatsächlich noch vor der Eröffnung zugänglich machen, etwa die Öffnung der Plaza – der Aussichtsplattform in der Elbphilharmonie zwischen Backsteinsockel und Glasaufbau, die ab dem 4. November für jeden zugänglich sein wird – oder die Klanginstallation »The Ship« des Meistermusikers und Produzenten Brian Eno, die ab 5. November im Kaispeicher zu erleben ist.

Am 11. und 12. Januar 2017 wird die Elbphilharmonie feierlich eröffnet. Der Kartenvorverkauf für die Konzerte der Eröffnungsspielzeit hat am 20. Juni begonnen. Ungeachtet der anhaltend großen Nachfrage sind für den Großteil der Konzerte noch Karten in mehreren Preiskategorien verfügbar. Infos und Tickets unter www.elbphilharmonie.de.

Auf dem Weg zur Eröffnung im Januar 2017: Elbphilharmonie Hamburg!

Ein großes Ereignis wirft seinen Schatten voraus: Ab dem 11. Januar 2017 beginnt das Festival zur Eröffnung der Elbphilharmonie in Hamburg. Die Eröffnung dieses spektakulären Konzerthauses dürfte die Diskussion um den gesellschaftlichen Stellenwert der Musik positiv befeuern. Das wird Auswirkungen auf den gesamten institutionellen Musikbetrieb in Deutschland haben. Denn auch in Städten wie München, Nürnberg oder Bochum stehen Konzertsaalneubauten an.

Die Elbphilharmonie: Neues Wahrzeichen für Hamburg (c) Maxim Schulz

Die Elbphilharmonie: Neues Wahrzeichen für Hamburg (c) Maxim Schulz

Am 11. April 2016 wurde im Beisein des Ersten Bürgermeisters der Freien und Hansestadt Hamburg Olaf Scholz sowie des Intendanten des NDR Lutz Marmor im 3. Obergeschoss des Parkhauses der Elbphilharmonie das Programm der Konzertsaison 2016/17 vorgestellt. Die Präsentation des Programms übernahm Christoph Lieben-Seutter, Generalintendant von Elbphilharmonie und Laeiszhalle Hamburg. Die kommende Saison ist die erste, bei der die Musik ganz wesentlich im neuen Konzerthaus an der Elbe spielen wird.

Den Besuchern der Programmvorstellung bot sich eine überraschende Bildwelt. Im Aufgang durch die Spindel des Parkhauses, auf der später die ein- und ausfahrenden Autos verkehren werden, präsentierte die mit der Kampagne zur Eröffnung beauftragte Werbeagentur Jung von Matt auf den geschwungenen Wänden mehrere Bildmotive, die Street-Art-Künstler in den vergangenen Tagen auf Flächen im öffentlichen Raum aufgebracht hatten. Dabei handelt es sich um eindrucksvolle, gewitzte und farbkräftige Visualisierungen einiger Themen der Konzertsaison – etwa des Festivals SALĀM SYRIA, der Produktion »Call Me God« von und mit John Malkovich, die von der Elbphilharmonie in Auftrag gegeben wurde, oder ¡VIVA BEETHOVEN! – das ist das Motto, unter dem Gustavo Dudamel im März an fünf Konzertabenden in Folge sein Orquesta Sinfónica Simón Bolívar aus Caracas durch die neun Beethoven-Sinfonien führt.

Die junge, dynamische Umsetzung programmatischer Inhalte durch Graffiti und Street Art soll nachhaltig in die Stadt hineinstrahlen. Die Elbphilharmonie werde schließlich »kein Musentempel aus Samt und Seide für die oberen Zehntausend«, sagte Bürgermeister Olaf Scholz. »Schön und rau steht die Elbphilharmonie mitten im Herzen der Stadt. Schon ihre Lage fordert uns dazu heraus, sie zu einem Haus für alle zu machen. Das Programm der Eröffnungssaison erfüllt dieses Versprechen nun endlich mit Leben. Ambitioniert und herausfordernd präsentiert sich die künstlerische Agenda. Sie strebt mit großen Namen nach musikalischer Exzellenz, aber zugleich mit Vielfalt und Offenheit auch nach gesellschaftlicher Relevanz. Gerade die Festivals knüpfen ein weltumspannendes künstlerisches Netz, das die wirtschaftliche Verflochtenheit der Welthafenstadt entscheidend ergänzt. Diese kulturelle Dimension künftig auch mitten im Hafen erleben zu können – genau an dem Ort, der Hamburgs Weltoffenheit schon immer begründet hat –, erzeugt eine einzigartige Spannung. Ich bin mir sicher: Die Eröffnung der Elbphilharmonie wird nicht nur den Hafen, sondern die ganze Stadt zum Klingen bringen.« Scholz verwies auch auf das umfangreiche Education-Programm, das »sehr konsequent« den Wunsch der Stadt umsetze, dass künftig jedes Schulkind mindestens einmal die Elbphilharmonie besuchen sollte.

Kultursenatorin Prof. Kisseler verweist auf das gute Zusammenwirken der maßgeblichen Institutionen des Hamburger Konzertlebens beim Zustandekommen des Programms – das NDR Elbphilharmonie Orchester, das künftig im Kleinen Saal in der Elbphilharmonie beheimatete Ensemble Resonanz, das Philharmonische Staatsorchester Hamburg, die Hamburger Symphoniker als Residenzorchester der Laeiszhalle, die Konzertdirektion Dr. Goette sowie Elbphilharmonie und Laeiszhalle selbst.

 

NDR-Intendant Lutz Marmor nannte die in Kürze anstehende Umbenennung des Sinfonieorchesters seines Hauses in NDR Elbphilharmonie Orchester »ein Bekenntnis zu diesem einzigartigen und wegweisenden Kulturprojekt«. Es habe die Kraft, »eine starke Marke zu werden, die weit über Norddeutschland hinaus strahlen wird«. Die besonders kostengünstigen »Konzerte für Hamburg«, die das NDR Elbphilharmonie Orchester im Januar und im Juni 2017 für bis zu 60.000 Besucher spielen wird, wertete Marmor als besonderes Anliegen des NDR sowie von Thomas Hengelbrock und ihm selbst. »Klassik ist für alle da«, so Marmor weiter. »Wir möchten dazu beitragen, dass in diesem visionären Bau möglichst viele Menschen Musik auf Spitzenniveau erleben können.«

Laut Generalintendant Lieben-Seutter bietet das Programm eine für Hamburg beispiellose Dichte an hochkarätigen Konzerten. »Es ist so vielfältig, dass wirklich für jeden etwas dabei ist, auch so manche Überraschung. Das Konzertprogramm richtet sich gleichermaßen an Kenner aus aller Welt wie an musikalische Neueinsteiger.« Besonderes Augenmerk legte Lieben-Seutter auf das Programm des ERÖFFNUNGSFESTIVALS, das vom 11. bis 29. Januar 2017 mit spektakulären Namen vom Chicago Symphony Orchestra bis zu den Einstürzenden Neubauten aufwartet. Viel Platz räumt das Programm zeitgenössischer Musik ein. So gebe es in der Eröffnungssaison eine ganze Reihe von Uraufführungen von Werken bedeutender heute lebender Komponisten. Dass das Haus nicht für Klassik allein offen sei, belege die Fülle an Konzerten aus dem Bereich Jazz, Pop und World Music.

In dem nahezu 1 Kilo schweren Jahrbuch 2016/17 kann man nachlesen, auf welch vielfältige Weise die Elbphilharmonie, Hamburgs neues Wahrzeichen, dazu beitragen will, dass die Metropole an der Elbe zu einer der wichtigsten Musikstädte der Erde aufsteigt. Das digitale Jahrbuch gibt es hier: https://issuu.com/elbphilharmonie/docs/elbphilharmonie-jahrbuch-16-17