Koalitionsvertrag M-V 2016-2021: Orchester werden ignoriert

Wenn das kein Programm ist.

Auf 77 Seiten in 2711 Zeilen bzw. 460 Kapiteln beläuft sich der neue Koalitionsvertrag zwischen SPD und CDU in Mecklenburg-Vorpommern für die Jahre 2016 bis 2021. Immerhin drei Kapitel (ganze 19 Zeilen) widmen sich den Theatern im Land. Kurz zusammengefasst: die sogenannte „Theaterreform“ der letzten fünf Jahre mit Strukturveränderungen und Stellenabbau soll auch zukünftig weiter fortgesetzt werden. Hört sich also nach neuen Ideen und Innovation an.

Armutszeugnis M-V: Theater ja, aber Orchester?

Armutszeugnis M-V: (Staats-)Theater ja, aber Orchester? [Foto: Staatstheater Schwerin, DOV]

Mehr als bedenklich ist allerdings, dass die gegenwärtig noch vier verbliebenen Orchester im Land (Schwerin, Rostock, Greifswald-Stralsund und Neubrandenburg) im Vertragstext mit keinem einzigen Wort genannt werden. Offenbar ist die Bedeutung der Orchester im Land Mecklenburg-Vorpommern durch die Kürzungen und Streichungen der Vergangenheit in den Köpfen der Koalitionspartner schon so weit marginalisiert, dass man sie im politischen Programm der nächsten fünf Jahre nicht einmal mehr erwähnen muss. Wozu braucht man dann eigentlich noch eine eigene Musikhochschule?

Da mag man sich vielleicht entschuldigend herausreden, mit den erwähnten „Theatern“ seien selbstverständlich auch die Orchester gemeint. Das kann zumindest für die Neubrandenburger Philharmonie als Konzertorchester nicht stimmen. Und für die anderen Orchester ist es auch keine wirklich glaubwürdige Antwort. Wertschätzung jedenfalls sieht anders aus.

Fazit: Orchester im Land M-V werden von der Landespolitik mehr oder weniger ignoriert.

Wenn das kein Armutszeugnis für die neue Landesregierung ist.

 

Auszug aus dem Koalitionsvertrag zwischen SPD und CDU in Mecklenburg-Vorpommern 2016 – 2021

(267) Das Land steht weiterhin zu seinen Zusagen im Hinblick auf die Theaterreform sowie zur grundsätzlichen Gleichbehandlung beider Landesteile. Hierbei respektieren die Koalitionspartner das Prinzip der kommunalen Selbstverwaltung und werden alle Verhandlungen mit den kommunalen Theaterträgern auf Augenhöhe und im engen Dialog weiterführen. Allen kommunalen Theaterträgern steht es unbeschadet dieser Zusage ebenso wie der Hansestadt Rostock weiterhin frei, die Zukunft ihrer Theater sowie deren Finanzierung in eigener Verantwortung zu sichern.

(268) Es bleibt das Ziel der Koalitionspartner, gemeinsam mit den kommunalen Trägern vielfältige, hochwertige Theaterangebote an allen bisherigen Standorten zu sichern und hierfür nachhaltige und finanzierbare Strukturen zu schaffen, in denen spätestens ab 2021 eine am Tarif orientierte Bezahlung möglich ist. Die Koalitionspartner bekennen sich unter angemessener Beteiligung der kommunalen Träger zu einer Finanzausstattung, die die langfristig vereinbarten Strukturen sichert. Die Koalitionspartner beabsichtigen, im Rahmen der FAG-Novelle 2018 die Grundlage für die Theaterfinanzierung zu verbessern und für die theatertragenden Kommunen gerechter auszugestalten.

(269) Das Land wird sich in angemessenem und landesweit vergleichbarem Anteil an erforderlichen Investitionen im Theaterbereich beteiligen.

Orchester müssen immer wieder ihre eigene Geschichte erzählen

Hinter jedem Orchester steht eine einzigartige Geschichte mit wiederum vielen kleinen Geschichten und Anekdoten. Das Geschichtenerzählen, im Marketingsprech: „story telling“ genannt, wird heute immer wichtiger; gerade bei der Kommunikation über die sozialen Medien wie Facebook, Youtube und Twitter.

Entscheidend für den nachhaltigen Erfolg von story telling ist die glaubwürdige Umschreibung des Markenkerns. Wofür steht das Orchester? Was ist seine Einzigartigkeit? Wodurch lässt sie sich authentisch darstellen? Was ist die „core story“, die Hauptgeschichte und wesentliche Botschaft, von der sich alle anderen Botschaften (und kleinere Geschichten) nach dem Modell eines alten Baumes mit seinem Stamm, vielen Ästen und unzähligen Blättern ableiten?

 

Das Beispiel der Bamberger Symphoniker, die sich aus Anlass ihres 70jährigen Jubiläums in 2016 Jahr auf ihre böhmischen Wurzeln in Prag besonnen haben, zeigt sehr gut, wie eine core story funktioniert. Da wird in einem 15-Minuten-Video die Konzertreise der Bamberger Symphoniker nach Prag (unterlegt von Mahlers 1. Sinfonie) zur Entdeckung der eigenen Geschichte, der Wurzeln und des eigenen Klangideals.

Eine perfekte Vorbereitung zum Weitererzählen dieser Geschichte, nachdem der neue, erst 35 Jahre alte, aus Tschechien stammende Chefdirigent Jakub Hrůša im Sommer dieses Jahres das Orchester übernommen hat. Da lassen sich dann auch in Zukunft viele weitere Geschichten rund um das Orchester und seine Musiker erzählen, die auf dieser core story aufbauen.

Gründung der Lübecker Theater Stiftung (LTS) ist positives Signal

Zahlreiche Unternehmen und private Förderer haben eine Stiftung zur Unterstützung der finanziellen Sicherung des Theater Lübeck gegründet

Immerhin 355.000 Euro beträgt das Gründungskapital der LTS Lübecker Theater Stiftung: Zahlreiche Unternehmen und private Förderer, die dem Theater Lübeck seit vielen Jahren treu verbunden sind, haben sich zusammengeschlossen und am 28. September 2016 eine Stiftung gegründet, die dem Theater Lübeck als Ganzes zu Gute kommt.

»Das Theater Lübeck ist ein kultureller Leuchtturm und ein ganz wesentlicher Standortfaktor für Lübeck. Hier wird Kunst auf hohem Niveau geboten, Produktionen, die sich mit den A-Häusern der Großstädte messen können. Damit dies weiter möglich ist, dafür stehen auch und in zunehmendem Maße Privatpersonen und Wirtschaftsunternehmen aus der Region in der Verantwortung. Denn die finanziellen Mittel durch die Finanzierung von Land und Stadt allein reichen nicht aus, die Kunst auf diesem hohen Niveau zu erhalten«, sagte Rechtsanwalt Christian Kroeger, der die Stiftung initiiert hat.

Gründungsmitglieder der LTS Lübecker Theater Stiftung (vlnr): Dr. Jens Kisro, Dr. Söhnke H. und Katharina Boye, Christian Kroeger, Michael Angern, Dr. Ing. Walter Trautsch, Dieter Bruhn, Johannes und Teresa Brüggen sowie der Geschäftsführende Theaterdirektor des Theater Lübeck Christian Schwandt. Foto: Olaf Malzahn

Gründungsmitglieder der LTS Lübecker Theater Stiftung (vlnr): Dr. Jens Kisro, Dr. Söhnke H. und Katharina Boye, Christian Kroeger, Michael Angern, Dr. Ing. Walter Trautsch, Dieter Bruhn, Johannes und Teresa Brüggen sowie der Geschäftsführende Theaterdirektor des Theater Lübeck Christian Schwandt. Foto: Olaf Malzahn

Zu den Gründungsmitgliedern zählen Dr. Christian Draeger, EUROIMMUN AG Deutschland, Katharina und Dr. Söhnke H. Boye, Johannes und Teresa Brüggen, Michael Angern, Dieter Bruhn, Frank-Thomas Gaulin, Dr. Peter Hiss, Dr. Jens Kisro und Jutta Ottenbreit, Rechtsanwalt Christian Kroeger, Edelgard und Dr. Ing. Walter Trautsch, die jeweils zwischen 20.000 und 100.000 Euro stiften. Weitere Mitglieder der Stiftung sind ausdrücklich willkommen.

Das Theater Lübeck ist mit seinen Sparten, darunter dem Philharmonischen Orchester, vielfach preisgekrönt und aktuell für die Musiktheaterproduktion »Lady Macbeth von Mzensk« erneut für den renommierten deutschen Theaterpreis »Der Faust« nominiert, mit dem erst vor zwei Jahren Sandra Leupold für ihre Lübecker Inszenierung von »Don Carlo« ausgezeichnet wurde.

»Das Theater Lübeck braucht dringend klare Bekenntnisse hinsichtlich der Finanzierung von Land und Stadt, damit es auf diesem hohen Niveau weiter arbeiten kann. Die Erfahrung zeigt jedoch – bei uns wie bei anderen Häusern ganz genauso – dass es ohne Sponsoren und Förderer kaum mehr möglich ist, diese Kunst zu bieten. Das Theater Lübeck erfreut sich schon seit vielen Jahren einem sehr hohen Zuspruch und einer hoch erfreulichen Unterstützung durch Privatpersonen und Firmen – die Gründung einer Stiftung erfreut uns sehr, denn so setzen wir neben der staatlichen Förderung einen soliden Grundstock zur Sicherung des Theaters«, sagt Christian Schwandt, Geschäftsführender Theaterdirektor.

Klassik Open Air-Konzerte werden immer beliebter

Open Air-Konzerte von Orchestern werden beim Publikum immer beliebter. Ein Höhepunkt dieser Saison wird der Auftritt der Berliner Philharmoniker am 27. August 2016 auf dem Kulturforum neben der Philharmonie. Open Airs sind eine hervorragende Möglichkeit, neue Zuhörer für klassische Musik zu gewinnen, sie auf die beginnende Spielzeit neugierig zu machen und in Konzertsäle oder Opernhäuser zu locken.

© HR/Tim Wegner - Impression vom Open Air des hr-Sinfonieorchesters am 17. August 2016.

© HR/Tim Wegner – Impression vom Open Air des hr-Sinfonieorchesters am 17. August 2016.

Mit solchen Auftritten erreichen Orchester und auch Chöre ein unglaublich großes Publikum: über 40.000 Zuhörer kamen am 9. Juli 2016 in Berlin zum „Staatsoper für alle“-Konzert mit der Berliner Staatskapelle und Daniel Barenboim. Beim Sommernachts-Open Air des Kasseler Staatsorchesters waren am 16. Juli in Kassel mehr als 30.000 Zuhörer. Dem hr-Sinfonieorchester hörten am 17. August in Frankfurt am Main rund 20.000 Menschen zu (Foto), und zum NDR Classic Open Air am 23. Juli in Hannover versammelten sich 37.000 Musikliebhaber. Und dies ist nur eine kleine Auswahl aus den größeren Open-Air-Veranstaltungen. Zahlreiche kleinere Open-Air-Events und Festivals zogen bundesweit über den Sommer weitere zehntausende Interessierte an. Viele Konzerte werden zusätzlich auf Leinwände oder per Livestream, im Radio und Fernsehen übertragen.

Der Erfolg der populären Sommerauftritte ist ein weiteres Indiz, dass sich immer mehr Menschen, darunter viele junge, für klassische Musik interessieren. Eine offizielle Statistik, die Zuschauerzahlen oder den Auslastungsgrad bei Open Air-Konzerten oder Sommerfestivals flächendeckend erfasst, existiert in Deutschland leider noch nicht. Die Besucherzahlen dieses Sommers sind jedenfalls ermutigend.

Tonhalle Düsseldorf baut Familienprogramm mit Sponsoring der ARAG aus

Ab der kommenden Spielzeit kooperieren die Tonhalle Düsseldorf und der ARAG Konzern für die Ausweitung des Angebots der Kleinen Tonhalle. Damit verbunden sind insbesondere fast doppelt so viele Veranstaltungen für Kinder bis drei Jahren. Diese erfreuliche Entwicklung zeigt, dass vor allem Kinder- und Jugendangebote für Sponsoren besonders attraktiv sind. Vielleicht auch ein gutes Beispiel für andere Orchester und Konzerthäuser.

Pressetermin "Kleine Tonhalle", Personen (v.l.n.r.): Evelyn Arndt mit Handpuppe Clara, Klaus Heiermann (Generalbevollmächtigter ARAG), Michael Becker (Intendant Tonhalle Düsseldorf)

Evelyn Arndt mit Handpuppe Clara, Klaus Heiermann (Generalbevollmächtigter ARAG), Michael Becker (Intendant Tonhalle Düsseldorf)

Über 70 öffentliche Konzerte für Familien veranstaltete die Tonhalle in der vergangenen Saison, nahezu alle Veranstaltungen waren restlos ausverkauft. Zudem bot das Konzerthaus ein breit gefächertes und stets ausgebuchtes Angebot für Kindergärten und Schulen an. Intendant Michael Becker: „Die Familienwochen der Tonhalle sind bundesweit einmalig. Die Nachfrage nach unseren Veranstaltungen für klar definierte Altersgruppen ist  riesengroß. Dank der ARAG haben wir nun die Möglichkeit, ein noch deutlich größeres Programm für Kinder jeden Alters anzubieten.“

Für Klaus Heiermann, Generalbevollmächtigter der ARAG SE, ist das Familienangebot der Tonhalle ein besonderes Düsseldorfer Kulturgut: „Als international tätiges Düsseldorfer Familienunternehmen unterstützen wir gerne dieses einzigartige Angebot für Familien. Musik verbindet Menschen überall und bereichert unsere Kulturlandschaft.“ Das Sponsoring des ARAG Konzerns ermöglicht ab der Spielzeit 2016/17 den Anstieg auf etwa 100 Veranstaltungen für Kinder und Familien pro Saison.

Die Tonhalle strukturiert den Vorverkauf für die Familienwochen neu: Nicht mehr gebündelt an einem Tag, sondern spezifisch nach den einzelnen Konzertreihen aufgeteilt, können Tickets für die jeweiligen Konzerte nun gezielt gekauft werden. Karten kosten für Kinder fünf und für Erwachsene zehn Euro. Interessenten für Familienkonzerte könne sich unter www.tonhalle.de in den Online-Newsletter der einzelnen Konzertreihen eintragen. Er informiert rechtzeitig über die Termine für den Vorverkaufsstart der unterschiedlichen Reihen.

ELBPHILHARMONIE: NEUE WEBSITE LÄDT ZUM DIGITALEN ERLEBEN EIN

Es wird spannend: Ab sofort lässt sich die Elbphilharmonie Hamburg auf einer neuen Online-Plattform digital erleben. Die Website https://countdown.elbphilharmonie.de macht das Konzerthaus, seine besondere Architektur und einmalige Lage schon vor der Eröffnung im Januar 2017 virtuell erlebbar und ergänzt damit die offizielle Internetseite www.elbphilharmonie.de, auf der weiterhin alle Informationen über das Haus, sein musikalisches Programm und den Ticketkauf zu finden sind.

Die Elbphilharmonie: Neues Wahrzeichen für Hamburg (c) Maxim Schulz

Die Elbphilharmonie: Neues Wahrzeichen für Hamburg (c) Maxim Schulz

Die Architektur der Elbphilharmonie und ihre schillernde Glasfassade sind die Stars eines rasanten Drohnenrennens auf https://countdown.elbphilharmonie.de. Mithilfe der Aufnahmen der beiden Renndrohnen »Rock« und »Roll« kann der Besucher in atemberaubendem Tempo um und über das Konzerthaus fliegen, dabei eigene Routen auswählen und – mal ganz dicht dran, mal weit weg – nie gesehene Blickwinkel auf Hamburgs neues Wahrzeichen und die Stadt einnehmen.

Bei einem »360°-Fotoprojekt« kann sich jeder aktiv an einer besonderen Rundum-Ansicht auf die Elbphilharmonie beteiligen: Alle, die gerne fotografieren, sind aufgerufen, ihre Aufnahme des Konzerthauses unter dem Hashtag #myelphi360 bei Instagram zu posten. Die schönsten Motive und unterschiedlichen Perspektiven fügen sich dann auf https://countdown.elbphilharmonie.de zusammen. Ein 360°-Panoramabild wiederum, das vom Dach der Elbphilharmonie aufgenommen wurde, kehrt den Blick um: Es zeigt den grandiosen Ausblick auf die ganze Stadt und informiert über die zahlreichen Ausflugs-, und Ausgehmöglichkeiten in der Nachbarschaft. Mit dem »Elphilizer« schließlich kann der Besucher im virtuellen Konzertsaal Töne erzeugen, die auch grafisch sichtbar gemacht werden und schemenhaft die Umrisse des Großen Saals erscheinen lassen. Harfe, Klavier und Schlagwerk stehen als Instrumente zur Auswahl, Melodien lassen sich speichern, teilen und als musikalischer Gruß versenden.

Neben den interaktiven Elementen begleitet die Website auch jene Veranstaltungen, die die Elbphilharmonie tatsächlich noch vor der Eröffnung zugänglich machen, etwa die Öffnung der Plaza – der Aussichtsplattform in der Elbphilharmonie zwischen Backsteinsockel und Glasaufbau, die ab dem 4. November für jeden zugänglich sein wird – oder die Klanginstallation »The Ship« des Meistermusikers und Produzenten Brian Eno, die ab 5. November im Kaispeicher zu erleben ist.

Am 11. und 12. Januar 2017 wird die Elbphilharmonie feierlich eröffnet. Der Kartenvorverkauf für die Konzerte der Eröffnungsspielzeit hat am 20. Juni begonnen. Ungeachtet der anhaltend großen Nachfrage sind für den Großteil der Konzerte noch Karten in mehreren Preiskategorien verfügbar. Infos und Tickets unter www.elbphilharmonie.de.

Klassik wird immer populärer

Die Klassikszene in Deutschland boomt: viele Orchester und Theater melden für die vergangenen Saison hohe Auslastungszahlen, die großen sommerlichen Musikfestivals sind mit ausverkauften Veranstaltungen gestartet, und ganz aktuell locken große Klassik-Opern-Air-Events in Berlin, Hamburg, München und andernorts zehntausende Musikinteressierte auf Straßen und Plätze.

Open Air dabei: NDR Elbphilharmonie Orchester (c) Markus Höhn

Open Air dabei: NDR Elbphilharmonie Orchester (c) Markus Höhn

Zum Beispiel Hamburg: für das erste HafenCity Open Air mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester dürfen sich am  8. und 9. Juli die Besucher auf zwei Konzertabende mit dem Gastdirigenten Krzysztof Urbański und der Star-Cellistin Sol Gabetta freuen. Neben den jeweils 2000 Gästen direkt vor der Bühne, können viele weitere die Events auf zwei Videowänden außerhalb der Konzertfläche miterleben. An beiden Abenden lädt der NDR zum HafenCity Open Air Public Viewing ein. Über eine 80 Quadratmeter große Videowand haben Besucher entlang des Buenos-Aires-Kais beste Sicht auf die Übertragung. Eine weitere Videowand steht direkt auf dem Baakenhöft neben der Baakenhafenbrücke am Petersenkai in Nähe des View Points.

Darüber hinaus ist das Konzert am Freitag, dem 8. Juli, per Livestream in der arte-Mediathek zu sehen. Auch im NDR Hörfunk und Fernsehen ist das Open-Air-Event ein Thema. Auch NDR 90,3 und NDR Kultur sind dabei, wenn in der HafenCity klassischen Töne erklingen. NDR 90,3 Kultur Redakteur Daniel Kaiser und Claudio Campagna von NDR Kultur sind live vor Ort.

Beispiel Berlin: Bereits zum 10. „Staatsoper für alle“-Konzert lädt die Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Daniel Barenboim an diesem Samstag, dem 9. Juli, um 18 Uhr ein: Open-Air im Herzen Berlins auf dem Bebelplatz und bei freiem Eintritt dank BMW Berlin. Zum vierten Mal in Folge spielt die international gefeierte georgische Violinistin Lisa Batiashvili als Gast. Für alle, die nicht live in Berlin dabei sein können, bieten BMW und die Staatsoper Berlin ab 18 Uhr einen kostenlosen Livestream unter www.staatsoper-berlin.de an.

Auch an zahlreichen weiteren Orten bieten Orchester in diesen Tagen klassische Musik einem breiten Publikum dar. Diese Öffnung der Klassikszene außerhalb der traditionellen Konzertsäle und die hohe Publikumsnachfrage (das „Staatsoper für alle“-Konzert 2015 hatte über 50.000 Besucher) sind ein lebender Beweis für die hohe Attraktivität von Orchester-Liveaufführungen und ein wichtiges Signal für Politik, Medien und Sponsoren.