Bilanz 2017/18: Berliner Staatsoper Unter den Linden mit Auslastung von 94%

Insgesamt hat die Staatsoper Unter den Linden in der Spielzeit 2017/18 zu rund 272 Veranstaltungen eingeladen, darunter zu 14 Musiktheater-Premieren im großen Haus und in der Neuen Werkstatt, zu 13 Opernwerken aus dem Repertoire und 87 Konzerten. Insgesamt wurde eine Auslastung von 94% erreicht.

Staatsoper für alle!

Über 196.000 Besucher kamen zu den Veranstaltungen der Staatsoper und Staatskapelle in Berlin sowie zusätzlich über 15.000 Besucher (exklusive Buenos Aires) zu den Gastspielkonzerten von Daniel Barenboim und der Staatskapelle Berlin in Dresden, Paris, Wien und Salzburg. Gleich zwei Mal gab es in dieser Spielzeit STAATSOPER FÜR ALLE – bei freiem Eintritt dank BMW Berlin: Zum Auftakt des PRÄLUDIUMS zur Wiedereröffnung der Staatsoper fand am 30. September 2017 ein Live-Konzert der Staatskapelle Berlin und Daniel Barenboim mit über 45.000 Besucherinnen und Besuchern auf dem Bebelplatz statt und auch die weiteren Opernvorstellungen und Konzerte rund um die Wiedereröffnung wurden live übertragen. Über 60.000 Besucher erlebten außerdem im Juni 2018 das 12. STAATSOPER FÜR ALLE-Wochenende mit dem Sinfoniekonzert der Staatskapelle Berlin und Daniel Barenboim und der Opern-Live-Übertragung von Verdis MACBETH.

Großen Zuspruch bei Publikum und Presse fanden in der Spielzeit 2017/18 die Premieren von Richard Wagners TRISTAN UND ISOLDE (Regie: Dmitri Tcherniakov) mit Andreas Schager und Anja Kampe in den Titelpartien als Fortsetzung der langen Wagner-Tradition von Staatsoper und Staatskapelle, von Giuseppe Verdis FALSTAFF (Regie: Mario Martone) im Rahmen der diesjährigen FESTTAGE mit Michael Volle und von Verdis MACBETH (Regie: Harry Kupfer) mit Plácido Domingo und Anna Netrebko – alle drei Werke wurden von Daniel Barenboim dirigiert.

Neben acht Abonnementkonzerten der Staatskapelle Berlin – u. a. mit Solisten wie Maurizio Pollini, Renaud Capuçon, Lisa Batiashvili, Nadine Sierra, Anna Prohaska, Marianne Crebassa und Michael Volle sowie mit Gastdirigenten wie François-Xavier Roth, Christoph von Dohnányi und Sir Antonio Pappano – eröffneten Daniel Barenboim und die Staatskapelle Berlin in dieser Spielzeit erneut das Musikfest Berlin, diesmal mit Anton Bruckners 8. Sinfonie. Am 7. Oktober 2017 spielte die Staatskapelle Berlin unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim als Dank an alle Berlinerinnen und Berliner das erste KONZERT FÜR BERLIN bei freiem Eintritt im Opernhaus.

Den Schwerpunkt des Konzertprogramms der Staatskapelle bildeten in dieser Saison Werke von Claude Debussy, dessen Todestag sich im März 2018 zum 100. Mal jährte. Seine Kompositionen waren bei vier Abonnementkonzerten, bei zwei FESTTAGE-Konzerten, beim Gastspiel der Staatskapelle im Wiener Musikverein, beim STAATSOPER FÜR ALLE-Konzert sowie beim KONZERT FÜR BERLIN zu erleben. Bei den FESTTAGE-Konzerten waren die Wiener Philharmoniker zu Gast, ebenso wie Martha Argerich, Anna Prohaska, Marianne Crebassa, Anna Lapkovskaja und Maria Furtwängler, die Debussys selten aufgeführtes Werk »Le Martyre de Saint-Sébastien« konzertant darboten. Anlässlich seines 75. Geburtstags gab Daniel Barenboim im November 2017 gemeinsam mit der Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Zubin Mehta ein Benefizkonzert.

Mit Beginn der Spielzeit 2018/19 sind BMW und UBS Hauptpartner der Staatsoper Unter den Linden.

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Bayerische Staatsoper: Parsifal bei „Oper für alle“ und auf STAATSOPER.TV

Die bislang schon sehr erfolgreiche Open-Air-Saison der deutschen Opernhäuser und Orchester nimmt weiter Fahrt auf: In München können bei „Oper für alle“ am Sonntag, 8. Juli, bis zu 10.000 Opernbegeisterte die Neuproduktionen von Richard Wagners Parsifal erleben.

Oper für alle in München (Foto: Bayerische Staatsoper)

Der Eintritt ist dank dem langjährigen Partner BMW München frei. Die ausverkaufte Vorstellung wird auf dem Max-Joseph-Platz vor der Oper auf einer 50 m2 großen Leinwand übertragen. Generalmusikdirektor Kirill Petrenko hat die musikalische Leitung dieser Neuproduktion inne. Das Bühnenbild stammt von Georg Baselitz, einem der wichtigsten bildenden Künstler der Gegenwart. In der Inszenierung von Pierre Audi singen Jonas Kaufmann (Parsifal), Christian Gerhaher (Amfortas), René Pape (Gurnemanz), Wolfgang Koch (Klingsor) und Nina Stemme (Kundry).

Thomas Gottschalk führt zum vierten Mal durch diesen Oper-für-alle-Abend und trifft erneut Mitwirkende zu kurzen Interviews hinter den Kulissen.

Die Vorstellung wird zeitgleich via STAATSOPER.TV kostenfrei übertragen. Zusätzlich bietet die Bayerische Staatsoper einen 24-stündigen Video-on-Demand-Service ebenfalls auf STAATSOPER.TV am folgenden Tag an.

Oper für alle

So, 8. Juli 2018, 17.00 Uhr

Max-Joseph-Platz, Eintritt frei

Live-Stream

So, 8. Juli 2018, 17.00 Uhr

Video-on-demand (VoD)

Mo, 9. Juli 2018, 12 .00 Uhr bis Di, 10. Juli, 12 .00 Uhr

»ELBPHILHARMONIE KONZERTKINO« GEHT IN DIE ZWEITE RUNDE

Hamburg – Einmal World Music, einmal Jazz, fünf Mal Klassik: Das »Elbphilharmonie Konzertkino«, das im August 2017 erstmals viele begeisterte Zuschauer fand, lockt auch in diesem Sommer wieder Flaneure und Musikbegeisterte auf den Vorplatz der Elbphilharmonie Hamburg. Zwischen 27. August und 2. September gibt es unter freiem Himmel sechs Live-Konzerte aus dem Großen Saal auf großer LED-Leinwand – dem »Cube« des Elbphilharmonie-Principal Sponsors SAP – zu erleben.

Menschen für Klassik gewinnen: Konzertkino vor der Elbphilharmonie (Foto: Daniel Dittus)

Auf dem Programm stehen die letzten vier Abende des Elbphilharmonie Sommers sowie der Start in die Saison 2018/19. Die Konzerte bestreiten Youssou NDour & Le Super Étoile de Dakar (27.8.), Stefano Bollani mit seinem Programm »Napoli Trip« (29.8.), das Gustav Mahler Jugendorchester mit Gautier Capuçon (Dirigent: Lorenzo Viotti, 30.8.)  (30.8.) und das Swedish Chamber Orchestra mit Heinz Karl Gruber (31.8.).  Zum großen Finale werden sowohl die Opening Night des NDR Elbphilharmonie Orchesters (Dirigent: Krzysztof Urbański, 1.9.) als auch die Saisoneröffnung der HamburgMusik mit dem Orchestre Révolutionnaire et Romantique mit Joyce DiDonato (Dirigent: John Eliot Gardiner, 2.9.) live übertragen.  Am zweiten Abend der Serie (28.8.) erwartet das Publikum der Mitschnitt des Konzerts des NDR Elbphilharmonie Orchesters vom 10. Mai 2018 mit der »Star Wars«-Suite von John Williams und den »Planeten« von Gustav Holst. Mit Ausnahme der Opening Night des NDR Elbphilharmonie Orchesters (19 Uhr) beginnen alle Konzertübertragungen um 20 Uhr.

Der Eintritt ist frei, für ein gastronomisches Angebot ist gesorgt.

Das »Elbphilharmonie Konzertkino« erlebte zur exakt gleichen Zeit vor einem Jahr seine Premiere, unterstützt von der SAP, Principal Sponsor der Elbphilharmonie. Nun stellt die SAP erneut ihr »Cube« genanntes Modul auf den Vorplatz. Zur exzellenten Tonübertragung liefert der »Cube« auf der LED-Außenwand gestochen scharfe Bilder aus dem Großen Saal, die noch dem farbintensivsten Sonnenuntergang über der Elbe standzuhalten vermögen. Das begehbare Projektionsgehäuse ist auch tagsüber geöffnet und lädt über mehrere Videomonitore zum Kennenlernen des breit gefächerten Angebots der Elbphilharmonie ein. Flankiert wird das Public Viewing von Live-Moderationen, Videos, Künstlergesprächen und Konzerteinführungen.

Neben der SAP ermöglichen zwei weitere Principal Sponsors, BMW und die Bank Julius Bär, sowie die Stiftung Elbphilharmonie das diesjährige Konzertkino. NDR Kultur überträgt die Opening Night des NDR Elbphilharmonie Orchesters live im Radio und begleitet die Konzertkino-Abende mit Moderationen vor Ort.

Bereits zwei Stunden vor Konzertbeginn öffnet die Gastronomie auf dem Vorplatz. Damit man auf den zur Elbe hin absteigenden Stufen der Elbphilharmonie noch bequemer sitzen kann, gibt es Kissen zum Ausleihen (solange der Vorrat reicht).

 

DIE TERMINE IM ÜBERBLICK

»Elbphilharmonie Konzertkino«: Live-Übertragungen auf den Vorplatz bei freiem Eintritt

Montag, 27. August
Youssou NDour & Le Super Étoile de Dakar
Moderation ab 19.30 Uhr / Konzertbeginn 20 Uhr

Dienstag, 28. August
NDR Elbphilharmonie Orchester, Krzystof Urbański

Gustav Holst: Die Planeten
John Williams: »Star Wars«-Suite
(Ausstrahlung des Konzerts vom 10. Mai 2018 in der Elbphilharmonie)
Beginn 20 Uhr

Mittwoch, 29. August:
Stefano Bollani »Napoli Trip«

Moderation ab 19.30 Uhr / Konzertbeginn 20 Uhr

Donnerstag, 30. August:
Gustav Mahler Jugendorchester, Ltg. Lorenzo Viotti / Gautier Capuçon  (Violoncello)

Giuseppe Verdi: Ouvertüre zu »La forza del destino«
Antonin Dvorak: Konzert für Violoncello und Orchester h-Moll op. 104
Claude Debussy: Prélude à l’après-midi d’un faune
Igor Strawinsky: Le sacre du printemps
Moderation ab 19.30 Uhr / Konzertbeginn 20 Uhr

Freitag, 31. August:
Swedish Chamber Orchestra, Chansonnier und Ltg. Heinz Karl Gruber

Heinz Karl Gruber: Manhattan Broadcasts
Kurt Weill: Sinfonie Nr. 2
Heinz Karl Gruber: Frankenstein!! Ein Pandämonium für Chansonnier und Orchester
Moderation ab 19.30 Uhr / Konzertbeginn: 20 Uhr

Sonnabend, 1. September: »Opening Night«
NDR Elbphilharmonie Orchester, Ltg. Krzysztof Urbański / Jean-Yves Thibaudet (Klavier)
Maurice Ravel: Daphnis et Chloé
Maurice Ravel: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 G-Dur
Guillaume Connesson: Les trois cités de Lovecraft
Maurice Ravel: Boléro
Moderation ab 18.30 Uhr / Konzertbeginn: 19 Uhr

Sonntag, 2. September: Saisoneröffnung
Orchestre Révolutionnaire et Romantique, Ltg. Sir John Eliot Gardiner / Joyce DiDonato (Mezzosopran)
Hector Berlioz: Le corsaire / Ouverture
Hector Berlioz: La mort de Cléopatre / Scène lyrique für Mezzosopran
Hector Berlioz: Chasse royale et orage
Hector Berlioz: Je vais mourir
Hector Berlioz: Symphonie fantastique / Épisode de la vie d’un artiste
Moderation ab 19.30 Uhr / Konzertbeginn: 20 Uhr

Für alle, die nicht auf dem Vorplatz der Elbphilharmonie dabei sein können: Die Konzerte am 27., 29., 30. und 31. August sowie am 1. und 2. September werden auch online unter www.elbphilharmonie.de im Live-Stream übertragen.

 

STAATSOPER FÜR ALLE 2018 begeistert über 62.000 Menschen in Berlin

#TrendwendeKlassik auch in Berlin: Klassische Musik ist gefragt. Insgesamt 62.000 Musikbegeisterte kamen an diesem Wochenende zur 12. Ausgabe von STAATSOPER FÜR ALLE auf den Bebelplatz (16. Juni knapp 40.000 und am 17. Juni 22.000 Besucherinnen und Besucher). Erstmals seit 2012 fand die Veranstaltung wieder im »klassischen« Format statt – mit einem Open-Air-Konzert bei strahlendem Sonnenschein am Samstagmittag und einer Opern-Live-Übertragung am Sonntagabend. Dank BMW Berlin war auch in diesem Jahr der Eintritt für alle Besucher frei.

Staatsoper für alle! (Archiv)

Bei dem Konzert am 16. Juni spielte die Staatskapelle Berlin unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim unter freiem Himmel Gioachino Rossinis Ouvertüre zu IL BARBIERE DI SIVIGLIA, Claude Debussys IBÉRIA aus IMAGES POUR ORCHESTRE sowie Igor Strawinskys LE SACRE DU PRINTEMPS. Zuvor wurden die Zuhörer auf dem komplett gefüllten Bebelplatz vom Schirmherrn des Formats, Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller zusammen mit Hans-Reiner Schröder, Direktor BMW Berlin, Intendant Matthias Schulz und Moderatorin Lisa Ruhfus begrüßt. Als Zugabe erklang die POLONAISE aus Peter I. Tschaikowskys EUGEN ONEGIN. Außerdem konnte das Konzert weltweit per Livestream miterlebt werden.

Am 17. Juni wurde die ausverkaufte Premiere von Verdis MACBETH mit Plácido Domingo in der Titelrolle und Anna Netrebko (Lady Macbeth) in der Inszenierung von Harry Kupfer live auf den Bebelplatz übertragen. Die musikalische Leitung der Staatskapelle Berlin übernahm Daniel Barenboim. Zum weiteren Ensemble gehörten Fabio Sartori (Macduff), Kwangchul Youn (Banquo), Florian Hoffmann (Malcolm), Evelin Novak (Kammerfrau), Jan Martiník (Mörder, Erscheinung), Dominic Barberi (Diener, Herold, Arzt) sowie Solisten des Kinderchors der Staatsoper. Nach dem Schlussapplaus in der Staatsoper verbeugten sich die Solisten, Daniel Barenboim und das Regieteam auch auf der Bühne auf dem Bebelplatz und wurden mit Standing Ovations von den vielen Tausend Opernfans begeistert gefeiert.

Matthias Schulz, Intendant der Staatsoper Unter den Linden: »Wir freuen uns sehr, dass auch in diesem Jahr wieder so viele Menschen zu STAATSOPER FÜR ALLE auf dem Bebelplatz zusammengekommen sind, um gemeinsam das Konzert und die Live-Übertragung von Macbeth zu erleben. Es war ein ganz besonderer Höhepunkt unserer Eröffnungssaison zurück in der Staatsoper Unter den Linden! Ich hoffe, dass wir uns alle in einem Jahr wiedersehen, wenn am 15. und 16. Juni 2019 das nächste STAATSOPER FÜR ALLE stattfindet.«

»Für die Staatskapelle Berlin und für mich ist STAATSOPER FÜR ALLE ein ganz wunderbarer Bestandteil der Spielzeit. Ich bin sehr froh, dass es in diesem Jahr erstmals wieder im ursprünglichen Format stattfinden konnte und dass wir so viele Menschen an dem Konzert- und dem Opernerlebnis teilhaben lassen konnten.«, so Daniel Barenboim.

STAATSOPER FÜR ALLE findet im kommenden Jahr am 15. und 16. Juni 2019 statt, mit der Live-Übertragung von Wagners »Tristan und Isolde« in der Regie von Dmitri Tcherniakov, dirigiert von Daniel Barenboim und mit u.a. Anja Kampe, Andreas Schager und René Pape sowie mit einem Open-Air-Konzert der Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Daniel Barenboim.

365 Tage Elbphilharmonie Hamburg: Bilanz eines spektakulären Erfolgs

Hamburg – Die Elbphilharmonie Hamburg liefert ein Jahr nach ihrer Eröffnung eine beeindruckende Erfolgsbilanz ab. Rund 850.000 Gäste besuchten über 600 Konzerte, weit über 4,5 Millionen pilgerten auf die Plaza, nahezu 70.000 Personen nahmen an Konzerthausführungen teil, und die Musikvermittlungs-Angebote der Elbphilharmonie verzeichnen über 60.000 Menschen jeden Alters als Mitwirkende.

Die Elbphilharmonie – ein neues Wahrzeichen

Vor einem Jahr, am 11. Januar 2017, wurde die Elbphilharmonie Hamburg mit einem Festkonzert im Beisein fast der gesamten damaligen Staatsspitze – Bundespräsident Joachim Gauck, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundestagspräsident Norbert Lammert und Bundesverfassungsgerichtspräsident Andreas Voßkuhle – feierlich eröffnet. Etwa ein Viertel der geladenen Gäste hatte die Teilnahme bei einer Ticketverlosung gewonnen. Seither hat die vom Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron entworfene Elbphilharmonie eine beispiellose Erfolgsgeschichte hingelegt. Rund 850.000 Menschen haben über 600 stilistisch vielfältige, stets der künstlerischen Exzellenz verpflichtete Konzertveranstaltungen in den Sälen der Elbphilharmonie besucht.

Neben den Konzertreihen des NDR Elbphilharmonie Orchesters, des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg und des Ensemble Resonanz gastierten rund 70 Orchester in der Elbphilharmonie, darunter viele der besten Orchester unserer Zeit. Rund 130 Ensembles, Bands und Chöre sorgten für ein breitgefächertes Konzertangebot, das weit über die Klassik hinaus von Jazz über Weltmusik, Rock, Pop bis zu Elektronik und Hip Hop reicht. Mit zahlreichen Festivalformaten und thematischen Schwerpunkten sowie einer Reihe von Uraufführungen fiel die Programmkonzeption durchwegs auf äußerst positive Resonanz.

Insgesamt nahmen mehr als 60.000 Mitwirkende die vielfältigen Musikvermittlungsangebote wahr, die vom Babykonzert über Schulworkshops und Familienkonzerte bis zur regelmäßigen Teilnahme bei einem der 5 Mitmachensembles reichen. Im Rahmen der Elbphilharmonie Instrumentenwelt in den Kaistudios konnten im Kalenderjahr 2017 mehr als 18.000 Kinder und Erwachsene im Rahmen von Workshops erstmals die unterschiedlichsten Musikinstrumente ausprobieren.

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz: »Die Elbphilharmonie hat die internationale Wahrnehmung Hamburgs verändert und die Kultur hat ein neues Zuhause im Herzen der Stadt bekommen. Abend für Abend ausverkaufte Konzerte und rund 4,5 Millionen Besucher auf der Plaza zeigen die große Faszination, die dieses Haus und die Musik ausüben. Die Elbphilharmonie begeistert die Hamburgerinnen und Hamburger und unsere Gäste. Die bestechende Idee, mit einem Haus für alle einen kulturellen Identifikationspunkt zu schaffen, ist voll und ganz aufgegangen. Hamburg ist stolz auf die Elbphilharmonie und die kulturelle Vielfalt der Stadt, die sich auch in der Elbphilharmonie widerspiegelt. Generalintendant Christoph Lieben-Seutter: »Aus dem unglaublich dichten Programm des Eröffnungsjahres einzelne Höhepunkte hervorzuheben, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Neben den unzähligen Konzerterlebnissen ist es nach wie vor eine tägliche Freude zu erleben, wie beeindruckt Besucher wie Künstler von der Elbphilharmonie und ihrer Atmosphäre sind.«

Die Nachfrage nach Konzertkarten ist auch ein Jahr nach der Eröffnung ungebrochen hoch und übertrifft bei einzelnen Konzerten das Platzangebot um mehr als das 20-fache. Bei Vorverkaufsstarts von besonders gefragten Konzerten oder Konzertreihen kommt daher weiterhin ein Vergabeverfahren zur Anwendung, das die Tickets unter allen Bestellern nach dem Zufallsprinzip vergibt. Regelmäßig ausgebucht sind auch die von der Elbphilharmonie angebotenen Konzerthausführungen, in deren Rahmen sich bereits rund 70.000 Menschen einen Eindruck vom Gebäude und seiner Geschichte machen konnten.

Die Plaza, die kostenlos zugängliche Plattform in 37 Metern Höhe mit der fabelhaften Aussicht über Stadt und Hafen, hat mit weit über 4,5 Millionen Besuchern seit ihrer Eröffnung am 4. November 2016 selbst die optimistischsten Prognosen deutlich überschritten. Sie ist Hamburgs Besuchermagnet Nummer eins. Auch das exzellente Abschneiden Hamburgs in Städterankings international führender Medien wie der »New York Times« oder in einflussreichen Reiseführern wie »Lonely Planet« ist auf den gewaltigen Attraktivitätsschub der Stadt durch die Elbphilharmonie zurückzuführen.

Nicht zuletzt übertraf das Medienecho auf die Elbphilharmonie im Eröffnungsjahr alle Erwartungen. Mehr als 50.000 Artikel erschienen weltweit in Zeitungen, Zeitschriften, Magazinen, Periodika aller Art sowie online. Die Website http://www.elbphilharmonie.de verzeichnete rund 50 Millionen Zugriffe, und die Live-Streams und Konzertmitschnitte auf der Plattform Elbphilharmonie Worldwide sowie in den Social Media-Kanälen der Elbphilharmonie wurden insgesamt rund 3 Millionen mal aufgerufen.

Das Programm für die Konzertsaison 2018/19 wird im Mai veröffentlicht.

2018: Mehr Geld für Orchester und Theater!

Geht es der Wirtschaft schlecht und die Steuereinnahmen sinken, werden die öffentlichen Ausgaben im Kulturbereich als erstes gekürzt. Geht es der Wirtschaft gut und die Steuereinnahmen sprudeln, werden die Ausgaben im Kulturbereich als letztes erhöht. Dieser Eindruck drängt sich auf, wenn man die Entwicklung der letzten zehn Jahre verfolgt. Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009, vor allem ausgelöst durch die Banken- und Investmentkrise in den USA, war auch in der Kulturfinanzierung in Deutschland zu spüren. Nicht nur bei öffentlichen Kultureinrichtungen, auch bei zahlreichen Musikfestivals, die die Zurückhaltung von Sponsoren zu spüren bekamen.

Viele Orchester und Theater brauchen eine bessere Finanzierung – Staatstheater Schwerin (c) DOV

Im Moment sprudeln die Steuereinnahmen für Bund, Länder und Kommunen so gut wie schon lange nicht mehr. Die öffentlichen Kassen sind voll. Die Wirtschaft brummt. Arbeitskräfte werden knapp. Die Beschäftigungsquote in Deutschland ist so hoch wie seit 1990 nicht mehr. Und ist nun deswegen finanziell alles gut für die Orchester und Theater in Deutschland? Leider nein. Zwar kann man sich über neu eröffnete und renovierte Konzertsäle und Theatergebäude freuen. Auch ist der Bund erstmals mit dem Programm „Exzellente Orchesterlandschaft Deutschland“ verstärkt in die Finanzierung von Sonderprojekten regionaler Orchester eingestiegen. Ebenso gibt es vom Bund mehr Geld für die Stiftung Oper in Berlin und die Berliner Philharmoniker. In Nordrhein-Westfalen will die neue Landesregierung den Kulturhaushalt verdoppeln. Aber bei vielen Orchestern, vor allem in den fünf östlichen Bundesländern, die seit Jahren unter Haustarifverträgen arbeiten, in denen Musiker auf Vergütung verzichten, ist der neue Aufschwung noch nicht angekommen. Allein im Freistaat Sachsen klafft eine Finanzierungslücke von 12 bis 15 Millionen € bei den Personalkosten der Orchester und Theater.

Will der Staat glaubhaft bleiben, muss er neben notwendigen Investitionen, zum Beispiel in die digitale Infrastruktur, dort mehr Geld ausgeben, wo er in der Vergangenheit erkennbar zu stark gekürzt bzw. zu wenig erhöht hat. Im Freistaat Sachsen z.B. sind dies die Bereiche Bildung, Polizei, aber eben auch Kultur. Ausgerechnet in Sachsen, wo die Kultur per Gesetz im Jahr 1994 zur Pflichtaufgabe erklärt wurde, gibt es in Orchestern und Theatern im bundesweiten Vergleich die meisten Haustarifverträge mit Lohnverzicht der Beschäftigten. Diese Paradoxie muss ein Ende haben. Und zwar unverzüglich. Die DOV wird diesen Missstand gemeinsam mit den Betroffenen erneut anprangern. In der Hoffnung, dass die politisch Verantwortlichen den Hebel endlich umlegen und für eine auskömmliche Finanzierung der Orchester und Theater sorgen.

Gerald Mertens

Immer mehr Besucher für klassische Musik

Am 18. August startet im Berliner Konzerthaus das erfolgreiche Jugendorchester-Festival Young Euro Classic. Die Konzerte sind in der Regel ausverkauft. Die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) nimmt den Festivalstart zum Anlass, Zwischenbilanz des Klassiksommers 2017 zu ziehen.

© HR/Tim Wegner – Impression vom Open Air des hr-Sinfonieorchesters 2016

„Die sommerlichen Open-Air-, Festival- und Festspiel-Veranstaltungen klassischer Musik werden immer beliebter“, sagt DOV-Geschäftsführer Gerald Mertens. „Trotz des eher durchwachsenen Sommerwetters beobachten wir eine weiter steigende Nachfrage beim Publikum.“ Die Münchner Opernfestspiele melden 97 Prozent Auslastung, ebenso die Kieler Oper mit ihrer Turandot Open-Air-Produktion. Die Auslastung des Schleswig-Holstein-Musikfestivals liegt zur Halbzeit bereits bei 84 Prozent und damit vier Prozent höher als im Vorjahr. Die Opernfestspiele Heidenheim verbuchen mit 17.600 Besuchen sogar eine fast 100-prozentige Auslastung.

„Dieser positive und erfreuliche Trend zieht sich quer durch fast alle Auswertungen der örtlichen Veranstalter. Ein ähnliches Bild zeigen auch die Saisonbilanzen der Spielzeit 2016/17“, sagt Mertens. Das Gärtnerplatztheater München meldet eine Auslastung von 90 Prozent sowie steigende Abonnentenzahlen. Die wieder eröffnete Staatsoperette Dresden erzielt 93,3 Prozent und das neu eröffnete Bochumer Musikforum eine traumhafte Auslastung von 98,6 Prozent. „Solche guten Zahlen gibt nun es seit mehreren Jahren. Sie sind ein Beleg, dass die Trendwende Klassik nicht mehr aufzuhalten ist.“