Aktuelle Umfrage: Klassische Musik wird von knapp der Hälfte der Deutschen gerne gehört

YouGov-Umfrage zum Thema klassische Musik anlässlich des Beethoven-Jubiläumsjahres 2020

Köln, 9.1.2020 Obwohl klassische Musik in der Gesellschaft laut Aussage der Deutschen an Bedeutung verliert, gibt knapp die Hälfte (48 Prozent) der Befragten an, gerne klassische Musik zu hören. Die 18- bis 24-Jährigen antworten dies zu 39 Prozent. Von den Befragten ab 55 Jahren gibt über die Hälfte (53 Prozent) an, gerne Klassik zu hören. Dies ist eines der Ergebnisse einer Umfrage des internationalen Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGov anlässlich des Beethoven-Jubiläumsjahres 2020, für die 2.022 Personen zwischen dem 12. und 16.12.2019 mittels standardisierter Online-Interviews befragt wurden. Die Ergebnisse sind gewichtet und repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

Nicht nur in der Dresdner Philharmonie: die Häfte der Deutschen hört gerne Klassik

68 Prozent der Befragten meinen, dass Klassik an Bedeutung verloren hat

Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) der Deutschen sind allerdings auch der Ansicht, dass klassische Musik in der Gesellschaft an Bedeutung verloren habe. Mehr als jeder Zweite (53 Prozent) gibt weiterhin an, dass die Werke bekannter klassischer Komponisten in Vergessenheit geraten seien.

Die Befragten ab 55 Jahren hören klassische Musik zum Entspannen

Die Antwort auf die Frage, ob klassische Musik gerne zum Entspannen gehört wird, fällt bei der Gesamtbevölkerung unentschieden aus: 46 Prozent bejahen die Frage, während 48 Prozent sie verneinen. Die Hälfte (51 Prozent) der Personen ab 55 Jahren entspannt sich bei klassischer Musik, von den 18- bis 24-Jährigen sind es 37 Prozent.

Die Deutschen finden, dass Musik heute nicht dieselbe ohne die Werke bekannter klassischer Komponisten wäre

Einig sind sich die Befragten bei der Bedeutung von Klassik in Bezug auf heutige Musik: Drei Viertel (75 Prozent) stimmen der Aussage zu, dass Musik heute nicht dieselbe ohne die Werke bekannter klassischer Komponisten wäre. Bei den 18- bis 24-Jährigen vertreten 72 Prozent diese Ansicht, bei den Befragten ab 55 Jahren 80 Prozent. 13 Prozent aller Befragten stimmen nicht zu, 14 Prozent der 18- bis 24-Jährigen sowie 11 Prozent der Befragten ab 55 Jahren.

Männer finden klassische Musik eher altmodisch als Frauen

Ein Viertel der Befragten (27 Prozent) findet klassische Musik altmodisch. Bei den männlichen Befragten geben dies 31 Prozent an, bei den Frauen 23 Prozent. Auch in den Altersgruppen werden große Unterschiede in dieser Frage deutlich: Von den 18- bis 24-Jährigen findet jeder Vierte (41 Prozent) klassische Musik altmodisch, bei den Befragten ab 55 Jahren sagen dies 18 Prozent. Jedoch spricht sich beinahe jeder Sechste der 18- bis 24-Jährigen dafür aus, dass klassische Musik die beste Filmmusik sei (57 Prozent vs. 49 Prozent der Befragten ab 55 Jahren). In der Gesamtbevölkerung finden dies 52 Prozent.

Ludwig van Beethoven und dessen Werke sind den Deutschen vertraut

Die überwältigende Mehrheit (95 Prozent) der Deutschen kennt den Namen Ludwig van Beethoven. Von diesen ordnen ihn fast alle Befragten (98 Prozent) richtig als Komponisten ein. Dass sein 250. Geburtstag Anlass des Jubiläumsjahres ist, wissen 41 Prozent der Beethoven-Kenner, 23 Prozent geben irrtümlich seinen 250. Todestag als Anlass an. Unter welcher Krankheit Ludwig van Beethoven bereits als junger Mann litt, ist vielen bekannt – so ordnen 64 Prozent der Beethoven-Kenner ihn korrekt als taub ein. 6 Prozent der Kenner nimmt irrtümlich an, dass Beethoven unter Blindheit litt. Ein Großteil der Beethoven-Kenner, die ihn zudem richtig als Komponisten einordnen, kennt auch Werke des Künstlers – dies geben drei Viertel (74 Prozent) der Befragten an.

Die Pressecharts können unter folgendem Link heruntergeladen werden: www.yougov.de/pressecharts_klassische_Musik

 

Elbphilharmonie: Verdreifachung der Besucherzahlen in Hamburgs Konzerthäusern

Kurz vor dem dritten Jahrestag der Eröffnung des Konzertbereichs der Elbphilharmonie liegt der Bericht zur Konzertsaison 2018/19 vor. Mit insgesamt über 1,25 Mio. Besuchern bei Konzerten und Veranstaltungen in Elbphilharmonie und Laeiszhalle waren in Hamburgs Konzerthäusern in der Saison 2018/19 mehr als dreimal so viele Menschen zu Gast wie vor der Eröffnung der Elbphilharmonie (Saison 2015/16: rund 390.000 Besucher in der Laeiszhalle). Der Jahresbericht ist ab sofort für alle Interessierten online einsehbar.

Die Elbphilharmonie: Vom Publikum unverändert stark nachgefragt (c) Maxim Schulz

Mit 904.000 Besuchern in 731 Veranstaltungen und weiteren 2,7 Millionen Besuchern auf der Plaza verzeichnete die Elbphilharmonie im genannten Zeitraum insgesamt 3,6 Millionen Gäste. Die Auslastung in den Konzerten lag im Großen Saal bei 98,9 Prozent, im Kleinen Saal bei 91,7 Prozent. Für Kinder, Jugendliche und Familien richtete die Education-Abteilung der Elbphilharmonie rund 1.000 Veranstaltungen mit 52.000 Besuchern aus.

Auch der wirtschaftliche Erfolg der beiden Trägergesellschaften HamburgMusik gGmbH und Elbphilharmonie und Laeiszhalle Betriebsgesellschaft (ELBG) kann sich sehen lassen. Während der Künstlerische Betrieb der HamburgMusik bei einer Auslastung im Großen Saal der Elbphilharmonie von 99,6 Prozent mit einem leichten Minus von 30.000 Euro beinahe ausgeglichen bilanziert, verzeichnet die ELBG erstmals einen Überschuss in Höhe von 1,4 Millionen Euro.

Seit der Eröffnung der Elbphilharmonie haben rund 12 Millionen Gäste die Plaza der Elbphilharmonie frequentiert. Ein gutes Fünftel davon, rund 2,6 Millionen, ging ins Konzert. Über 230.000 Personen haben an Führungen durch den Konzertbereich teilgenommen, 150.000 Besucher waren in Kinderkonzerten, der Instrumentenwelt, in Schulworkshops und Familienkonzerten.

Generalintendant Christoph Lieben-Seutter: »Der auch nach drei Jahren anhaltend hohe Zuspruch ist eine große Freude für mein Team und mich. Besonders glücklich macht uns der Umstand, dass sich in Hamburg nun so viel mehr Menschen für einen Konzertbesuch entscheiden und gerne wiederkommen.«

Kultursenator Dr. Carsten Brosda: »Der andauernde Erfolg der Elbphilharmonie zeigt, was für ein Juwel die Kulturstadt Hamburg mit dem neuen Konzerthaus bekommen hat. Seit nunmehr drei Jahren reißt der Besucherstrom auf die Plaza nicht ab, und seit der Eröffnung der Konzertsäle haben wir tagtäglich ausverkaufte Konzerte und Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche. «

Der Jahresbericht 2018/19 enthält neben den wichtigsten Kennzahlen zur Saison auch einen Rückblick auf das vielfältige Konzertgeschehen. Zudem bieten sortierte Listen aller Veranstaltungen in Elbphilharmonie und Laeiszhalle eine vollständige Übersicht über das Angebot der beiden Konzerthäuser.

Den Jahresbericht kann man unter folgendem Link herunterladen: https://www.elbphilharmonie.de/de/presse/jahresbericht

 

Gut so: „Gewandhaustag“ in Leipzig am 31.8.2019

Er ist nicht auszurotten – der Begriff „Tag der offenen Tür“. Ein Theater, ein Opern- oder Konzerthaus oder ein Orchester, welches zum „Tag der offenen Tür“ einlädt, signalisiert damit sprachlich, dass seine Türen offenbar an 364 Tagen im Jahr geschlossen sind. Was für ein verqueres Bild für eine Kultureinrichtung, die doch möglichst viele Menschen durch möglichst häufig offene Türen hinein bitten will.

Dass es auch anders (und sprachlich viel besser) geht, zeigen Veranstaltungen wie das „Theaterfest für die ganze Familie“ der Wuppertaler Bühnen am 8. September 2019 oder das jährliche „Orchesterfest“ des Philharmonischen Orchesters Trier.

Mitten in der Stadt: „Gewandhaustag“ (Foto: Rene Jungnickel)

Sehr schön ist auch diese aktuelle Veranstaltung: Am 31. August 2019 startet die Gewandhaus-Saison 2019/2020 mit dem Gewandhaustag in der Leipziger Innenstadt und dem Großen Concert unter der Leitung von Gewandhauskapellmeister Andris Nelsons. Bei hervorragendem Wetter läuten Ensembles des Gewandhausorchesters sowie der GewandhausChor am Nachmittag von 15 bis 18 Uhr an verschiedenen Spielorten in der Leipziger City die neue Saison ein – alle Konzerte sind kostenfrei. Am Abend dirigiert Andris Nelsons das Gewandhausorchester im Großen Concert zur Eröffnung der 239. Saison mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Claude Debussy und Igor Strawinsky.

Klassik ist auf Erfolgskurs

Berlin – Die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) konstatiert ein größeres Besucherpotenzial und eine steigende Nachfrage nach klassischer Musik. „Allein zum Open-Air-Konzert der Berliner Philharmoniker am Brandenburger Tor unter dem neuen Chefdirigenten Kirill Petrenko werden am 24. August über 30.000 Menschen erwartet“, sagt Gerald Mertens, Geschäftsführer der DOV.

Sehr beliebt: „Oper für Alle“ in Berlin

„Klassik ist insgesamt auf Erfolgskurs“, meint Mertens, „denn 45.000 Besucher bei Oper für alle mit Deutscher Staatsoper und Staatskapelle Berlin auf dem Bebelplatz im Juni 2019, 75.000 Besucher im Nürnberger Luitpoldhain bei den Nürnberger Philharmonikern, weitere 50.000 bei den Nürnberger Symphonikern im Sommer 2019, fast 70.000 Menschen bei Klassik airleben mit dem Gewandhausorchester Leipzig oder 20.000 erwartete Besucher beim hr-Sinfonieorchester Open Air in Frankfurt/Main am 22. August, kann man schwerlich anders bewerten.“

Besucherpotenzial größer als statistisch bislang belegt

Diese mehreren hunderttausend Musikliebhaber tauchen jedoch bislang in keiner offiziellen Besucherstatistik auf, denn der Eintritt zu vielen großen Klassik-Open-Air-Veranstaltungen ist frei. „Auch die Besucher kleinerer professioneller Klassikfestivals oder Open-Air-Konzerte, der Konzerte von Musikhochschulen, vieler Kammermusikveranstaltungen, der Konzerte in Kirchen oder in Universitäten werden statistisch grundsätzlich nicht erfasst“, beklagt Mertens. „Die verfügbaren Open-Air-Besucherzahlen dieses Sommers belegen aber auf jeden Fall ein großes Besucherpotenzial für Klassik – auch jenseits der Sommersaison“.

Orchester als analoge Gegenwelten?

Orchester verändern sich laufend: neue Musiker, neue Dirigentinnen, mehr Musikvermittlung, ungewöhnliche Programme, neue Konztertformate. Wie sieht in einer zunehmend gloablisierten und digitalisierten Gesellschaft die Zukunft aus?

Jennifer Dautermann, Direktor von Classical:NEXT, hat sich hierzu mit Anselm Rose, Intendant der roc Berlin, unterhalten: https://www.youtube.com/watch?v=gqW3HyIsrdc

Bundesjugendorchester sucht Ehemalige!

Das Bundesjugendorchester bittet um Hilfe – wer ist ehemaliges Orchestermitglied und hat noch nicht von den großen Jubiläumsfeierlichkeiten 2019 erfahren?

BJO – Nach Abschied nun Wiedersehen? (c) Kai Bienert

Alle Informationen zum Jubiläum sowie zum *Großen Fest der Ehemaligen* am 25.04.2019 in Köln sind unter folgendem Link abrufbar: https://www.bundesjugendorchester.de/konzerte/termine/50-jahre-bjo/

Ihr Kontakt für Ehemalige allgemein und alle Fragen zum Jubiläum: Annette Börger, Pressereferentin Bundesjugendorchester. (Mail: boerger@musikrat.de / Telefon: 0228 2091 197)

Bundespräsident betont wachsende Bedeutung klassischer Musik

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat im Rahmen einer Ansprache in Bonn den wachsenden Stellenwert von klassischer Musik in Deutschland betont. Dies sei eine „positive Überraschung“, so Steinmeier. Dennoch bedürften die musikalische Bildung und das Bemühen um die Nachwuchshörer weiterer Anstrengungen.

Bundespräsident Steinmeier sieht Entwicklung klassischer Musik positiv (C: Bundesregierung/Steffen Kugler)

Hier der volle Wortlaut seiner Rede vom 30. August 2018 anlässlich der musikalisch-literarischen Soiree Ludwig van Beethoven – eine Annäherung in der Villa Hammerschmidt, dem zweiten Amtssitz des Bundespräsidenten:

„Ich freue mich, Sie alle heute an diesem Ort begrüßen zu dürfen, der gerade an solchen Sommerabenden besonders schön ist. Ich teile meine Freude über den Bonner Amtssitz des Bundespräsidenten immer wieder gerne mit Gästen und sage deshalb: Herzlich Willkommen hier in der Villa Hammerschmidt!

Zu Anfang eine Frage: Passt das eigentlich noch in unsere Zeit, was wir heute Abend vorhaben? Und passt das eigentlich zur demokratischen Gesellschaft? Viele Freunde der klassischen Musik kommen sich ja selber schon wie eine anachronistische Minderheit vor, die immer kleiner zu werden scheint. Und dazu kommt: Der Besuch klassischer Konzerte wird immer wieder als eine elitäre Angelegenheit dargestellt, als ein Distinktionsmerkmal für Besserverdienende.

Beiden Wahrnehmungen widersprach im Juli vehement ein Bericht in der Zeitung, hinter der immer ein kluger Kopf stecken soll. Er bezeichnet, abgestützt durch Zahlen und Fakten, die sogenannte „Klassikkrise“ als „empirieresistentes Gerede“.

Da wird beispielsweise die Intendantin des Würzburger Mozartfests mit ihrer Aussage zitiert, sie könnte jeden Platz dreimal verkaufen. Beispiele für erheblich steigende Abonnementzahlen liefern aber nicht nur Festivals; auch feste Ensembles werden genannt. Und eben nicht nur in Berlin, wo man es vielleicht vermutet, sondern auch in der sogenannten Provinz, die in Deutschland ja gerade kulturell oft gar keine ist. Als Beispiele dienen etwa die Bamberger Symphoniker und das Theater Osnabrück.

Und ich bin mir – mit den Verantwortlichen – sicher: Hier in Bonn wird das große Beethovenfest 2020, mit dem profilierten Programm, das Nike Wagner dafür vorbereitet, ähnliche Erfolgsnachrichten bringen.

Was übrigens die – wie wir im Karl-Marx-Jahr ruhig einmal sagen können – Klassenfrage angeht, so zeigen nach Einkommensklassen aufgestellte Statistiken: Das Interesse an Festivals mit klassischer Musik ist einkommensunabhängig. Bei Nettoeinkommen unter 1500 Euro im Monat liege es sogar leicht höher als bei allen, die über 3000 Euro im Monat verfügen. Ich fand das alles überraschend und erfreulich.

Das soll uns nicht bequem und zufrieden machen. Wir können nie genug für musikalische Bildung tun und nie genug Nachwuchshörer zu begeistern versuchen. Denn eines zeigen die Statistiken auch: die Verbindung von höherer Bildung und Schulabschlüssen und dem ausgeprägten Interesse für klassische Musik – diese Verbindung ist signifikant.

Sie werden nicht damit gerechnet haben, vor einem Konzert mit dieser Art von Zahlen konfrontiert zu werden, aber weil sie eine so positive Überraschung darstellen, wollte ich das einmal tun.

Damit hören die Überraschungen heute aber noch längst nicht auf.

Wenn Sie nämlich auf das Programm des heutigen Abends schauen, der ja zum Vorabend des Beethovenfestes veranstaltet wird, so werden Sie ein Stück von Beethoven vergeblich suchen. Heute wird vielmehr eine Annäherung an Beethoven geboten – und so hören wir Lieder von Komponisten, die in der Nachfolge Beethovens komponiert haben; die in der ein- oder anderen Weise von Beethoven beeinflusst sind, die sich an Beethoven orientieren und messen oder auch bewusst über Beethoven hinausgehen wollen.

Beispielhaft zeigt die Beethovenverehrung jener Zeit der Text von Richard Wagner, den wir begleitend hören. Er erzählt von einer fiktiven Pilgerfahrt nach Wien zu Beethoven – übertrieben, ironisch, mit hintersinniger Lust am Fantasieren – und doch im Kern von der tiefen Verehrung geprägt, die die Nachwelt Beethoven schon bald überreich entgegenbrachte.

Ich will nicht vorweg alles haarklein entschlüsseln, was wir uns mit diesem Programm gedacht haben, das nähme Ihnen ja auch den Spaß am Entdecken beim Hören.

Aber auffallen dürfte, dass hier die fruchtbare Spannung zwischen Deutschem und Französischem eine Rolle spielt. Und natürlich liegt auch Spannung in der Luft, wenn Heine und Wagner zusammenkommen – und wenn wir uns vergegenwärtigen, welche Wege beide noch gegangen sind.

Musik ist keineswegs immer die allesversöhnende universale Sprache der Weltverständigung. Man muss genau hinhören, man muss versuchen, jedes Idiom genau mit zu vollziehen. Dann hört man, wie Musik gleichsam in unterschiedlichen Sprachen spricht. Es kann allerdings auch gelingen, eine, wenn Sie so wollen, versöhnte Verschiedenheit hörbar zu machen. Dann nämlich, wenn man Unterschiede nicht einfach stehen lässt, sondern sie aufeinander bezieht. Das wenigstens ist die Idee dieses Abends – und diese Idee könnte auch unserem Zusammenleben außerhalb dieser vier Wände und über diesen Abend hinaus gut tun.

Es wird, das kann ich versprechen, ein sehr abwechslungsreicher Abend werden – und das ist auf jeden Fall vollkommen im Sinne Beethovens. Denn dieser unübertroffene Großmeister der Variation wusste: Gelungene Abwechslung ist einer der Namen für gute Musik. Und immer wieder die Möglichkeit zur Abwechslung zu haben: Das ist ein anderer Name für Freiheit. Weniges war Beethoven teurer als sie.

Wir konnten großartige Interpreten für diesen Abend gewinnen und schon vor der ersten Note sage ich einen ganz herzlichen Dank für ihre Bereitschaft, dieses Konzert zu gestalten. Es werden singen Fatma Said und Roman Trekel. Am Klavier begleitet sie Daniel Heide. Und Wagners Fantasie von der Pilgerfahrt zu Beethoven liest Markus Meyer.

Uns allen wünsche ich einen wunderbaren Abend.“

Quelle: http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Frank-Walter-Steinmeier/Reden/2018/08/180830-Villa-Soiree-Beethoven.html