Mainz: Konferenz „Orchester & Schule“ am 9./10. Juni 2017

Mit der Fachkonferenz „Orchester & Schule“ am 9. und 10. Juni 2017 in Mainz will die Deutsche Orchester-Stiftung einen Impuls setzen, um die Zusammenarbeit von Orchestern und Schulen nachhaltig zu fördern und alle an diesem Prozess Beteiligten in Austausch zu bringen.

Alle Kooperationspartner von Orchester & Schule – Landesmusikrat Rheinland-Pfalz, netzwerk junge ohren e. V., Bundesverband Musikunterricht Rheinland Pfalz und die Musikhochschule Mainz – wollen:

  • Wege aufzeigen, wie in Schulen nachhaltiges Interesse an Musik für alle Altersstufen geweckt werden kann;
  • Eine Plattform bieten, um Struktur von Schule und Orchester gegenseitig zu verstehen;
  • Best practise aufzeigen, wie erfolgreiche Kooperationen konzipiert werden können.

Die Konferenz richtet sich an Musiklehrer/innen, Musikvermittler/innen, (Orchester)-Musiker/innen und Vertreter/innen von Förderern, Kultusministerien und Kulturverwaltungen.

Weitere Informationen und Anmeldung: http://www.orchesterundschule.de .

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Statistisches Bundesamt: Großes Besucherinteresse für Livemusik

Neue bundesweite Musikstatistik als Grundlage für kulturpolitische Debatten

Mit dem Spartenbericht Musik hat das Statistische Bundesamt Wiesbaden am 14. Februar 2017 aktuelle Zahlen zum professionellen Musikbereich und zur Laienszene in Deutschland veröffentlicht.

Große Nachfrage nach Livemusik

Große Nachfrage nach Livemusik (hier: Pierre-Boulez-Saal Berlin)

„Damit liegt fast zehn Jahre nach dem Abschluss der Kultur-Enquetekommission des Bundestags zum ersten Mal eine umfassende bundesweite Statistik für den Musikbereich vor“, sagt Gerald Mertens, Geschäftsführer der Deutschen Orchestervereinigung. „Das ist ein wichtiger Schritt, um die Diskussionen und Argumentationen in vielen Bereichen der Kulturpolitik zu versachlichen.“

Der Bericht verzeichnet mehr als 5,2 Millionen Besuche von Konzerten öffentlich finanzierter Orchester in der Spielzeit 2013/2014. Hinzu kommen 32 Millionen Besuche bei über 500 Musikfestivals. „Das zeigt, wie hoch die Anziehungskraft von moderner und klassischer Orchestermusik beim Publikum ist“, sagt Mertens. „Umso unverständlicher, dass vielen Lokalpolitikern noch immer nicht bewusst ist, wie beliebt und wichtig diese Konzerte sind. Hier ist ein Umdenken dringend nötig.“

Der vollständige DESTATIS-Bericht ist hier einsehbar.

 

Orchester, Theater und Festivals gut aufgestellt für das neue Jahr

Die Mehrzahl der Orchester, Theater und Musikfestival hat in Deutschland gegenwärtig einen „guten Lauf“. Es gibt zwar immer einige Einrichtungen, die vor Ort mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben, wie z.B. das Volkstheater Rostock mit einem eher inkompetenten Oberbürgermeister oder das Theater Trier mit den Folgen einer von der Stadt vergeigten Intendantenfindung. Aber das sind Einzelfälle.

Neu eröffnet im Dezember 2016: Pierre Boulez Saal in Berlin

Neu eröffnet im Dezember 2016: Pierre Boulez Saal in Berlin

Neue Spielstätten

Schaut man sich zum Jahreswechsel in der deutschen Musiklandschaft um, überwiegt ganz deutlich das Positive. Da wären die zahlreichen Neueröffnungen und Wiedereröffnungen von Spielstätten zu nennen: Die Bochumer Symphoniker verfügen seit Ende Oktober 2016 mit dem Musikforum Ruhr endlich über eine eigene Spielstätte in der Stadtmitte mit knapp 1000 Plätzen. Zum Eröffnungswochenende kamen rund 40.000 Besucher. Am 8. Dezember wurde in Berlin-Mitte hinter der Staatsoper der neue Pierre Boulez Saal durch die Barenboim-Said Foundation eröffnet (Foto). Der Saal fasst rund 700 Besucher und ist ideal für Kammermusik und kleine Sinfonik. In Dresden haben im ehemaligen Kraftwerk Mitte die Staatsoperette Dresden und das Theater der jungen Generation eine neue Spielstätte eröffnet. Im Januar folgt endlich die lang ersehnte und immer wieder verschobene Eröffnung der Elbphilharmonie im Hamburger Hafen. Am 28. April 2017 wird ebenfalls in Dresden der völlig neu eingebaute Konzertsaal im Kulturpalast am Altmarkt durch die Dresdener Philharmonie in Betrieb genommen; am 3. Oktober 2017 soll die Deutsche Staatsoper in Berlin wieder eröffnen. Neubauten in Nürnberg und München sind in Planung, Renovierungen in Karlsruhe, Augsburg, Coburg, Lübeck oder in München (Gärtnerplatztheater) auf dem Weg. Und schließlich hat dann auch noch der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages über 10 Mio. Euro für die Renovierung der Laeiszhalle in Hamburg bewilligt.

Zusätzliche Bundesmittel

Überhaupt waren die Haushälter des Bundes im Herbst 2016 den Orchestern besonders gewogen: Im neuen Programm „Exzellente Orchesterlandschaft Deutschland“ sollen zunächst sechs mittlere Konzertorchester in einem Modellversuch für fünf Jahre mit zusätzlichem Bundesgeld (900.000 Euro pro Orchester im Jahr) ihre Produktivität und die Qualität ihrer Arbeit messbar steigern. Mit dabei sind zunächst die Hamburger Symphoniker, die Jenaer Philharmonie, die Stuttgarter Philharmoniker, die Münchner Symphoniker, die Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz und die Bochumer Symphoniker. Zahlreiche Details der Umsetzung des Programms müssen noch geklärt werden, aber die Geste des Bundes für eine nachhaltige Orchesterfinanzierung ist schon beeindruckend und Maßstab setzend.

Stabiler bzw. steigender Publikumszuspruch

Schaut man sich die Spielzeitbilanzen vieler Bühnen und Klassik-Musikfestivals oder den Zuspruch zu Klassik Open-Air-Konzerten des Sommers 2016 an, so überwiegen auch dort die Positivmeldungen mit hohen Auslastungszahlen von über 80 Prozent oder sogar deutlich mehr. Von einer Krise der Klassik also keine Spur. Und an den wenigen Standorten, an denen die Publikumsauslastung nicht überzeugt, sind die Probleme vom Management oder von den politisch Verantwortlichen (oder von beiden) hausgemacht; womit wir wieder in Rostock oder Trier wären.

Immaterielles UNESCO Kulturerbe

Der kulturpolitische Höhepunkt im zu Ende gehenden Jahr 2016 schließlich und Katalysator für die kommenden drei Jahre ist der gemeinsame Beschluss von Bund und Ländern, die deutsche Theater- und Orchesterlandschaft nicht nur auf der nationalen Liste des immateriellen Kulturerbes zu belassen (seit Dezember 2014), sondern sie auch in die internationale Kulturerbeliste aufnehmen zu lassen. Dies wird die kulturpolitische Agenda bis zur endgültigen Aufnahmeentscheidung durch die UNESCO Ende 2019 mit bestimmen.

Gerald Mertens

Die deutsche Theater-und Orchesterlandschaft wird für die internationale UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes nominiert

Das ist die Kulturmeldung des Jahres 2016! Deutschland nominiert seine Theater- und Orchesterlandschaft für die internationale UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes. Das haben die Kultusministerkonferenz unter der Leitung der Bremer Bildungssenatorin Dr. Claudia Bogedan und die Staatsministerin für Kultur und Medien Prof. Monika Grütters jetzt bestätigt. Damit folgen sie der Empfehlung der Experten der Deutschen UNESCO-Kommission. Die deutsche Theater- und Orchesterlandschaft zeichnet sich durch eine weltweit einmalige Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen aus, die im Schauspiel, Figurentheater, in Oper, Operette, Musical, Tanz, Konzert sowie in performativen Veranstaltungen verwirklicht wird. Jährlich besuchen hierzulande rund 35 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer mehr als 120.000 Theateraufführungen und 9.000 Konzerte. Deutschland reicht das Nominierungsdossier im Frühjahr 2018 bei der UNESCO ein. Über die Aufnahme entscheidet der Zwischenstaatliche Ausschuss zum Immateriellen Kulturerbe im Winter 2019.

Reichhaltige Theater- und Orchesterlandschaft

Reichhaltige Theater- und Orchesterlandschaft

Bereits 2009 hatte die nationale Delegiertenversammlung der Deutsche Orchestervereinigung (DOV) in Erfurt eine entsprechende Resolution zur Aufnahme der deutschen Orchester-und Theaterlandschaft beschlossen. Im Dezember 2014 erfolgte durch gemeinsamen Antrag des Deutschen Bühnenvereins und des Deutschen Musikrats, inhaltlich begleitet von der DOV, die Aufnahme auf die nationale Liste des immateriellen Kulturerbes. Nun soll also der internationale Eintrag folgen. Schon die Nominierung ist eine große Anerkennung. Es ist sehr zu hoffen, dass sie erfolgreich sein wird.

Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters betont: „Die deutsche Theater- und Orchesterlandschaft begründet – wie die vielfältige deutsche Kulturlandschaft überhaupt – Deutschlands Ruf als Kulturnation. Nirgendwo sonst sind Schauspiel, Oper, Musical, Tanz oder Konzert in solcher Vielfalt und an so vielen Orten im ganzen Land zu erleben. Durch die Weitergabe und Neugestaltung von Dramaturgien, künstlerischen Praktiken und Ästhetiken verbinden sie Tradition und Innovation, die dieses Immaterielle Kulturerbe besonders auszeichnen. Die Theater- und Orchesterlandschaft bietet kulturelle Räume der Orientierung und Selbstvergewisserung, die wir heute mehr denn je brauchen. Denn Kultur schafft nicht nur Identität, sie ist auch unser stärkster Integrationsmotor.“

Dr. Claudia Bogedan, Präsidentin der Kultusministerkonferenz, unterstreicht: „Deutschland verfügt über eine einzigartige Vielfalt in der Theater- und Orchesterlandschaft, die wir in den öffentlich getragenen Stadt- und Staatstheatern, den Landesbühnen, einer großen Zahl von Privattheatern und freien Gruppen, Musik- und Theater-Festivals sowie Theater- und Sinfonieorchester täglich aufs Neue erleben dürfen. Durch die Dichte und Bandbreite der Theater und Orchester in Deutschland sind sowohl die Weitergabe des Könnens und Wissen dieses Immateriellen Kulturerbes als auch die Möglichkeiten der Weiterentwicklung von besonderer Bedeutung.“

Prof. Dr. Christoph Wulf, Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission, erklärt: „Jedes Theater- und Konzertereignis ist ein Raum des Erlebens und Erkennens der Welt aus neuen Perspektiven. Theaterensembles und Orchester sind wichtige Akteure in der gesellschaftspolitischen Gegenwartsdebatte. Sie gestalten so unser Gemeinwesen und unsere Zukunft mit. Unsere Theater sind lebendige Kulturakteure in ihrer Region. Die Kulturform trägt damit auch wesentlich zur lokalen und regionalen Identitätsbildung bei.“

Deutschland verfügt über die weltweit höchste Theaterdichte. Und auch die Orchesterdichte zählt zu den höchsten auf der ganzen Welt. Die Theater- und Orchesterlandschaft in Deutschland wird durch die rund 140 öffentlich getragenen Theater geprägt, also durch Stadttheater, Staatstheater und Landesbühnen. Hinzu kommen rund 220 Privattheater, etwa 130 Opern-, Sinfonie- und Kammerorchester und circa 70 Festspiele, etwa 150 Theater- und Spielstätten ohne festes Ensemble und um die 100 Tournee- und Gastspielbühnen ohne festes Haus. Darüber hinaus gibt es eine hohe Anzahl freier Gruppen.

Die Vielfalt der deutschen Theater- und Orchesterlandschaft entwickelte sich aus der kleinstaatlichen Verfasstheit Deutschlands im 17. und 18. Jahrhundert. Zu den in den Fürstentümern und Königreichen entstandenen Theatern und Orchestern kamen in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts fremdsprachige Schauspielgruppen hinzu, die den Marktplatz und den Hof gleichermaßen bespielten. Das sich verfestigende Selbstbewusstsein des Bürgertums äußerte sich im 18. Jahrhundert zunächst im Gedanken des Nationaltheaters. Während des 19. Jahrhunderts etablierten sich dann die von den Bürgern getragenen Stadttheater und Konzertgesellschaften. Das Regietheater entstand Ende des 19. Jahrhunderts und entwickelte das Theater zur Kunstform.

2014 wurde die „Deutsche Theater- und Orchesterlandschaft“ auf Initiative des Deutschen Bühnenvereins und des Deutschen Musikrats in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Ein Eintrag ist die Vorbedingung für eine UNESCO-Nominierung.

 

Hintergrund:

Zum Immateriellen Kulturerbe zählen lebendige Traditionen aus den Bereichen Tanz, Theater, Musik, mündliche Überlieferungen, Naturwissen und Handwerkstechniken. Seit 2003 unterstützt die UNESCO den Schutz, die Dokumentation und den Erhalt dieser Kulturformen. Bis heute sind 171 Staaten dem UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes beigetreten. Deutschland ist seit 2013 Vertragsstaat.

Der Zwischenstaatliche Ausschuss zum Immateriellen Kulturerbe setzt sich aus 24 gewählten Vertragsstaaten der Konvention zum Immateriellen Kulturerbe zusammen. Er entscheidet jährlich über die Aufnahme neuer Kulturformen in die Listen des Immateriellen Kulturerbes. Bisher sind 366 Formen des Immateriellen Kulturerbes auf der internationalen Repräsentativen Liste eingetragen, 47 Elemente auf der Liste des dringend erhaltungsbedürftigen Immateriellen Kulturerbes und 17 Gute Praxisbeispiele zur Erhaltung immateriellen Kulturerbes. Kriterien für die Anerkennung sind unter anderem eine nachweisbare Lebendigkeit und eine identitätsstiftende Komponente für die Trägergemeinschaft der Kulturform, die Entwicklung von Erhaltungsmaßnahmen, eine weitreichende Beteiligung der Trägergemeinschaft und die Eintragung in ein nationales Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes. Mit der Einschreibung verpflichten sich die Vertragsstaaten, das Immaterielle Kulturerbe auf ihrem jeweiligen Staatsgebiet zu fördern.

Weitere Informationen:

Webseite der Deutschen UNESCO-Kommission zum Immateriellen Kulturerbe

http://unesco.de/index.php?id=7571&rid=t_5767&mid=1126&aC=ea39dee7&jumpurl=-1

Wie Orchester mit Musik ein Beitrag zur Integration leisten können

Am 14. Mai 2016 fand in Nordsachsen der zweite Integrationstag der Sächsischen Bläserphilharmonie mit ihrem Chefdirigenten Thomas Clamor unter dem Titel „(Noten-)Schlüssel zur Integration“ in Grimma statt.

Der Einladung zur musikpädagogischen Willkommensfeier des Landkreises Leipzig und der Stadt Grimma folgten rund 300 Asylsuchende und Flüchtlinge aus dem Landkreis Leipzig. Flüchtlingsfamilien bekamen die Chance, sich im Rahmen eines Instrumentenkarussells an einem Instrument auszuprobieren oder auf bereits vorhandene Instrumentenkenntnisse aufzubauen. Unter Anleitung der Mitglieder der Sächsischen Bläserphilharmonie probten die Teilnehmer an den Instrumenten, um mit anderen Instrumentalisten der Region ein Konzert am Nachmittag zu gestalten.

Dazu wurde im Auftrag des Orchesters ein Kurzfilm erstellt, der das Projekt vorstellt und der hier angeschaut werden kann.

Weitere Informationen zum Projekt „(Noten-)Schlüssel zur Integration“ sind auf der Orchester-Homepage unter http://www.saechsische-blaeserphilharmonie.de/orchester/notenschluessel-zur-integration.html zusammengestellt.

 

Online-Petition gegen Kürzungen beim Staatstheater Karlsruhe

Die Gesellschaft der Freunde des Badischen Staatstheaters hat eine Petition auf den Weg gebracht, um die geplanten Sparmaßnahmen beim Badischen Staatstheater Karlsruhe zu verhindern. Am Staatstheater müssten nach eigener Aussage mindestens 40 Stellen gestrichen werden, wenn bis zum Jahr 2022 tatsächlich elf Millionen Euro gekürzt werden.

Der Gemeinderat hatte am 26. April bei der Aufstellung des Doppelhaushalts 2017/18 das so genannte Maßnahmenpaket 1 beschlossen. Es enthält neben den Kürzungen beim Staatstheater auch Einsparungen bei der Händel-Akademie, beim Festival Premières und bei vielen kleinen Kultureinrichtungen. Auch der soziale Bereich ist betroffen. Eine endgültige Entscheidung wird der Gemeinderat bei der Verabschiedung des Haushalts im Herbst treffen.

Die Gesellschaft der Freunde des Badischen Staatstheaters ist mit über 1.600 Mitgliedern der zweitgrößte Theaterförderverein in Deutschland. „Die vom Gemeinderat Karlsruhe beschlossenen Sparmaßnahmen gefährden die künstlerische Arbeit des Badischen Staatstheaters existenziell und bedrohen das Image der Kulturstadt Karlsruhe“, heißt es in der Petition, der sich ein Offener Brief der Theaterfreunde an den Gemeinderat vom 21. April anschließt. Darin bitten sie die Lokalpolitiker, die geplanten Einsparungen zu überdenken, alle Sparten des Theaters zu erhalten und keine Mitarbeiter zu entlassen.

Gegen den Sparbeschluss protestierte bereits Theresia Bauer, Kunstministerin in Baden-Württemberg, in einem Schreiben an die Gemeinderäte am 20. April. In der entsprechenden Pressemitteilung appelliert sie an die Politiker, die geplanten Kürzungen im Kulturbereich zu überdenken. Grundsätzlich habe sie Verständnis für das Vorhaben, den Haushalt der Stadt zu konsolidieren. Gleichzeitig wies sie mit Nachdruck darauf hin, dass das Land die Vereinbarungen zur hälftigen Finanzierung des Theaters nicht ändern werde. „Kürzungen der Stadt bedeuten deshalb automatisch Kürzungen beim Landesanteil in gleicher Höhe“, sagte Bauer.

Die Petition gegen den Sparbeschluss können Sie hier unterzeichnen.

Halberstädter Intendant und GMD: Wir brauchen endlich mehr Geld!

Johannes Rieger, Intendant und GMD des Nordharzer Städtebundtheaters, bringt es im Interview mit dem MDR (Sachsen-Anhalt heute am 14. Februar 2016) auf den Punkt. Nach Jahren des Kürzens und Abbauens brauchen Theater und Orchester vor Ort endlich eine Perspektive. Das Publikum ist treu, die Kommunalpoltik fördert nach Kräften, aber das Land Sachsen-Anhalt steht für alles andere als für verlässlich Kulturfinanzierung. Statt, wie von Experten gefordert, den Kulturetat aufzustocken, wurde gekürzt. Lediglich 0,9 Prozent des Landeshaushaltes werden insgesamt für Kultur aufgewendet. Zu wenig für ein Land, dessen Geschichte unmittelbar mit Namen wie Johann Sebastian Bach oder Georg Friedrich Händel verbunden ist

Magdeburgische Philharmonie auf der Straße

2013: Magdeburgische Philharmonie auf der Straße

Ob sich nach der Landtagswahl Mitte März 2016 etwas ändert? Das wird entscheidend von den Mehrheiten und Koalitionen im neuen Landtag abhängen. Eine klare Vorstellung zur Zukunft einer eher nationalistisch orientierten Kulturförderung im Land äußert gegenwärtig nur die AfD… . Müssen am Ende die Orchester und Theater im Land erst wieder ihren lautstarken Protest auf die Straße bringen?

MDR-Beitrag zur Not der Theater in Sachsen-Anhalt